Besuch der Chiesa del Gesù
Der Reichtum des sizilianischen Barock raubt einem oft den Atem. In dieser architektonischen Meisterleistung sticht die Chiesa del Gesù durch ein Dekor von unglaublicher Pracht hervor, an dem von 1658 bis ins 18. Jahrhundert unermüdlich gearbeitet wurde. Das Ergebnis im Herzen der Altstadt von Palermo ist beeindruckend. Während die Fassade des Gotteshauses eine fast schon strenge Schlichtheit ausstrahlt, verbirgt sich im Inneren eine unvergessliche Pracht, die den flamboyanten Stil der Sizilien perfekt verkörpert. Die Kirche wurde 1577 eingeweiht und im Laufe der Zeit mehrfach erweitert, wobei der Ausbau von 1636 besonders bedeutend war. Sie zählt heute zu den bemerkenswertesten Bauwerken der Stadt.
Atemberaubender Marmor und Kunstschätze hinter einer schlichten Fassade
Die Chiesa del Gesù grenzt an die ehemalige Casa Professa (das Jesuitenkolleg), die heute als städtische Bibliothek dient, und wuchs eng mit der Geschichte dieser Kongregation mit. Der Innenraum ist als lateinisches Kreuz angelegt und besteht aus drei Kirchenschiffen sowie acht Seitenkapellen. Vom ersten Moment an ist der Besucher überwältigt, denn vom Boden bis zur Decke erstreckt sich eine Fülle barocker Dekorationen. Marmor findet sich überall, etwa in den Basreliefs der Apsis, die von Gioacchino Vitagliano gemeißelt wurden. An den Wänden wurden Arabesken und florale Motive aus farbigem oder weißem Stein eingearbeitet, die den Raum zum Leuchten bringen. Fresken von Pietro Novelli schmücken die Kuppel, und zahlreiche weitere Künstler haben zum Prunk dieses spektakulären Innenraums beigetragen. Die Ansammlung von Stuckarbeiten, Intarsien, Skulpturen und Nischen macht die Kirche zu einem Aushängeschild des sizilianischen Stils. Statt Strenge regiert hier die pure Opulenz. Die 4000 Pfeifen der Orgel würden in dieser unendlichen Fülle an Ornamenten fast untergehen. Ein Museum, das Elemente der ursprünglichen Kirche sowie Gemälde und zahlreiche Werke aus Privatsammlungen beherbergt, ergänzt das Ensemble. Von der Krypta bis zur Sakristei gehört dieser Ort zu den beeindruckendsten Bauwerken der Region. Die Kirche zählt zudem seit 1892 zum künstlerischen Erbe Siziliens.
Ich hätte sie fast verpasst, weil sie bei meinem Besuch am Sonntagnachmittag geschlossen war, aber zum Glück habe ich mich dazu gezwungen, noch einmal vorbeizuschauen. Sie ist einfach herrlich! Der Stil ist sehr überladen, aber genau das macht den Reiz aus, weil man aus dem Staunen gar nicht mehr herauskommt. Die farbenfrohe Decke bildet einen Kontrast zu den eher weißen Wänden und jedes Gewölbe ist eine schöne Entdeckung! Ich habe auch das Museum und die Krypta besichtigt, aber das ist nicht das Interessanteste. Die Kirche an sich ist jedoch ein Muss!