Marseille ohne Auto entdecken: Meine Tipps für 3 Tage

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Marseille in 3 Tagen ohne Auto entdecken? Absolut empfehlenswert! Hier ist unser kompletter Guide mit erprobten Routen, Wassertaxis und den schönsten Calanques.

Ich kam an einem Freitagmorgen im Juni am Bahnhof Saint-Charles an, mit einem Rucksack und absolut keinem Plan für einen Mietwagen. Drei Tage später hatte ich die Calanques durchwandert, die beste Bouillabaisse meines Lebens gegessen und ein Boot genommen, um in Les Goudes einen Pastis zu trinken. Und das alles, ohne jemals ein Lenkrad angefasst zu haben.

Falls Sie noch zögern, Marseille ohne Auto zu besuchen, sollte dieser Artikel Sie überzeugen. Ich teile hier meine komplette 3-Tage-Route mit Ihnen, inklusive der exakten Verkehrsmittel, die ich genutzt habe: Buslinien, U-Bahn-Stationen, Fährverbindungen. Handfest, erprobt und mit ein paar kleinen Stolpersteinen, die Sie sich so ersparen können.

Wie bewegt man sich in Marseille ohne Auto fort?

Bevor wir über das Sightseeing sprechen, klären wir die Grundlagen. Denn das ist DIE Frage, die immer wieder auftaucht: Kann man in Marseille wirklich auf ein Auto verzichten? Die kurze Antwort: Ja. Die lange Antwort: Ja, und es ist oft sogar deutlich entspannter.

Ankunft in Marseille: Der TGV als bester Ausgangspunkt

Blick auf Marseille vom Bahnhof Saint-Charles © Foto: Patrick Nouhailler

Von Paris aus benötigt der TGV etwa 3 Stunden und 15 Minuten bis zum Bahnhof Saint-Charles. Und dieser Bahnhof ist ein riesiger Pluspunkt: Er liegt mitten im Stadtzentrum, leicht erhöht auf einem Hügel. Wenn Sie hinausgehen, steigen Sie die monumentale Treppe hinunter und sind in 10 Minuten zu Fuß an der Canebière. Der Vieux-Port (Alte Hafen) ist nur 15 Minuten entfernt.

Mein Tipp: Denken Sie daran, Ihr Zugticket Paris-Marseille im Voraus auf der Website von SNCF Connect zu buchen. Wenn Sie die besten Angebote ergattern möchten, planen Sie Ihre Reise 2 bis 3 Monate im Voraus und bleiben Sie bei Datum und Uhrzeit flexibel.

⚠️ Gut zu wissen: Der Bahnhof Saint-Charles ist das Drehkreuz für den gesamten Nahverkehr in Marseille. U-Bahn-Linien M1 und M2, Straßenbahnen, Busse, alles startet von hier. Sie brauchen nichts weiter, um Ihren Aufenthalt zu beginnen.

Das RTM-Netz: U-Bahn, Straßenbahn, Bus und die Fähre

Marseille verfügt über 2 U-Bahn-Linien, 3 Straßenbahnlinien und über 80 Buslinien. Für einen 3-Tage-Aufenthalt ist der 72-Stunden-Pass für 10,80 € unschlagbar. Er bietet unbegrenzten Zugang zum gesamten RTM-Netz (U-Bahn, Straßenbahn, Bus, die Fähre im Vieux-Port).

Die zwei Linien, die Sie sich unbedingt merken sollten:

  • U-Bahn M1: Verbindet Saint-Charles mit dem Vieux-Port (2 Minuten, ja, wirklich nur 2 Minuten)
  • U-Bahn M2: Bedient Joliette (MuCEM), Notre-Dame du Mont (Cours Julien) und Rond-Point du Prado (Strände und Abfahrt der Busse zu den Calanques)

Die Fährverbindungen (Navettes maritimes): Marseilles bestgehütetes Geheimnis

Das ist mein absolutes Highlight in Sachen Transport. Jeden Sommer (von April bis Ende September) lässt die RTM Fährschiffe zwischen dem Vieux-Port, Pointe Rouge, L'Estaque und Les Goudes verkehren. Das ist keine touristische Rundfahrt: Es ist ein echtes öffentliches Verkehrsmittel, das von den Marseillais genutzt wird, um zur Arbeit zu kommen oder zum Baden zu fahren.

RTM-Fährverbindungen: Linien, Dauer und Preise (Saison 2025-2026)
Linie Dauer Preis Einzelfahrt Zeitraum
Vieux-Port → Pointe Rouge 20-25 Min. 5 € Ende April bis Ende September
Vieux-Port → L'Estaque 35 Min. 5 € Ende April bis Ende September
Pointe Rouge → Les Goudes 8 Min. 5 € Ende Mai bis Ende August
Vieux-Port → Les Goudes (via Pointe Rouge) 30-35 Min. 8 € Ende Mai bis Ende August

⚠️ Achtung: Die 24-Stunden-Pässe, 72-Stunden-Pässe und der CityPass beinhalten keinen Zugang zu den Fährschiffen. Sie müssen das Ticket zusätzlich bezahlen, ausschließlich in bar und direkt an Bord. Halten Sie also Kleingeld bereit!

Fahrräder, E-Scooter und zu Fuß gehen

Das Zentrum von Marseille ist kompakt. Vom Vieux-Port zum Viertel Le Panier, vom Panier zum MuCEM, vom MuCEM zur Kathedrale La Major: Alles ist in wenigen Minuten zu Fuß erreichbar. Für etwas längere Strecken (die Corniche, die Strände am Prado) sind elektrische Leihfahrräder (Le Vélo, Lime, Dott) eine hervorragende Wahl. Die App Géovélo ist perfekt, um die besten Radwege zu finden.

Tag 1: Das Herz von Marseille zu Fuß entdecken

Am ersten Tag nutzen wir fast gar keine öffentlichen Verkehrsmittel. Wir laufen, wir lassen uns treiben, wir saugen die Atmosphäre auf. Marseille entdeckt man am besten zu Fuß.

Der Vieux-Port am frühen Morgen

Der Vieux-Port von Marseille

Ich war um 8:30 Uhr dort, und das ist genau die richtige Zeit. Die Fischer verkaufen ihren nächtlichen Fang direkt am Quai des Belges, es riecht nach frischem Fisch und Meeresbrise, und die Möwen spielen ihre eigene Show. Die Ombrrière von Norman Foster (diese riesige Spiegelkonstruktion) reflektiert das Treiben in einer fast surrealen Atmosphäre.

Trinken Sie einen Kaffee im La Caravelle, im ersten Stock des Hôtel Bellevue auf der Südseite des Hafens. Es ist eine ehemalige Seemannskneipe mit einem fantastischen Blick auf die Boote. Der Ort hat eine Seele, die neueren Cafés einfach fehlt.

Le Panier: Sich im ältesten Viertel Frankreichs verlieren

Vom Vieux-Port aus gehen Sie die Montée des Accoules hinauf. Sie betreten das Panier, das älteste Viertel von Marseille (und eines der ältesten Frankreichs, vor 2.600 Jahren von den Griechen gegründet). Enge Gassen, bunte Fassaden, Wäsche, die an den Fenstern trocknet: Man fühlt sich wie in einem mediterranen Dorf inmitten einer Großstadt.

Meine persönlichen Highlights:

  • La Vieille Charité: Ein ehemaliges Hospiz aus dem 17. Jahrhundert, das heute ein Kulturzentrum ist. Die Arkaden-Architektur ist wunderschön und der Eintritt in den Innenhof ist kostenlos.
  • Place de Lenche: Terrassen mit Blick auf den Hafen, ideal für einen Aperitif schon am Mittag.
  • Street Art in der Rue du Petit Puits und der Rue du Panier: Wandbilder, Tags und Schablonenkunst. Das Viertel ist eine Galerie unter freiem Himmel.

Noailles: Der "Bauch von Marseille", den Reiseführer oft übersehen

Gehen Sie zurück Richtung Canebière und biegen Sie nach Noailles ab. Dieses multikulturelle Viertel ist der permanente Markt von Marseille. Lose Gewürze, Oliven, orientalisches Gebäck, sonnengereiftes Obst: Die Stände quellen auf die Gehwege über, ein herrlich lebendiges, mediterranes Chaos.

Hier habe ich für fast kein Geld zu Mittag gegessen. Ein libanesisches Sandwich, Baklava zum Nachtisch, alles zusammen für unter 8 € . Die Marseiller erledigen hier ihre täglichen Einkäufe, und das merkt man: Es ist weit und breit kein Tourist zu sehen (oder zumindest kaum einer).

💡 Tipp: Bleiben Sie in der Rue d'Aubagne bei der Herboristerie du Père Blaize stehen, die seit 1815 besteht. Ätherische Öle, Heilpflanzen, provenzalische Produkte: eine echte lokale Institution.

Sonnenuntergang an der Notre-Dame de la Garde (Bus 60)

Notre Dame de la Garde am späten Nachmittag

Am Ende des Tages geht es zur Bonne Mère. Vom Vieux-Port nehmen Sie den Bus 60 (Abfahrt direkt neben der Anlegestelle). In 15 Minuten sind Sie auf dem Gipfel, auf 154 Metern Höhe. Der 360°-Blick ist spektakulär: der Vieux-Port unter Ihnen, die Frioul-Inseln vor der Küste, das Calanques-Massiv im Süden.

Im Inneren der Basilika erzählen die byzantinischen Mosaike und die aufgehängten Schiffs-Votivgaben von zwei Jahrhunderten maritimer Hingabe. Die Marseiller hängen sehr an diesem Ort.

Mein Rat: Fahren Sie mit dem Bus hinauf, aber gehen Sie zu Fuß wieder hinunter. Der Spaziergang zurück zum Vieux-Port durch die kleinen Gassen dauert 20 bis 25 Minuten und bietet an jeder Ecke neue Perspektiven.

Tag 2: Calanques und Küste, 100 % autofrei

Das ist DER Tag, auf den alle warten, und die Frage, die Reisende ohne Auto am meisten stresst: Kann man die Calanques mit öffentlichen Verkehrsmitteln erreichen? Spoiler: Ja, und es ist sogar das, was der Nationalpark empfiehlt, um den Autoverkehr zu begrenzen.

Wander-Option: Bus + Fußweg bis Sugiton

Für Wanderer ist hier die Route, die ich genommen habe:

  • Metro M2 bis Rond-Point du Prado: Von Saint-Charles aus rechnen Sie mit 10 Minuten.
  • Bus 21 Richtung Luminy: Abfahrt von der Haltestelle Prado Métro, etwa 20 Minuten Fahrt.
  • Wanderung zur Calanque de Sugiton: 45 Minuten auf einem markierten Pfad, mittlerer Schwierigkeitsgrad. Der Weg führt durch die Garrigue hinunter und bietet immer atemberaubendere Ausblicke auf die Klippen und das türkisfarbene Wasser.

Das Baden in Sugiton ist einer dieser Momente, in denen man sich sagt: Ich bin in einem Nationalpark, mitten in wilder Natur, und bin einfach mit dem Bus hierhergekommen. Der Kontrast zur Stadt ist absolut.

Das ist das Beste an dieser Wanderung

  • Mit öffentlichen Verkehrsmitteln erreichbar, kein Auto nötig
  • Gut ausgeschilderter Weg, auch für weniger geübte Wanderer machbar
  • Kristallklares Wasser am Ziel, perfekt zum Baden
  • Kostenlos (abgesehen von der Anreise)

Das sollten Sie beachten

  • Im Sommer (Juni bis September) ist an bestimmten Tagen eine Reservierung für den Zugang zum Massiv zwingend erforderlich. Prüfen Sie dies auf der Website des Nationalparks Calanques.
  • Es gibt auf dem Weg weder Wasserstellen noch Verpflegungsmöglichkeiten: Nehmen Sie mindestens 1,5 Liter Wasser pro Person mit.
  • Der Rückweg erfolgt über denselben Pfad: Planen Sie genug Energie für den Aufstieg ein.
  • Festes Schuhwerk ist ein Muss, Flip-Flops sind hier fehl am Platz.

Bootstour: Kreuzfahrt durch die Calanques ab dem Vieux-Port

Keine Lust zu laufen? Die Ausflugsboote legen direkt im Vieux-Port ab. Mehrere Anbieter haben Touren von 2 bis 3,5 Stunden entlang der Calanques im Programm, mit Ausblicken vom Meer aus, die Wanderern verborgen bleiben.

Ich selbst habe schon die 2,25-stündige Tour gemacht, die an Sormiou, Morgiou und Sugiton vorbeiführt. Es ist weniger anstrengend als eine Wanderung, aber genauso beeindruckend. Die weißen Klippen, die steil ins Mittelmeer abfallen, vom Boot aus ist das ein echtes Spektakel.

⚠️ Buchen Sie im Voraus, besonders zwischen Mai und September. Die Plätze sind schnell weg und die Vormittagsfahrten (9:00, 9:30 Uhr) sind am beliebtesten. Rechnen Sie je nach Dauer mit 25 bis 35 €.

Tagesausklang: Apéro in Les Goudes mit dem Wassertaxi

Port des Goudes

Wenn Sie zwischen Ende Mai und Ende August hier sind, sollten Sie sich das nicht entgehen lassen. Nehmen Sie vom Vieux-Port aus das Wassertaxi nach Les Goudes (8 €, ca. 35 Min. über Pointe Rouge). Sie kommen in einem kleinen Fischerdorf an, das sich an die Felsen klammert, wie am Ende der Welt, mitten in Marseille.

Die Stimmung am Abend ist einfach magisch. Die weißen Fischerhütten, die schaukelnden Boote, das goldene Licht auf den Felsen. Ich habe dort einen Pastis auf einer Terrasse direkt am Meer getrunken und dachte mir: Allein dieses Dorf ist die Reise wert.

Zurück geht es wieder mit dem Boot (letzte Abfahrt von Les Goudes im Sommer gegen 20:20 Uhr) oder mit dem Bus 20, falls Sie lieber über die Straße zurückfahren möchten (rechnen Sie mit 45 Minuten bis ins Zentrum).

Tag 3: Kultur, Street Art und ein Ausflug nach L'Estaque

Der letzte Tag. Wir schalten einen Gang runter: etwas Kultur am Vormittag, ein Stadtbummel und zum krönenden Abschluss eine kleine Fahrt mit dem Schiff.

MuCEM und Fort Saint-Jean: Außenbereich kostenlos

Fort Saint-Jean

Vom Vieux-Port aus ist das MuCEM nur 10 Gehminuten entfernt (oder eine Station mit der U-Bahn M2, Haltestelle Joliette). Dieses Museum der Zivilisationen Europas und des Mittelmeers, entworfen von Rudy Ricciotti, ist ein spektakuläres Gebäude: ein durchbrochener Betonwürfel direkt am Meer.

Mein Tipp: Die Fußgängerbrücke, die Dachterrasse und die mediterranen Gärten des Fort Saint-Jean sind frei zugänglich und kostenlos. Sie können die Architektur und den Blick auf das Meer und die Kathedrale La Major genießen, ohne einen Cent auszugeben. Wenn Sie eine Wechselausstellung besuchen möchten, kostet der Eintritt 11 €.

Cours Julien: Das kreative Viertel von Marseille

Nehmen Sie die U-Bahn M2 bis Notre-Dame du Mont. Sie landen direkt auf dem Cours Julien, dem Künstlerviertel von Marseille. Es ist eine Welt für sich: Street Art an jeder Wand, Second-Hand-Läden, Plattenläden, unabhängige Buchhandlungen und Bars mit Craft-Bier auf den Terrassen.

Die Treppen am Cours Julien, die mit bunten Graffitis übersät sind, gehören zu den meistfotografierten Orten der Stadt. Aber das Viertel ist weit mehr als nur eine Instagram-Kulisse, es lebt. Samstags wimmelt es hier von Marseillais, die in der Sonne ein Glas trinken. Der perfekte Ort für einen Brunch oder ein Mittagessen, bevor es wieder nach Hause geht.

L'Estaque mit dem Wassertaxi: Der Kurztrip zum Abschluss

L'Estaque © photo : Ironie

Falls Ihr Zug erst am späten Nachmittag zurückfährt, planen Sie 2 bis 3 Stunden für diesen Ausflug ein. Vom Vieux-Port aus benötigt die Fähre nach L'Estaque etwa 35 Minuten und kostet 5 €. Die Überfahrt führt entlang der Nordküste von Marseille und bietet eine völlig neue Perspektive auf die Stadt.

L'Estaque ist ein ehemaliges Fischerdorf, das einst Künstler wie Cézanne, Braque und Dufy inspirierte. Wenn man das Licht dort sieht, versteht man sofort warum. Der Hafen ist winzig und farbenfroh, mit den typischen „Pointus“ (traditionelle Fischerboote), die friedlich am Kai schaukeln.

Ein kulinarischer Pflichtstopp: Probieren Sie unbedingt Panisses (frittierte Kichererbsenmehl-Fladen) und Chichis frégis (längliche Krapfen mit Zucker bestreut). Es ist einfach, bodenständig und absolut köstlich, L'Estaque ist für diese Spezialitäten berühmt.

Zurück geht es wieder mit der Fähre, dann sind es nur 5 Minuten mit der Metro vom Vieux-Port zum Bahnhof Saint-Charles, um Ihren TGV zu erreichen.

💡 Lust auf mehr? Wenn Sie der Marseille-Trip auf den Geschmack der Provence gebracht hat, habe ich einen ausführlichen Artikel über die guten Gründe für eine Reise in die Provence geschrieben. Ob Luberon, Alpilles oder Avignon, es gibt jenseits von Marseille so viel zu entdecken.

Wo übernachten in Marseille ohne Auto? Die besten Viertel

Die Wahl des Viertels ist entscheidend, wenn man kein Auto hat. Hier sind meine drei Empfehlungen, die alle in der Nähe einer Metrostation oder des Vieux-Port liegen.

Empfohlene Viertel für einen autofreien Aufenthalt in Marseille
Viertel Atmosphäre Anbindung Ideal für
Vieux-Port / Panier Touristisch, aber lebendig, historisches Herz Metro Vieux-Port (M1), alles zu Fuß erreichbar Erster Besuch, Paare
Cours Julien / La Plaine Böhmisch, Street Art, Bars und Restaurants Metro Notre-Dame du Mont (M2) Junge Reisende, Nachtschwärmer
Joliette / Euroméditerranée Modern, nah am MuCEM und Bahnhof Metro Joliette (M2), 5 Min. nach Saint-Charles Kurztrips, Geschäftsreisende

⚠️ Mein Tipp: Suchen Sie sich eine Unterkunft, die maximal 15 Gehminuten vom Bahnhof Saint-Charles oder einer Metrostation entfernt liegt. Das macht bei frühen Aufbrüchen zu den Calanques oder den Fähren am Vieux-Port einen riesigen Unterschied.

Meine praktischen Tipps für Marseille ohne Auto

Drei Tage in Marseille ohne Auto, ich war begeistert! Aber ich habe auch ein paar Dinge auf die harte Tour gelernt. Hier ist, was ich gerne vorher gewusst hätte.

  • Laden Sie die SNCF Connect App herunter: Bahntickets kaufen, Echtzeit-Fahrpläne, Routen und Verkehrsmeldungen... Sie können dort sogar Verbindungen für den Nahverkehr (Metro, Bus) finden.
  • Laden Sie die RTM App herunter: Echtzeit-Fahrpläne, Routen und Störungsmeldungen. Besonders für die Busse in Richtung Calanques und die südlichen Viertel ist sie unverzichtbar.
  • Kaufen Sie direkt bei der Ankunft den 72h-Pass: An den Automaten im Bahnhof Saint-Charles. Sie brauchen weder Foto noch Nachweise; der Pass ist anonym und ab der ersten Entwertung gültig.
  • Haben Sie Bargeld für die Fähren dabei: Tickets werden nur direkt an Bord und in bar verkauft. Keine Kartenzahlung, keine App.
  • Buchen Sie die Calanques-Bootstour online: In der Hochsaison sind die Plätze am Vormittag schnell weg. Am besten ein paar Tage im Voraus reservieren.
  • Nehmen Sie eine Trinkflasche und Sonnencreme mit: Klingt banal, aber zwischen den Calanques und Notre-Dame de la Garde ist man viel in der prallen Sonne unterwegs.
  • Prüfen Sie im Sommer den Zugang zu den Calanques: An Tagen mit extremer Hitze oder starkem Wind (Mistral) ist der Zugang zum Nationalpark eingeschränkt oder verboten. Die Website des Nationalparks veröffentlicht jeden Morgen aktuelle Infos.

Marseille ohne Auto: Mein Fazit nach 3 Tagen

Ehrlich gesagt hatte ich nicht erwartet, dass es so reibungslos klappt. Marseille hat den Ruf, eine chaotische Stadt zu sein, in der man sich nur schwer zurechtfindet. Und es stimmt, der Autoverkehr ist dort wirklich nervenaufreibend. Aber zu Fuß, mit der Metro und per Boot ist es eine ganz andere, wunderbare Erfahrung.

Was mir am besten gefallen hat? Die Fährverbindungen, ohne zu zögern. Marseille vom Wasser aus zu durchqueren, mit dem Wind, dem besonderen Licht und den vorbeiziehenden Klippen, das ist eine Art zu reisen, die mit einer Busfahrt absolut nicht zu vergleichen ist. Dass es sich dabei um ein öffentliches Verkehrsmittel für 5 € handelt, macht das Erlebnis umso schöner.

Marseille hat mich überrascht. Mit seiner rauen Schönheit, seiner Energie und seiner Großzügigkeit. Und damit, wie leicht man die Stadt ohne Auto entdecken kann, Viertel für Viertel, Bucht für Bucht. Wenn Sie eine Stadt im Süden suchen, die bequem mit dem Zug erreichbar ist und sich wunderbar zu Fuß erkunden lässt, dann ist das hier das richtige Ziel für Sie.

Gute Reise!

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