Ohne eine territoriale Debatte anheizen zu wollen: Man muss zugeben, dass das Département Loire-Atlantique stellenweise einen Hauch von Bretagne versprüht. Lassen Sie Nantes an seinem Fluss hinter sich und brausen Sie auf der Schnellstraße N165 Richtung Westen. Biegen Sie über die N171 nach Süden ab und lassen Sie Saint-Nazaire mit seinen Docks sowie La Baule mit seinen Hotels mit Aussicht links liegen. Der Name Le Pouliguen weckt zwar Ihre Sehnsucht nach bretonischem Flair, doch besuchen Sie dieses charmante Hafenstädtchen erst, nachdem Sie seinen ozeanischeren Bruder gekostet haben: Le Croisic.
Die Route dorthin zweigt kurz vor den Stadtmauern von Guérande nach Süden ab. Falls Ihnen dieser Name auf den Schildern bisher nichts gesagt hat, wird die Verbindung spätestens dann klar, wenn links und rechts der Straße die Salzwiesen auftauchen. Genau hierher stammt also das berühmte Fleur de Sel, das in gesalzener Butter und dem beliebten Karamell-Butter-Eis steckt.
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Nach der entspannten Fahrt durch das Land der Salzbauern markiert die Überquerung der Eisenbahnlinie, auf der sich noch immer der TGV wagt, Ihre Ankunft auf der Halbinsel Le Croisic. Ein Stück weiter bietet Ihnen ein letzter Kreisverkehr die Wahl zwischen der direkten Route und der über die Côte Sauvage. Zögern Sie nicht: Nehmen Sie den Umweg, Sie werden es nicht bereuen. Dieser nach Süden ausgerichtete Küstenabschnitt ist ein Fest für die Sinne, mit glitzernden Wellen, salziger Meeresbrise und tief eingeschnittenen Buchten.
Wie durch einen bretonischen Zauber hypnotisiert Sie das Meer, während die Küstenstraße sanft nach rechts schwenkt. Sie merken gar nicht, wie Sie bei der Einfahrt in Le Croisic die Spitze der Halbinsel umrundet haben und nun in die entgegengesetzte Richtung weiterfahren. Das kleine Städtchen, ganz im armorikanischen Stil aus Granit und Schiefer erbaut, scheint über seinen Hafen zu wachen. Doch der wahre Schatz liegt ein Stück weiter, hinter den vor Anker liegenden Fischerbooten: Es sind die „Traicts“ (sprechen Sie es „trê“ aus), genauer gesagt der Große und der Kleine Traict. Aus der Vogelperspektive betrachtet, bilden diese beiden Buchten die asymmetrischen Herzkammern eines Herzens, das im Rhythmus der Gezeiten schlägt. Wie im Becken von Arcachon oder in der Bucht des Mont Saint-Michel legt sich dieses Schwemmland bei Ebbe frei, nur um sich kurz darauf wieder in die Meeresfluten zu hüllen, die durch den schmalen Durchlass zwischen der Halbinsel und der nördlichen Spitze von Pen Bron hereinströmen.
Um das Leben in den Traicts zu beobachten, braucht man Geduld und die Lust am Innehalten, die Art von Muße, bei der man stundenlang am selben Fleck verweilt und die Natur auf sich wirken lässt, völlig unbeeindruckt von unserer eigenen, unbedeutenden Existenz.![]()
Nachdem Sie sich eventuell mit ein paar Crêpes oder Meeresfrüchten in Le Croisic auf diese „Andacht“ eingestimmt haben, begeben Sie sich auf die endlose Mole, die den Eingang der Traicts fast vollständig abriegelt. Suchen Sie sich ein Plätzchen auf diesem Vorsprung, lehnen Sie sich an die Granitmauer auf der Ozeanseite oder lassen Sie die Beine über den Felsbrocken der Deichseite baumeln und beobachten Sie das Treiben in der Bucht. Bei Ebbe sondieren zahlreiche Watvögel den Schlamm auf der Suche nach wirbellosen Beutetieren. Bei Flut, besonders im Winter, suchen pelagische Meeresbewohner in den Traicts Schutz vor der stürmischen See. So könnten Sie sogar Pinguine entdecken. Ja, Pinguine. Wir verlieren hier keine Zeit damit, Sie darüber aufzuklären, dass Ihr Gehirn beim Wort „Pinguin“ eigentlich an einen Pinguin denkt, während Sie in Wahrheit einen Pinguin (oder eben einen Alkenvogel) meinen, schauen Sie einfach bei Wikipedia nach.
Ein weiterer bemerkenswerter Ort, um die Gegend aufzusaugen, ist die Anhöhe der Salzwiesen, die die beiden Traicts trennt: Ein Ort namens Sissable, der nach letztem Stand (Mai 2014) immer noch nicht ausgeschildert ist. Wenn Sie über die D245 zurück nach Guérande fahren, biegen Sie am Ortsausgang von Batz-sur-Mer links auf die Route des Marais ab. Halten Sie Ausschau nach den einzigen Bäumen in der Umgebung (etwa 2 km Luftlinie entfernt), an deren Fuß ein Gebäude mit moderner Architektur steht. Wenn Sie den Weg dorthin intuitiv finden, können Sie Ihr Fahrzeug auf dem kleinen Parkplatz vor dem Privatgrundstück von Sissable abstellen und den Blick auf den Grand Traict zur Linken oder den Petit Traict zur Rechten genießen. Wenn am Ende des Tages die Sonne auf ihrem Weg zum Meer Ihre Wangen wärmt, werden Sie sicher einen dieser besonderen, ökologischen Momente in Ihrem Gedächtnis speichern, einen jener Augenblicke, in denen man sich seiner bescheidenen, fast lächerlichen Zugehörigkeit zu einem unergründlichen Großen Ganzen bewusst wird. Es sei denn, Sie haben einfach nur Lust auf noch einen Crêpe.
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3 ans d'étude à Nantes mais j'avoue n'avoir jamais eu l'occasion de visiter le Croisic, malgré tout le bien qu'on m'en a dit :(