Die Burg von Hyères, eine vergessene Wächterin über dem Mittelmeer
Das Motto, das am Eingang in den Stein gemeißelt ist, setzt den Ton: Arearum Castrum, die Burg der Tenne. Ein Name, der wie ein Echo aus dem Mittelalter klingt, als diese Festung zu den mächtigsten der Provence zählte. Heute stehen auf dem 198 Meter hohen Hügel des Castéou nur noch die kargen Mauern. Doch genau diese Ruinen, die zwischen Himmel und Meer zu schweben scheinen, machen den besonderen Reiz des Ortes aus.
Warum der Aufstieg zur Burg von Hyères lohnt
Man steigt nicht hier hinauf, um möblierte Säle oder Ausstellungen zu besichtigen. Die Burg wurde im Jahr 1620 auf Befehl von Ludwig XIII. geschleift, der den Unabhängigkeitsdrang des provenzalischen Adels nicht länger duldete. Die heutigen Überreste zeugen von der Militärarchitektur des 13. Jahrhunderts, als Karl I. von Anjou die bescheidene Festung der Herren von Fos zu einem regionalen Stützpunkt ausbaute.
Der wahre Schatz offenbart sich am Gipfel. Das 360-Grad-Panorama reicht über die Bucht von Hyères, die Halbinsel Giens und die Silhouetten der Îles d'Or: Porquerolles, Port-Cros und Le Levant. Zwei Orientierungstafeln helfen dabei, die Umgebung zu bestimmen. Bei klarem Wetter wirkt es, als würde sich der Horizont bis ins Unendliche ziehen.
Ein sportlicher Aufstieg durch die Altstadt
Der eindrucksvollste Weg führt durch das mittelalterliche Zentrum. Von der place Massillon aus geht es über verwinkelte Kopfsteinpflastergassen steil bergauf. Die tour des Templiers (Templerturm) ist eine erste Station, bevor der Pfad deutlich anzieht. Plane für den Aufstieg 20 bis 30 Minuten ein, die deine Waden durchaus fordern werden.
Der Weg führt durch den parc Saint-Bernard, der als Jardin Remarquable ausgezeichnet wurde und mehr als tausend Pflanzenarten beherbergt. Weiter oben passierst du die Villa Noailles, ein Meisterwerk des Kubismus aus den 1920er Jahren von Robert Mallet-Stevens. Die Route verbindet so mittelalterliches Erbe mit Botanik und moderner Architektur.
Tipp vom Experten: Ein kleiner kostenloser Parkplatz befindet sich direkt am Gipfel, erreichbar mit dem Auto über die rue Saint-Pierre. Der Aufstieg zu Fuß bleibt jedoch die lohnendere Variante, besonders am späten Nachmittag, wenn das goldene Licht die alten Steine zum Leuchten bringt.
Was es in den Ruinen zu sehen gibt
Die drei Eingangstürme wurden in den 2000er Jahren restauriert. Man kann sich frei zwischen den dicken Mauern bewegen, durch gewölbte Durchgänge schreiten und sich die einstige Größe der Festung vorstellen. Informationstafeln mit Plänen und historischen Rekonstruktionen begleiten den Rundgang.
Die strategischen Aussichtspunkte
Die Vigie, der höchste Punkt, bietet den ungestörtesten Blick. Richtung Süden glitzert das Meer bis zu den Inseln. Im Norden wellen sich die Hügel der Maures unter Pinien. Das Areal ist heute Teil des Parcours des Arts von Hyères und beherbergt gelegentlich temporäre Ausstellungen innerhalb der befestigten Mauern.
Der Weg entlang der Stadtmauer
Ein Pfad führt außen um die Ruinen herum. Das Gelände ist hier unebener und erfordert festes Schuhwerk. Dieser Rundweg ermöglicht es, Mauerabschnitte und kleinere Türme zu entdecken, die selten fotografiert werden. Er verlängert den Besuch um etwa 15 Minuten.
Auf die Plätze, fertig, los!
Hier geht es an den Aufstieg zur Burg, es geht ganz schön steil bergauf, aber die Mühe lohnt sich!
Ich mag es, diesen symbolträchtigen Ort der Stadt durch die kleinen, steilen Gassen der Altstadt von Hyères zu erreichen.
Oben angekommen seht ihr schöne Ruinen, die Überreste der Burg, aber das Gelände ist leider nur wenig erschlossen.
Der absolute Höhepunkt bleibt der magische Ausblick, der die Halbinsel und die Inseln umfasst, ein absolutes Muss!