Place Massillon: Das mittelalterliche Herz von Hyères unter dem Turm der Templer
Die gedrungene Silhouette der tour des Templiers (Templerturm) zeichnet sich scharf gegen den blauen Himmel ab. Zu ihren Füßen verteilen sich die Terrassen der Cafés auf dem unebenen Kopfsteinpflaster des Platzes. Der Duft von geröstetem Brot mischt sich mit den lebhaften Gesprächen der Stammgäste. Diese kleine Esplanade mit ihren ockerfarbenen und rosafarbenen Fassaden bündelt acht Jahrhunderte Geschichte von Hyères.
Warum die Place Massillon einen Besuch wert ist
Dieser Platz ist der zentrale Knotenpunkt der mittelalterlichen Altstadt. Besucher, die durch die porte Massillon (Massillon-Tor) treten, die im 12. und 13. Jahrhundert erbaut wurde und seit 1926 als historisches Denkmal geschützt ist, gelangen in ein Labyrinth aus steilen Gassen, die von farbenfrohen Geschäften gesäumt sind. Die Atmosphäre erinnert an die Provence, aber auch an Italien oder Korsika.
Der Parcours des Arts (Kunstpfad), der 2018 mit dem ersten Preis des nationalen Wettbewerbs für urbane Kunst ausgezeichnet wurde, nimmt hier seinen Anfang. Dieser ausgeschilderte Rundgang verbindet Kunsthandwerksateliers, Galerien und Denkmäler bis hinauf zum mittelalterlichen Schloss der Herren von Fos.
Die tour des Templiers, ein Bauwerk von außergewöhnlicher Seltenheit
Die chapelle Saint-Blaise (Sankt-Blasius-Kapelle), wie sie auch genannt wird, ist das einzige Überbleibsel der Komturei, die im 12. Jahrhundert vom Templerorden gegründet wurde. Ihre Architektur ist äußerst selten: Sie besteht aus zwei übereinanderliegenden Kapellen, die ursprünglich mit einem Terrassendach gedeckt waren. Das Gebäude diente sowohl als Ort des Gottesdienstes als auch als Wachstube.
Nach der Auflösung des Ordens im Jahr 1312 übernahmen die chevaliers de Malte (Malteserritter) das Gebäude. Die Stadtverwaltung zog 1770 dort ein und blieb bis 1914. Es wurden neue Fenster durchgebrochen und ein Stockwerk hinzugefügt. Die umfassende Restaurierung, die zwischen 1985 und 1992 durchgeführt wurde, gab dem Gebäude seine Würde zurück. Die Einstufung als historisches Denkmal erfolgte am 30. März 1987.
Tipp vom Experten: Eine spezielle Kinderrallye lädt dazu ein, sich auf die Suche nach dem Schatz der Templer zu begeben. Dieser spielerische Rundgang macht die architektonische Entdeckungsreise auch für die Jüngsten zu einem Abenteuer.
Der Markt am Samstag und gute Adressen
Jeden Samstagvormittag breitet sich der provenzalische Markt über den Platz und die avenue Gambetta aus. Ziegenkäse, lokale Wurstwaren, saisonales Gemüse: Die Stände quellen über vor frischen Produkten. Es lohnt sich, hier Zutaten für ein Picknick zusammenzustellen, bevor man den Aufstieg zu den Schlossruinen antritt.
Die angrenzenden Gassen sind voll von kleinen Lebensmittelgeschäften: Käsereien, die ausschließlich Ziegenspezialitäten führen, handwerkliche Bäckereien mit saisonalem Lavendelbrot oder orientalische Feinkostläden, in denen es nach Gewürzen duftet. Die biscuiterie Mene Gilbert in der rue Massillon stellt ihre Kekse und Zwiebacksorten nach traditionellen Rezepten her.
Was man rund um den Platz nicht verpassen sollte
- Die porte Massillon mit ihrer Uhr, ein Überrest der mittelalterlichen Stadtmauern
- Die collégiale Saint-Paul (Stiftskirche Saint-Paul), die man über die Gassen vom Platz aus erreicht
- Der jardin Sainte-Claire, dessen großes Holztor neugierigen Besuchern offensteht
- Die Villa Noailles, ein Zentrum für zeitgenössische Kunst aus den 1920er Jahren, das einst von Künstlern wie Dalí, Man Ray und Poulenc besucht wurde
Die Restaurants am Platz bieten eine gepflegte Küche mit Blick auf den Turm. La Table, Hausnummer 3, serviert kreative französische Gastronomie direkt unterhalb der alten Mauern. Wenn am Abend die Lichter an den Fassaden angehen, wird die Atmosphäre deutlich intimer.
Dieser Ort war wirklich ein Highlight bei meiner Entdeckung der Altstadt von Hyères.
Trotz des touristischen Aspekts bleibt die Altstadt lebendig und bietet zahlreiche Restaurants, Bars und Geschäfte.
Die vom Templerturm überragte Place ist von kleinen Gebäuden umgeben, an denen Gassen und Treppen aufeinandertreffen.
Das Beste ist, sich auf eine Terrasse zu setzen, die leuchtenden Farben der Fassaden und den tiefblauen Himmel zu bewundern und einfach die Zeit verstreichen zu lassen...