Besuch der Kirche San Cataldo
Direkt an der Piazza Bellini gelegen, zieht sie nicht sofort alle Blicke auf sich. Doch sobald man die Kirche San Cataldo einmal wahrgenommen hat, fesselt sie den Betrachter. Besonders markant ist das Dach mit seinen drei leuchtend roten Kuppeln, die über dem fast würfelförmigen und rau wirkenden Baukörper thronen. Dieses Rot findet sich auch in den Kreuzen an der Eingangstür wieder und bricht die beinahe strenge Schlichtheit des Gebäudes. Diese ungewöhnliche Farbgebung ist der Auftakt zu einer besonderen Entdeckung. Wer dieses kleine Juwel der arabisch-normannischen Kunst in Palermo auslässt, verpasst etwas. In einer Stadt, die von sakralen Bauwerken mit üppigen barocken Überarbeitungen geprägt ist, besticht die Kirche durch ihre fast unveränderte Architektur aus dem 12. Jahrhundert.
Ein authentisches Bauwerk, bei dem die Architektur dominiert
Sie ist das einzige Überbleibsel eines prunkvollen Komplexes, der einst Maione da Bari, dem Großadmiral von Wilhelm I. von Sizilien, gehörte. Die zwischen 1154 und 1160 errichtete Kirche blickt auf eine erstaunliche Geschichte zurück. Bis 1787 stand sie unter dem Schutz der Benediktiner von Monreale, bevor sie ein Jahrhundert lang als Postamt diente. Der Architekt Giuseppe Patricolo gab ihr später ihre ursprüngliche Struktur und vor allem ihre mittelalterliche Seele zurück. Das war ein genialer Schachzug. In einer Stadt, in der man oft von Mosaiken und Gold glänzenden Verzierungen geblendet wird, liegt die Schönheit der Kirche San Cataldo in der reinen Steinmetzkunst. Einzig ein prächtiges Bodenmosaik ist als Innendekoration erhalten geblieben. Die nackten Wände lassen die Architektur wirken, die eine gelungene Verbindung aus arabischen und normannischen Stilelementen darstellt, wie sie für Sizilien so typisch ist. Der Raum ist klar gegliedert: Drei Schiffe werden durch vier Säulen getrennt, die gemeinsam mit den Rundbögen die drei charakteristischen roten Kuppeln tragen. Einige der Säulen sind mit verzierten Kapitellen geschmückt und das Gesamtbild wirkt äußerst stimmig. Die Kreuzgewölbe tragen zum besonderen Charme bei, und der Blick unter der zentralen Kuppel ist beeindruckend. Aufgrund ihrer ganz eigenen Atmosphäre ist die Kirche San Cataldo definitiv einen Besuch wert.
Manche würden vielleicht sagen, dass ihr der Charme fehlt, weil sie so schlicht ist (wenn man sie mit den anderen Kirchen in der Nähe vergleicht!), aber ich mochte sie trotzdem. Man muss Eintritt zahlen, etwa 2 Euro, oder weniger, wenn man die Kirchen-Tour macht und diesen Zettel hat, den man beim ersten Besuch eines der Standorte bekommt. Kurz gesagt, ich fand sie gerade wegen ihrer Andersartigkeit hübsch und das kleine rote Kreuz fand ich richtig faszinierend!