Coimbra war von 1139 bis 1255 die Hauptstadt von Portugal. Die Stadt ist ebenso faszinierend wie geschichtsträchtig, denn hier haben alle großen Namen des Landes ihre Spuren hinterlassen. Als Fluss- und Universitätsstadt ist sie ein Zentrum für Intellektuelle und Künstler. Ihre bewegte Vergangenheit als römische Siedlung und maurische Festung brachte sechs mittelalterliche Könige und bedeutende Werke der Renaissance hervor. In jeder Gasse finden sich Zeugnisse dieser Geschichte, die heute in eine der lebendigsten Städte Portugals eingebettet sind. Die vielen Studenten prägen die Traditionen und das Nachtleben. Auf halbem Weg zwischen Porto und Lisbonne gelegen, zieht die Stadt Besucher nach wie vor in ihren Bann.
Eine der ältesten Universitäten der Welt
Coimbra liegt am Ufer des Mondego und erstreckt sich über la colline de l'Alaçova. Die Stadt bewahrt noch heute sa structure urbaine du XIIe siècle, welche einst die sozialen Schichten trennte. La Baixa, die Unterstadt, ist heute das Viertel für Bars, Restaurants, Geschäfte und Partys. Die früher dem Adel und dem Klerus vorbehaltene la cidade Alta, das höher gelegene Viertel, beherbergt die wichtigsten historischen Gebäude. In den verwinkelten, gepflasterten Gassen geht es steil bergauf. Ein Aufzug erspart dir den Anstieg, oder du nimmst ein Tuk-Tuk.
Über der Ebene thront l'Universidade de Coimbra, fondée en 1290, eine der ältesten Universitäten der Welt. Um den Innenhof und den Uhrturm der la chapelle Sao Miguel gruppieren sich Gebäude, die bis ins 18. Jahrhundert umgestaltet wurden. Wenn du la magistrale Porta Fèrrea de 1634 durchschreitest, entdeckst du le Palais Royal et ses salles d'apparat, Sé Nova, die Kathedrale aus dem späten 16. Jahrhundert, sowie das Musée Machado de Castro. Letzteres ist ein ehemaliger Bischofspalast, in dessen Katakomben eine beeindruckende Sammlung flämischer und portugiesischer Skulpturen untergebracht ist. Dieser zeitlose Ort ist einzigartig. Les trois étages de la bibliothèque Joanina können nach Voranmeldung besichtigt werden. Das barocke Juwel ist mit Holz und Gold verziert und beherbergt 300 000 ouvrages préservés dans les plus précieux matériaux aus dem ehemaligen Kolonialreich. Ganz in der Nähe befindet sich l'ancienne cathédrale du XIIe siècle, die mit ihrem festungsartigen Aussehen und Einflüssen aus der Zeit der Renaissance und orientalischen Stilelementen beeindruckt. Mit ihrer Loggia, dem Panoramablick und den Gewölben gehört das Ensemble zusammen mit der angrenzenden Rua da Sofia zum UNESCO-Welterbe.
Für eine Pause im Grünen bietet sich der Jardim Botânico mit seinen Terrassen, tropischen Pflanzen und Springbrunnen an.
Das religiöse Erbe ist reichhaltig. Sehenswert ist das Mosteiro de Santa Cruz, eine Mischung aus Romanik und Barock mit einer bemerkenswerten Vorhalle aus dem 16. Jahrhundert. Es liegt direkt neben dem Jardim da Manga und einem sehr schönen Renaissance-Denkmal. Am linken Ufer des Flusses solltest du die les ruines du monastère gothique de Santa Clara nicht verpassen, die eng mit der Geschichte der Königin Isabel verbunden sind. Gegenüber befindet sich l'original village miniature Portugal dos Pequenitos, das die Geschichte des Landes anhand von Nachbildungen seiner wichtigsten Bauwerke darstellt.
Stadt der Feste und des Fado
Zurück in der Gegenwart bieten die Straßencafés am la Praça do Comércio den perfekten Ort, um die charaktervollen Fassaden der Umgebung und die regionalen Spezialitäten zu genießen. Auf dem Speiseplan stehen alheiras, eine würzige geräucherte Wurst, das berühmte frango (Hähnchen), verschiedene Kabeljau-Gerichte und pasteis, kleine Cremetörtchen. Auch Sardinen sind ein Klassiker, und in der incroyable conserverie rue Fereira Borges kannst du dir ein Stück Coimbra für zu Hause mitnehmen. Les étudiants de l'université assurent une vie nocturne voller Energie, und zahlreiche Bars sorgen für eine festliche Stimmung in der ganzen Stadt. Viele Lokale sind dem fado gewidmet. Coimbra gilt als eines der wichtigsten Zentren dieser Musik, und ein bekanntes Lied besagt: Coimbra ist eine Lektion.
Beste Reisezeit
In der nördlichen Mitte des Landes herrscht ein ozeanisches Klima. Die Winter sind eher mild, aber niederschlagsreich, besonders von Oktober bis Mai. Die beste Reisezeit liegt daher zwischen Juni und September. Wenn du es ruhiger magst, ist der Juli ideal, da die Studenten in den Semesterferien sind und die Touristenströme sich eher auf den August konzentrieren. En mai findet mit der Queima da Fitas das berühmte Studentenfest mit Serenaden und Veranstaltungen statt, das Tausende Besucher anzieht.
Anreise
Der nächste Flughafen ist Porto, etwa eine Stunde Fahrt entfernt. Du kannst die Stadt bequem mit dem Zug erreichen. Coimbra verfügt über zwei Bahnhöfe, das Schienennetz ist hervorragend ausgebaut und die Fahrt ist deutlich günstiger als mit dem Auto. Alternativ gibt es Busverbindungen von größeren Städten wie Lissabon.