Mangalore besuchen
Mangalore, oder Mangaluru, ist eine indische Metropole im Süden des Landes, gelegen im Bundesstaat Karnataka direkt an der Arabischen See. Mit über 600.000 Einwohnern ist die Stadt maßgeblich durch ihren Hafen geprägt. Über 75 Prozent der indischen Kaffee- und Cashewnuss-Exporte werden von hier aus verschifft. Die Geschichte des Ortes reicht weit zurück. Bereits Plinius der Ältere erwähnte die Stadt in seinen Schriften im 1. Jahrhundert. Der europäische Einfluss begann ab 1498, als Vasco da Gama auf St Mary's Island landete, etwa 60 Kilometer nördlich der Stadt. Mangalore ist nicht nur das Zentrum der Tuluva-Kultur, sondern auch ein multikultureller Schmelztiegel, der durch jahrhundertelangen internationalen Handel mit der ganzen Welt geformt wurde.
Eine dynamische Hafenstadt
Mangalore beherbergt einen der ältesten und bedeutendsten Häfen Indiens, der im 6. Jahrhundert durch den Pfefferhandel einen ersten Aufschwung erlebte. Heute präsentiert sich die Stadt modern mit Geschäftsvierteln, Hochhäusern, Einkaufszentren und Industriekomplexen. Auch das erste und einzige 3D-Planetarium in Indien wurde hier errichtet.
Die kulturelle Vielfalt zeigt sich vor allem in den zahlreichen religiösen Stätten, die den Hinduismus, Katholizismus und Islam repräsentieren. Der Kadri Manjunath Temple, der 1068 erstmals errichtet wurde, beherbergt einige sehr alte hinduistische Relikte. Ein Besuch in der Chapelle Saint Louis de Gonzagues lohnt sich ebenfalls. Die 1885 von Jesuitenmissionaren erbaute Kapelle beeindruckt mit kunstvollen Verzierungen und farbenfrohen Fresken. Der modernere Kudroli Gokarnath Temple ist ein weiteres Highlight. Der dem Gott Shiva gewidmete Marmortempel gruppiert sich um ein heiliges Wasserbecken. Bevor du an den Stränden von Panambur oder Tannirbhavi entspannst, solltest du den Fischmarkt am alten Hafen besuchen. Dort lassen sich die besten lokalen Spezialitäten auf Basis von frischem Fisch und Kokosmilch probieren.
Kulturelles und natürliches Erbe in Karnataka
Im Osten wird Mangalore von den Westghats begrenzt, einem Gebirgszug und Waldgebiet, das zum UNESCO-Welterbe gehört. Es lohnt sich, Ausflüge zu den Cascades Hanuman Gundi oder zum fort Jamalabad zu unternehmen, die beide im beeindruckenden Nationalpark Kudremukh liegen. Ebenfalls sehenswert ist die 17 Meter hohe monolithische Statue von Bahubali. Auch das Küstendorf Udupi ist ein spiritueller und kulinarischer Anziehungspunkt in dieser Region.
In der Stadt selbst könnten dich einige Traditionen der Tulu-sprachigen Gemeinschaft überraschen, wie etwa die Yakshagana, eine Form des Volkstheaters und Tanzes, die oft die ganze Nacht andauert.
Wann ist die beste Reisezeit?
Die ideale Zeit für einen Besuch in Mangalore und Umgebung ist der Winter, vor allem zwischen Oktober und April.
Wie kommt man hin?
Mangalore ist problemlos per Flugzeug von Mumbai, Bangalore und Chennai aus zu erreichen. Alternativ bieten sich Züge oder Fernbusse an, die eine gute Anbindung an die großen Städte Südindiens wie Bangalore, Cochin oder Goa gewährleisten.