Mysore, die Stadt, die nach Jasmin und Sandelholz duftet
In Mysore verströmen die Straßen rund um den Devaraja-Markt schon am frühen Morgen eine Mischung aus Kurkuma, frischem Jasmin und Sandelholz. Diese Stadt im Karnataka war einst die Hauptstadt eines Fürstenstaates und bewahrt sich bis heute eine leicht nostalgische, königliche Eleganz, geprägt von ockerfarbenen Palästen und breiten, von Bäumen gesäumten Alleen.
Mysore ist deutlich entspannter und weniger hektisch als das etwa drei Autostunden entfernte Bangalore. Reisende kommen wegen des Amba Vilas-Palastes, bleiben aber oft für die traditionellen Yogakurse, die Gewürzmärkte und das goldene Licht, das am späten Nachmittag über die Chamundi-Hügel fällt.
Ist dieses Ziel das Richtige für dich?
Mysore ist ideal für alle, die sich Zeit nehmen möchten, durch belebte Märkte schlendern wollen, ohne im Massentourismus unterzugehen, und sich für die indische Geschichte begeistern, ohne nur die klassischen Pfade in Rajasthan oder Kerala zu verfolgen. Zudem ist die Stadt eine Top-Adresse für Yoga-Fans, da sie als eine der Geburtsstätten des modernen Ashtanga gilt.
Wenn du hingegen nach Strand, ausschweifendem Nachtleben oder stark westlich geprägter Infrastruktur suchst, wirst du hier womöglich nicht glücklich. Mysore bleibt im Rhythmus eine typisch indische Stadt, in der dich stellenweise der Lärm und der Roller-Verkehr erwarten.
Geeignet für:
- Liebhaber von Geschichte und indo-sarazenischer Architektur
- Yoga- und Wellness-Begeisterte
- Reisende, die eine ruhigere Alternative zu Bangalore oder Chennai suchen
- Fans von Märkten und lokalem Kunsthandwerk wie Seide und Sandelholz
Weniger geeignet für:
- Fans von intensivem Nachtleben
- Reisende, die Strandurlaub oder pures Nichtstun suchen
- Menschen, die mit indischem Stadtlärm und chaotischem Verkehr überfordert sind
Ein im Vergleich zu Europa günstiges Reiseziel
| Posten | Spanne |
|---|---|
| Übernachtung einfaches Hotel | 8 bis 15 Euro |
| Übernachtung komfortables Hotel | 25 bis 50 Euro |
| Streetfood (Thali, Dosa) | 1 bis 3 Euro |
| Restaurantbesuch | 5 bis 10 Euro |
| Transport und Aktivitäten pro Tag | 5 bis 10 Euro |
| Tagesbudget Backpacker | 15 bis 25 Euro |
| Tagesbudget Komfort | 40 bis 70 Euro |
Preise sind Richtwerte und können variieren.
Praktische Tipps für deine Reise
Zwischen März und Mai kann die Hitze drückend sein, mit Temperaturen, die häufig die 35°C-Marke überschreiten. In Hotels und an Sehenswürdigkeiten kommst du mit Englisch gut durch, auf den lokalen Märkten dominiert jedoch Kannada.
Die allgemeine Sicherheitslage ist gut, da Mysore als deutlich ruhiger als die großen indischen Metropolen gilt. Alleinreisende Frauen sollten dennoch die üblichen Vorsichtsmaßnahmen in Indien beachten: Meide nachts einsame Straßen und nutze bevorzugt Tuk-Tuks, die dir von deiner Unterkunft empfohlen werden.
Der Palast und das königliche Viertel
Der Amba Vilas-Palast ist das historische Herz der Stadt und vereint hinduistische, mogulische und gotische Einflüsse in einer wahren Explosion aus Kuppeln und farbigen Glasfenstern. Die nächtliche Beleuchtung am Sonntagabend mit fast 100.000 Glühbirnen zieht zwar viele Menschen an, ist aber ein unvergessliches Erlebnis.
Rund um den Palast erstreckt sich ein Viertel mit kolonialen Verwaltungsgebäuden und kleineren Tempeln wie dem Sri Chamarajendra-Tempel, die deutlich weniger überlaufen sind.
Geheimtipp: Um den großen Andrang am Sonntagabend zu vermeiden, besuche den Palast unter der Woche tagsüber und beobachte die Beleuchtung später nur von außerhalb der Tore, ohne für den abendlichen Einlass bezahlen zu müssen.
Devaraja Market und das bunte Treiben
Der Devaraja-Markt ist ein Fest für die Sinne und bietet einen direkten Einblick in den Alltag der Bewohner von Mysore. Blumenketten, Pyramiden aus farbigem Farbpulver für religiöse Rituale und Stände mit Sandelholz machen ihn zu einem der fotogensten überdachten Märkte in Südindien.
In den umliegenden Gassen findest du die landesweit geschätzte Mysore-Seide sowie Skulpturen aus Sandelholz, dem traditionellen Kunsthandwerk der Region.
Der Chamundi-Hügel und der Panoramablick
Auf etwa 1000 Metern Höhe thront der Chamundeshwari-Tempel über der Stadt. Du erreichst ihn zu Fuß über eine Treppe mit über 1000 Stufen, die von einer heiligen Stierstatue bewacht wird, oder ganz bequem mit dem Auto.
Der Ausblick über Mysore und die Umgebung, besonders zum Sonnenuntergang, ist den Weg selbst für diejenigen wert, die weniger an den religiösen Aspekten interessiert sind.
Wo kann man in Mysore essen und trinken?
Mysore Pak, eine Süßigkeit auf Basis von Ghee, Zucker und Kichererbsenmehl, ist eine lokale Spezialität, die du in einer der traditionellen Konditoreien im Stadtzentrum probieren musst. Für eine vollwertige Mahlzeit ist ein vegetarisches Thali, serviert auf einem Bananenblatt, ein authentisches und günstiges Erlebnis.
Kaffeeliebhaber sollten den Filter Coffee aus Karnataka probieren. Er wird schaumig in einem kleinen Metallgefäß serviert und unterscheidet sich deutlich vom westlichen Espresso.
Wo übernachten?
Das Viertel rund um Nazarbad und den Bahnhof ist ein guter Kompromiss, um zentral und doch relativ ruhig zu wohnen. Hier gibt es einige Unterkünfte der mittleren Kategorie. Für einen authentischeren Aufenthalt bieten sich einige Gästehäuser in der Nähe des Palastes an, von denen aus du die wichtigsten Sehenswürdigkeiten zu Fuß erreichen kannst.
In der Umgebung, besonders in den grüneren Vororten nahe der Chamundi-Hügel, findest du ruhigere Optionen, die sich ideal für eine Kombination aus Stadtbesichtigung und Yoga-Retreat eignen.
Anreise nach Mysore
Der Flughafen Mysore (MYQ) bietet nur begrenzte Inlandsflüge an. Die meisten internationalen Reisenden kommen über Bangalore, das von vielen europäischen Städten direkt angeflogen wird. Von Bangalore erreichst du Mysore in etwa 3 Stunden mit dem Auto oder dem Zug.
Von Deutschland, Österreich oder der Schweiz aus solltest du mit einer Flugdauer von 10 bis 14 Stunden inklusive Zwischenstopp rechnen. Die Preise schwanken je nach Saison stark und liegen oft zwischen 500 und 900 Euro für einen Hin- und Rückflug.
Unterwegs vor Ort
Das historische Zentrum lässt sich problemlos zu Fuß erkunden, da die Wege zwischen Palast, Markt und den wichtigsten Tempeln kurz sind. Für längere Strecken sind Tuk-Tuks (Auto-Rikschas) das praktischste und günstigste Verkehrsmittel.
Apps wie Ola ermöglichen es dir, Taxis oder Rikschas zum Festpreis zu buchen, was dir das manchmal mühsame Verhandeln mit den Fahrern erspart.
Die beste Reisezeit
Die ideale Reisezeit liegt zwischen Oktober und März, wenn die Temperaturen moderat sind und du die Stadt gut zu Fuß erkunden kannst. Das Dasara-Festival im September oder Oktober verwandelt die Stadt in zehn Tage voller Feierlichkeiten und Lichterglanz, ein besonderes Erlebnis, allerdings auch die Zeit mit dem höchsten Besucheraufkommen.
Vermeide wenn möglich April und Mai, da die Hitze für ausgiebige Besichtigungen im Freien oft zu anstrengend wird.
Mysore ist eine Goldstadt in Südindien! Man kann hier gut essen, die Stadt ist weniger hektisch als andere Metropolen und man findet dort einzigartige Orte. Zuerst einmal ist der Palast ein absolutes Muss. Wahnsinnsarchitektur ist hier angesagt. Wenn ihr wie ich das Glück habt, kommt am späten Nachmittag, um die Beleuchtung unter dem Jubel der staunenden Besucher zu erleben. Tausende Glühbirnen erleuchten das Gelände, einfach herrlich! Ich mochte es auch, durch die Gänge des Marktes von Mysore zu schlendern, ein Tempel für Obst, Gemüse und vor allem Blumen, die in Tausenden verkauft werden, oft in Form von Girlanden, wunderschön!