Mumbai, oder Bombay, ist die Hauptstadt des Bundesstaates Maharashtra in Indien und fungiert als das wirtschaftliche sowie finanzielle Machtzentrum des Landes. Die Metropole, die Teil eines Ballungsraums mit über 18 Millionen Einwohnern ist, entstand ursprünglich auf sieben Inseln, die um das Jahr 1845 miteinander verbunden wurden. Das Archipel wurde 1534 von portugiesischen Siedlern entdeckt, doch erste Spuren menschlicher Besiedlung reichen bis ins Jahr 250 vor Christus zurück. Weltweit ist Mumbai vor allem für seine Filmindustrie, das berühmte Bollywood, bekannt sowie als Wohnort von Gandhi, der von dort aus 1947 seine gewaltfreie Bewegung für die Unabhängigkeit des Landes startete.
Das Erbe der britischen Kolonialzeit
Die koloniale Vergangenheit hat Mumbai tief geprägt, insbesondere durch die Ansiedlung der Compagnie Anglaise des Indes Orientales (Britische Ostindien-Kompanie) Mitte des 17. Jahrhunderts und die spätere britische Verwaltung ab 1857. Das viktorianische architektonische Erbe ist in den zentralen Stadtteilen rund um den Oval Maidan besonders präsent, wo eine beeindruckende Ansammlung von neugotischen Gebäuden und Art-déco-Strukturen erhalten geblieben ist.
Dort befinden sich der High Court von Bombay, die Universität und die bekannte Rajabai-Uhrturm, der mit seiner Architektur an seinen Cousin in London, den Big Ben, erinnert. Nur wenige Schritte entfernt sollten Besucher die Chhatrapati Shivaji Terminus, die zum UNESCO-Welterbe gehört, oder das Chhatrapati Shivaji Maharaj Vastu Sangrahalaya (ehemals Prince of Wales Museum) nicht verpassen.
Eine Stadt der Kontraste
Wie viele andere indische Großstädte ist Mumbai geprägt von geschäftigen Straßen und riesigen Freiluftmärkten wie dem Chor Bazaar, wo man hervorragend an den Ständen zu Mittag essen kann. Die sozialen Unterschiede sind deutlich sichtbar, da mehr als jeder zweite Einwohner in informellen Siedlungen lebt. Im Süden konzentrieren sich im Viertel Colaba und entlang der Uferpromenade Marine Drive die touristischen Aktivitäten. In dieser Umgebung befindet sich auch das Wahrzeichen der Stadt, das Gateway of India, das zu Ehren des britischen Königs Georg V. errichtet wurde. Direkt gegenüber wirkt das Luxushotel Taj Mahal Palace mit seiner Mischung aus mogulischen und viktorianischen Stilelementen fast wie aus einer anderen Zeit.
Mumbai abseits der Touristenpfade
Auf der Westseite der Promenade Marine Drive verbergen sich einige ruhige Oasen, darunter die Hanging Gardens oder Ferozeshah Mehta, die hoch oben auf dem Malabar Hill liegen. In der Nähe befindet sich zudem das Banganga Tank, ein heiliges Wasserbecken, das von zahlreichen hinduistischen Tempeln umgeben ist.
Nutze deinen Aufenthalt in Mumbai für einen Ausflug zur Elephanta-Insel, auf der sich ein Ensemble aus hinduistischen Tempeln und Skulpturen aus dem 6. Jahrhundert befindet. Abenteuerlustige finden im Sanjay Gandhi Nationalpark im Norden der Stadt einen riesigen Naturpark, der nicht nur eine beachtliche Tierwelt beheimatet, sondern auch ein bedeutendes buddhistisches archäologisches Areal umfasst.
Wann ist die beste Reisezeit?
Mumbai liegt in einer tropischen Klimazone. Die angenehmste Zeit für einen Besuch ist die Trockenzeit, die im Winter zwischen November und Februar liegt.
Anreise und Fortbewegung
Mumbai verfügt über einen internationalen Flughafen, der die meisten westlichen Metropolen direkt anbindet. Vor Ort ist die Metro ein praktisches Verkehrsmittel. Die traditionellen Rikschas sind im Stadtzentrum hingegen verboten.