"Ein Zug kann den anderen verdecken"
Wer Eurostar hört, denkt meist sofort an den berühmten Hochgeschwindigkeitszug, der durch den Kanaltunnel in nur 2 Stunden und 15 Minuten von Paris nach London fährt. Das galt vor allem für die Zeit von 1994 bis Mai 2022. Seit dem 1. Mai 2022 verbirgt sich hinter dem Namen Eurostar jedoch mehr: Auch die roten und weißen Thalys-Züge, die seit 1996 zwischen Frankreich, Belgien, den Niederlanden und Deutschland verkehren, gehören nun dazu.
In der Realität haben die beiden Giganten des Schienenverkehrs beschlossen, ihre Expertise, Leidenschaft und Stärke zu bündeln, um eine einzige, schlagkräftigere Einheit zu bilden: die Marke Eurostar Group. Diese hat sich dazu entschieden, den Namen Eurostar beizubehalten und auf dessen Bekanntheit zu setzen, um sich auf europäischer Ebene zu etablieren.
Ein Name, aber mehr Ziele
Der Start ist geglückt. Mit heute 5 Ländern (Frankreich, Belgien, Niederlande, Deutschland und Vereinigtes Königreich) und einem Einzugsgebiet von 245 Millionen Einwohnern, bedient durch 51 Hochgeschwindigkeitszüge (25 Eurostar und 26 Thalys), positioniert sich die neue Eurostar Group bereits als das größte internationale Hochgeschwindigkeitsnetz in Westeuropa. Sie verbindet Brüssel, Paris, London, Amsterdam, Köln sowie rund ein Dutzend weitere europäische Ziele mit Zügen, die Geschwindigkeiten von bis zu 300 km/h erreichen. Lediglich im Kanaltunnel ist die Geschwindigkeit auf 160 km/h begrenzt. Eine beachtliche technische Leistung für die Eurostar Group, die das nächste Kapitel der Eisenbahngeschichte schreiben und die Verlagerung von der Straße und dem Flugzeug auf die Schiene vorantreiben will.
Auto und Flugzeug unter Druck
Um eine attraktive Alternative zum Straßen- und Luftverkehr zu bieten, setzt das neue Unternehmen, an dem die SNCF die Mehrheit hält, vor allem auf umweltfreundliche Züge und optimalen Komfort: kostenloses und schnelles WLAN an Bord, Steckdosen an jedem Sitzplatz, Bordbistro, eine Null-Plastik-Politik, Wickelbereiche für Babys und mehr. Weitere Stärken der Marke sind ihre 3 Reiseklassen, das Treueprogramm, die bis zu 7 Tage vor Abfahrt änderbaren und stornierbaren Tickets sowie Lounges. Diese Services stehen sowohl Eurostar- als auch Thalys-Passagieren über eine zentrale Website zur Verfügung, auf der man Tickets buchen, Fahrpläne einsehen und Angebote finden kann.
Ich hatte die Gelegenheit, zweimal mit dem Eurostar zu fahren, und jedes Mal hat mich der Preis überrascht. Die Tickets sind im Vergleich zum Flugzeug wirklich teuer. Der Service an Bord ist in Ordnung, dazu gibt es nichts Besonderes zu berichten. Auch wenn es weniger umweltfreundlich ist, werde ich aus Budgetgründen leider doch eher das Flugzeug wählen.