Besuch im MuCEM
Als Marseille im Jahr 2013 zur Kulturhauptstadt Europas ernannt wurde, kam der damalige Präsident Hollande in die Stadt, um ein Museum einzuweihen, dessen Planung bis ins Jahr 1990 zurückreicht. Mit diesem Bau stattete Frankreich seine zweitgrößte Stadt mit einer kulturellen Institution von nationaler Bedeutung aus.
Geschichte eines Leuchtturmprojekts
Das MuCEM, kurz für Musée des Civilisations de l'Europe et de la Méditerranée (Museum der Zivilisationen Europas und des Mittelmeerraums), ist das Ergebnis einer langen Entwicklung. Diese begann Ende des 19. Jahrhunderts mit dem musée d'Ethnographie du Trocadéro in Paris, gefolgt vom musée national des Arts et Traditions populaires (Nationalmuseum für Volkskunst und Traditionen) zur Mitte des 20. Jahrhunderts. Nachdem die Sammlungen des letzteren in den 70er Jahren in den Bois de Boulogne umgezogen waren, blieb der erhoffte Besucherandrang aus. Anfang der 90er Jahre wurde daher über eine Verlagerung in die Provinz nachgedacht.
Nach der Schließung des Musée national des Arts et Traditions populaires im Jahr 2005 und der Erweiterung der Sammlung um Stücke aus Nordafrika und dem Nahen Osten war die Entscheidung für Marseille nur konsequent. Das MuCEM wurde auf dem Gelände des Hangar J4 errichtet, jenem Ort, an dem einst die Schiffsverbindungen zwischen Marseille und Algier abfertigten.
Dieses Großprojekt mit einem Budget von 167 Millionen Euro zählt heute zu den bedeutendsten Museen Europas.
Das MuCEM und seine 4 Bereiche
Das Museum gliedert sich in vier Bereiche:
- Der J4 ist ein 72 Meter breiter Würfel, der von 309 Pfeilern getragen wird. Er beherbergt ein Auditorium, einen Kinosaal, einen Kinderbereich sowie verschiedene Buchhandlungen, Cafés und Restaurants.
- Das Fort Saint-Jean, das hoch über der Einfahrt zum Vieux-Port (Alter Hafen) thront, bietet einen 12.000 Quadratmeter großen Garten, eine Freifläche für Sommerveranstaltungen, Ausstellungsräume und einen historischen Rundgang.
- Das I2MP, das Institut méditerranéen des métiers du patrimoine (Mittelmeer-Institut für Kulturerbe-Berufe), fungiert als Ort für Fortbildungen und kulturellen Austausch.
- Schließlich umfasst das centre de conservation et des ressources (Zentrum für Konservierung und Ressourcen) Depots, einen Lesesaal und einen Ausstellungsbereich. Nach vorheriger Anmeldung können Besucher hier Objekte aus den Beständen des Museums aus nächster Nähe betrachten und untersuchen.
Mit rund 1 Million Objekten in seinen Sammlungen nimmt das MuCEM einen zentralen Stellenwert im kulturellen Leben Frankreichs ein.
Öffnungszeiten
*Angaben können sich ändern
Ich fand dieses Museum sehr angenehm zu besuchen, aber auch riesig! Zwischen den Wechsel- und Dauerausstellungen ist für jeden Geschmack etwas dabei. Ich bin mit ein bisschen mehr Wissen und hübschen Fotos wieder rausgekommen. Das Museum ist mit dem Fort Saint Jean verbunden: Wenn man ein paar Minuten läuft, entdeckt man einen tollen Außenbereich. Ein schöner Ort, um dort den Nachmittag zu verbringen!