Besuch beim Prätoria-Brunnen
Auf der Piazza Pretoria, dem legendären Platz im historischen Zentrum von Palermo, mangelt es nicht an prächtigen Bauwerken. Doch trotz der herrschaftlichen Paläste, des Palazzo Pretorio, in dem die Stadtverwaltung ihren Sitz hat, oder der Kirche Santa Caterina zieht nur ein Monument alle Blicke auf sich: der Prätoria-Brunnen, der den Platz fast vollständig ausfüllt. Als monumentale Hommage an die zwölf olympischen Gottheiten und die vier Flüsse der Stadt thront er inmitten dieser beeindruckenden Kulisse und besticht durch die Anmut seiner Skulpturen.
Ein monumentales Werk mit anrüchigem Ruf
Obwohl der Brunnen heute wie in einer Schatulle auf der Piazza Pretoria ruht, befand er sich ursprünglich nicht an diesem Standort. Er wurde 1554 von Francesco Camilliani für Don Luigi Toledo geschaffen und schmückte dessen Privatgarten in Florenz. Nachdem der Besitzer in Schulden geraten war, musste er das Werk 1574 an die Stadtverwaltung von Palermo verkaufen. Der Umzug war eine logistische Meisterleistung, die den Abbau in 644 Einzelteile erforderte. Einige der 48 ursprünglichen Statuen überstanden den Transport nur schwer, andere gingen auf Umwegen verloren. Die mühsame Wiederzusammensetzung wurde 1581 abgeschlossen. Doch so sehr das Monument auch in seiner Schönheit strahlte, es stieß nicht bei jedem auf Gegenliebe. Manche sahen darin Symbole städtischer Korruption, und der Ort erhielt schnell den Beinamen Piazza della Vergona, Platz der Schande. Die Nacktheit der Statuen dürfte zu diesem Ruf beigetragen haben, zumal einige Figuren an Körperstellen beschädigt wurden, die als unanständig galten. Dabei sind die Götter des Olymps dort meisterhaft dargestellt. Sie umgeben vier Brücken mit Stufen, die zum zentralen Becken führen, und bilden ein beeindruckendes Gesamtkunstwerk. Drei Schalen thronen übereinander in der Mitte, wobei Bacchus, der hier eher mit Wein als mit Wasser assoziiert wird, das Ensemble krönt. Der Brunnen ist zudem eine Hommage an die Flüsse der Stadt: Oreto, Papireto, Mareldolce und Gabriele. Zum Schutz ist das Becken heute von einem Gitter umgeben. Ob bei Tageslicht oder durch die raffinierte Beleuchtung bei Nacht in Szene gesetzt, der Prätoria-Brunnen bleibt ein außergewöhnliches Denkmal.
Ein kleiner, unverzichtbarer Zwischenstopp, direkt neben der Kirche della Martorana. Der Brunnen ist sehr schön, die Gebäude drumherum auch, was für tolle Fotos sorgt. Vor allem, weil man nur um den Brunnen herumgehen kann. Das ist zwar schade für die Besichtigung an sich, aber besser, um Fotos voller Touristen zu vermeiden!