Le Lavandou: Zwölf Strände und ein Hafen mit echtem Charakter
Der Name hat nichts mit Lavendel zu tun. Auf Provenzalisch bezeichnet "lavandou" ein Waschhaus, genau jene Stelle, an der die Frauen des Weilers im 18. Jahrhundert ihre Wäsche wuschen.
Dieses Detail verrät viel über die Identität dieses Badeortes: Bevor er Touristen anzog, war er ein Dorf von genuesischen und katalanischen Fischern, die von den überaus fischreichen Gewässern angezogen wurden. Im Jahr 1913 löste sich der Weiler von Bormes-les-Mimosas und wurde eine eigenständige Gemeinde. Damals zogen 150 sogenannte Pescadous ihre Netze an diesen Küsten. Einige wenige tun dies noch heute.
Le Lavandou: Côte d'Azur ohne den Glamour
Dieser Ort ist ideal für Familien, Liebhaber von entspannten Tagen im feinen Sand und alle, die eine zugänglichere Alternative zu Saint-Tropez suchen. Die Küste erstreckt sich über 12 Kilometer und umfasst genau 12 Strände, jeder mit seinem eigenen Charakter. Die Gewässer sind mit der Blauen Flagge ausgezeichnet, und die Buchten bleiben trotz des sommerlichen Andrangs naturbelassen.
Nachtschwärmer und Fans von Luxusboutiquen werden hier jedoch nicht fündig. Das Stadtzentrum besteht aus drei parallelen Fußgängerzonen, einigen Geschäften und einem lebendigen, aber bescheidenen Hafen. Ein Auto ist unerlässlich, um die verschiedenen Strände und die umliegenden Dörfer zu erkunden.
Ein vernünftiges Budget für die Côte d'Azur
Plane 80 bis 150 Euro pro Nacht im Hotel ein, 50 bis 90 Euro für eine Ferienwohnung oder einen Stellplatz auf einem gehobenen Campingplatz. Eine Mahlzeit am Strand kostet zwischen 20 und 40 Euro. Die Fähren zu den Îles d'Or kosten etwa 25 bis 35 Euro für die Hin- und Rückfahrt.
Die Strände: Eine Sammlung mit Charakter
Jeder Strand trägt einen offiziellen Spitznamen, der vom Tourismusbüro vergeben wurde. Der plage de Saint-Clair, auch "die Perle" genannt, ist am beliebtesten: feiner Sand, türkisfarbenes Wasser, Strandrestaurants und ein freier Blick auf die Hügel. Er liegt 1,5 km vom Zentrum entfernt und zieht wegen des flach abfallenden Wassers viele Familien an.
Weiter entfernt lohnt sich der plage d'Aiguebelle. Er wird "die Charmante" genannt und bietet einen Wechsel aus Sandflächen und kleinen Felsbuchten, in denen Taucher leicht Goldbrassen, Kraken und Seeigel entdecken können. Ruhesuchende bevorzugen den plage de Pramousquier, "die Geheimnisvolle", die über kleine Pfade erreichbar ist und von schwarzem und weißem Sand gesäumt wird.
Geheimtipp: Der Strand von Jean Blanc erfordert den Abstieg über mehr als 100 Stufen, was die Massen abschreckt. Der Sand ist dort weiß und silbrig, das Wasser kristallklar. Perfekt für einen ruhigen Tag.
Der Küstenpfad und der Weg der Maler
Der sentier du littoral beginnt am Hafen und schlängelt sich 3 Kilometer an der Küste entlang bis nach La Fossette. Der Weg wechselt zwischen Felsen, Pinien und tiefen Ausblicken auf das Mittelmeer. Eine längere Variante führt über die pointe du Gouron zum Wanderweg von Bormes-les-Mimosas.
In Saint-Clair zeichnet der chemin des Peintres die Route der Künstler nach, die sich hier Ende des 19. Jahrhunderts aufhielten. Die Restanques de Saint-Clair, diese Terrassen, die früher für Gemüse und Blumen bewirtschaftet wurden, zeugen von einer Zeit, in der es noch keinen Tourismus gab.
Die Îles d'Or: Ein Muss für einen Ausflug
Vom Hafen aus fahren täglich Schiffe nach Port-Cros, Porquerolles und zur île du Levant. Port-Cros ist ein mariner Nationalpark, in dem Tauchen und Wandern eine geschützte Artenvielfalt offenbaren. Es gibt dort keine Autos. Auf markierten Unterwasserpfaden lässt sich die Tierwelt ganz einfach mit Maske und Schnorchel beobachten.
Porquerolles bietet eine andere Atmosphäre: weiße Sandstrände im Karibik-Stil im Norden, steile Klippen im Süden, Weinberge und Eukalyptuswälder im Zentrum. Die teilweise als FKK-Insel bekannte Île du Levant zieht ein eher privates Publikum an.
Geheimtipp: Buche dein Fährticket in der Hochsaison bereits am Vortag. Mit den morgendlichen Abfahrten kannst du die Strände genießen, bevor der große Andrang kommt.
Der Hafen und das alte Dorf
Der port du Lavandou ist ein Mix aus Fischerbooten und Segelyachten. Die Fischer verkaufen noch immer ihren Fang des Tages direkt am Kai. Das Treiben ist familiär, weit weg von der Hektik berühmterer Häfen. Die église Saint-Louis, erbaut im Jahr 1855, überragt das Viertel mit ihrer provenzalischen Fassade.
Das "Château", ein Gebäude im italienischen Stil des 19. Jahrhunderts, in dem sich das Tourismusbüro befindet, ist der ideale Ausgangspunkt, um die Fußgängerzonen zu erkunden. Der marché provençal du jeudi matin erfüllt das Stadtzentrum jeden Donnerstagmorgen mit mediterranen Farben und Düften.
Wo essen und trinken in Le Lavandou?
Die lokale Spezialität ist die bouillabaisse, die in mehreren Lokalen am Hafen serviert wird. L'Emberluque im alten Dorf bietet "flambierte Galgen" (potences flambées) und eine "Bouillabaisse-Fondue", die einen Besuch wert sind. Liebhaber von über offenem Feuer gegrilltem Fisch kommen in den traditionellen Fischerrestaurants auf ihre Kosten.
Am Strand bietet Coco Beach in La Fossette einen außergewöhnlichen Rahmen in einer abgelegenen Bucht. Mamma Mia in Saint-Clair serviert Pizza direkt am Meer. Bei Pazzi Plage in Aiguebelle kann man mit den Füßen im Wasser zu Mittag essen. Reservierungen sind im Sommer empfehlenswert.
Wo übernachten in Le Lavandou und Umgebung?
Das Stadtzentrum bietet eine hohe Dichte an Hotels und Ferienwohnungen in der Nähe des Hafens und des Grande Plage. Das Viertel Saint-Clair eignet sich besser für Familien, die einen direkten Zugang zum bekanntesten Strand suchen. Cavalière, 7 km entfernt, bietet ruhigere Unterkünfte mit Blick auf die Inseln.
Der Camp du Domaine, ein 5-Sterne-Campingplatz in Bormes-les-Mimosas, bietet direkten Strandzugang auf 45 Hektar Pinienwald. Für einen romantischen Aufenthalt garantieren Gästezimmer in den Hügeln des Massif des Maures Ruhe und Panoramablicke. Bormes-les-Mimosas, ein blumengeschmücktes mittelalterliches Dorf in 4 km Entfernung, ist eine charmante Alternative.
Wie kommt man hin und wie bewegt man sich fort?
Der aéroport de Toulon-Hyères liegt 18 km entfernt. Von Nice aus sind es 1,5 Stunden Fahrt über die Autobahn. Das regionale Busnetz Zou! bedient die Gemeinde, die Fahrpläne sind jedoch begrenzt. Ein piste cyclable (Radweg) verbindet Toulon mit Le Lavandou entlang der Küste.
Vor Ort verkehrt in der Saison ein kleiner Touristenzug zwischen den Stränden. Das Auto bleibt das praktischste Mittel, um die 12 Strände und die Nachbardörfer zu erkunden. Das Parken wird im Juli und August schwierig: Nutze lieber die etwas weiter außerhalb gelegenen Parkplätze und gehe zu Fuß.
Wann ist die beste Reisezeit?
Die Region profitiert von 300 Sonnentagen pro Jahr. Mai, Juni und September bieten den besten Kompromiss zwischen angenehmem Wetter und moderatem Besucheraufkommen. Im Juli und August verwandeln sich die Strände in Ameisenhaufen und die Preise steigen. Der Corso fleuri im März feiert den Frühlingsanfang mit einem Umzug blumengeschmückter Wagen.
Bei so einem Namen kommen direkt Urlaubsgefühle auf! Ich mochte den feinen Sandstrand, der direkt von der Stadt aus erreichbar ist (auch wenn ich etwas wildere Orte bevorzuge). Es herrscht dort außerdem eine herzliche und gesellige Atmosphäre. Der Ortskern ist sehr charmant, sauber und hat hübsche Plätze und Häuser. Es gibt auch ein paar Unternehmungen für die Familie (oder auch nicht), wie zum Beispiel die kleine Bimmelbahn!