Das Vogelreservat Ranganathittu, das Kashi der Vögel in Karnataka
Sechs Inseln ragen aus den türkisblauen Wassern des Kaveri hervor und bilden ein grünes Archipel, in dem mehr als 170 Vogelarten ein Zuhause gefunden haben. Das als Pakshi Kashi (Vogelparadies) bekannte Reservat ist das größte Vogelschutzgebiet in Karnataka. Das Flügelschlagen der Buntstörche, die Rufe der Eisvögel und die im Wasser lauernden Krokodile ergeben eine einzigartige natürliche Symphonie.
Warum fasziniert Ranganathittu Ornithologen aus der ganzen Welt?
Die Geschichte von Ranganathittu begann zwischen 1645 und 1648, als König Kanteerava Narasimharaja Wadiyar einen Damm am Kaveri errichten ließ. Die dabei entstandenen Inseln zogen schnell zahlreiche Vögel an. Im Jahr 1940 besuchte der berühmte indische Ornithologe Dr. Salim Ali den Ort und überzeugte den Maharaja von Mysore davon, dieses außergewöhnliche Gebiet unter Schutz zu stellen. Damit wurde das Reservat offiziell gegründet.
Im Februar 2022 erhielt Ranganathittu den Status als Ramsar-Gebiet, eine internationale Anerkennung seiner Bedeutung für die weltweite Artenvielfalt. Es liegt nur 16 Kilometer von Mysore und 3 Kilometer vom historischen Srirangapatna entfernt, erstreckt sich über 0,67 Quadratkilometer und empfängt jedes Jahr fast 300 000 Besucher.
Spektakuläre Artenvielfalt im Wandel der Jahreszeiten
Die Standvögel, die ständigen Stars des Heiligtums
Das ganze Jahr über beherbergt das Reservat eine beeindruckende Population an Standvögeln. Buntstörche bauen ihre massiven Nester in den Arjuna-Bäumen, die die Inseln säumen. Löffler stochern mit ihren charakteristischen Schnäbeln im seichten Wasser, während Rußibis die Ufer abschreiten.
Kormorane trocknen ihre ausgebreiteten Flügel nach ihren Tauchgängen auf den Felsen. Weiße Reiher und Graureiher stehen unbeweglich da und beobachten jede Bewegung im Wasser. Bunte Eisvögel schießen wie türkisfarbene Pfeile vorbei. Etwa 50 Pelikane haben Ranganathittu zu ihrem festen Wohnsitz gemacht.
Die winterliche Invasion der Zugvögel
Von November bis März ändert sich das Bild grundlegend. Bis zu 40 000 Zugvögel strömen nach Ranganathittu, um dem sibirischen Winter zu entkommen oder aus Australien und Lateinamerika anzureisen. Der Himmel belebt sich durch Formationen aus Pelikanen mit makellosem Gefieder. Manchmal fügen Flamingos ihre eleganten Silhouetten der Szenerie hinzu. Diese Zeit macht das Reservat zu einer wahren ornithologischen Hauptstadt.
Die Bootsfahrt, die einzige Art das Schutzgebiet zu erkunden
Der Zugang zu den Inseln erfolgt ausschließlich per Boot, was die Ruhe der nistenden Vögel garantiert. Traditionelle Coracles oder kleine Motorboote bringen dich ganz nah an die Tierwelt heran. Die einheimischen Bootsführer, oft ehemalige Fischer, kennen jeden Winkel des Reservats und entdecken auch die scheuesten Arten.
Während der etwa einstündigen Fahrt gleitest du zwischen Inseln hindurch, die mit Bambus, Feigenbäumen und Terminalia-arjuna-Bäumen bewachsen sind. Sumpfkrokodile sonnen sich mit leicht geöffneten Mäulern an den Ufern. Karnataka beheimatet hier seine größte Population an Süßwasserkrokodilen. Glattotter tauchen lautlos ab. In der Abenddämmerung verlassen Tausende von Flughunden ihre Schlafplätze.
Ein Rat vom Insider: Besuche das Reservat am besten früh morgens (direkt ab 9:00 Uhr) oder am späten Nachmittag, um die aktivsten Vögel zu beobachten und das ideale Licht zum Fotografieren zu nutzen. Meide die Mittagspause (13:30 bis 14:30 Uhr), in der die Boote nicht fahren. Wenn du am Wochenende kommst, musst du mit Wartezeiten rechnen: Miete lieber ein privates Boot statt eines geteilten, um ein ruhigeres und persönlicheres Erlebnis zu haben.
Praktische Informationen für einen gelungenen Besuch
Die beste Zeit für einen Besuch ist von Juni bis November, um die Nistzeit der heimischen Wasservögel zu erleben. Tausende Küken schlüpfen in dieser Zeit und sorgen für eine außergewöhnliche Betriebsamkeit in den Nestern. Für die Zugvögel solltest du deinen Besuch zwischen Dezember und März planen.
Was du unbedingt dabei haben solltest:
- Ein Fernglas, um die Details des Gefieders zu beobachten
- Eine Kamera mit Teleobjektiv
- Wasser und Snacks (eine kleine Cafeteria ist vor Ort vorhanden)
- Einen Hut und Sonnencreme
- Bequeme Schuhe für den Spaziergang rund um das Reservat
Es gibt keine Übernachtungsmöglichkeiten direkt im Schutzgebiet. Die meisten Besucher wohnen in Mysore (16 km), einer Stadt mit Hotels in jeder Preisklasse, oder in Srirangapatna (3 km), das zwar näher liegt, aber weniger Auswahl bietet. Der Ort ist ideal für einen Tagesausflug ab Bangalore.
Ich kann einen Besuch in diesem Park nur wärmstens empfehlen, wenn ihr in Mysore seid. Man entdeckt dort viele heimische Vogelarten. Es wird eine Bootsfahrt angeboten, bei der man den Tieren sehr nahe kommen kann. Wir sind sogar Krokodilen begegnet. Der Ort ist ziemlich ruhig, es war nicht viel los, als wir dort waren.