Die Pfalzkapelle besichtigen
Auch wenn der Palazzo dei Normanni (Normannenpalast) heute als Sitz der Assemblea regionale siciliana (sizilianisches Regionalparlament) fungiert, ist er in erster Linie ein architektonisches Meisterwerk, das Strenge mit filigraner Kunst vereint. Die ehemalige punische Festung aus dem 7. Jahrhundert vor unserer Zeitrechnung wandelte sich über die Jahrhunderte hinweg und integrierte dabei geschickt arabische wie normannische Einflüsse. Das Gebäude, das die historische Altstadt von Palermo prägt, beherbergt mit der Pfalzkapelle ein Kleinod von Weltrang. Als Teil des Palastkomplexes und UNESCO-Welterbe ist ihre kunstvolle Gestaltung für viele Besucher der absolute Höhepunkt.
Christliche Tradition trifft auf byzantinische Kunst
Erbaut unter Roger II., dem ersten normannischen König von Sizilien, wurde die Pfalzkapelle im Jahr 1143 fertiggestellt. Die den Heiligen Petrus und Paulus geweihte Kapelle ist ein beeindruckendes Beispiel für die Verschmelzung verschiedener Kulturen. Drei Kirchenschiffe, die durch zwei Reihen aus Marmor- und ägyptischen Granitsäulen gegliedert werden, bilden das Grundgerüst. Doch erst die byzantinische Kunst verleiht dem Ort seine Einzigartigkeit. Die detailreichen Mosaike, die den gesamten Innenraum auf goldenem Grund schmücken, zeigen Szenen aus dem Leben der Heiligen sowie Darstellungen aus der Genesis. Das einfallende Licht durch die schmalen Fenster verstärkt den Glanz dieser Arbeiten. Die Decke ist ein herausragendes Beispiel für die Verbindung von muslimischer Ästhetik und christlicher Tradition, wobei die Muqarnas (arabische Wabenstruktur) Sterne und Kreuze harmonisch vereinen, während der Marmorboden komplexe geometrische Muster bildet. Die Fülle an Details ist kaum zu erfassen. Guy de Maupassant beschrieb die Kapelle einst als das überraschendste religiöse Juwel, das je von menschlichem Geist erdacht und von Künstlerhand ausgeführt wurde. Bis heute hat dieser Ort nichts von seiner Faszination verloren.
Die Kapelle ist Teil der Besichtigung des Palais des Normands und wirklich wunderschön! Ich war etwas genervt, als ich in der Schlange stand und das Schild mit dem Fotoverbot sah, aber als ich erst einmal drin war, hat jeder Fotos gemacht, also war es egal! Die Vergoldungen, die Fresken, die Mosaike, kurzum die gesamte Ausstattung, sind einen Abstecher wert. Ein kleiner Minuspunkt: Der Eintrittspreis für den Palais des Normands ist doch etwas teuer (17 Euro an dem Tag).