Den Palais du Pharo besuchen
In Marseille, direkt über der Hafeneinfahrt gelegen, erhebt sich der Palais du Pharo mitsamt seinem weitläufigen Garten. Das prachtvolle Gebäude aus der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts dient heute als Tagungszentrum für Kongresse und verschiedenste Veranstaltungen.
Geschichte
Zwischen 1800 und 1850 erlebte der Seehandel in Marseille einen enormen Aufschwung, wodurch sich die Einwohnerzahl nahezu verdoppelte. Louis-Napoleon Bonaparte trieb in dieser Zeit den Ausbau und die Modernisierung der städtischen Infrastruktur voran. Im Jahr 1852 finanzierte er unter anderem den Bau des Palais de la Bourse (Börsenpalast) sowie die Sanierung des Hôtel-Dieu und des Port de la Joliette (Hafen von La Joliette). Da sich der französische Herrscher häufig in Marseille aufhielt, beschloss er, dort eine eigene Residenz zu errichten. Die Stadtverwaltung unterstützte dieses Vorhaben mit einer Million Francs für den Erwerb des Grundstücks.
Kaiser Napoleon III. beauftragte im November 1852 den Schweizer Architekten Samuel Vaucher mit der Planung des kaiserlichen Anwesens.
Nach vier Jahren intensiver Erdarbeiten zur Nivellierung des Geländes wurde im August 1858 der Grundstein gelegt. Doch bereits im November desselben Jahres kamen die Bauarbeiten aufgrund finanzieller Engpässe zum Erliegen und wurden anschließend nur noch im Schneckentempo fortgesetzt. Vaucher wurde für die Verzögerungen verantwortlich gemacht und durch Henri-Jacques Espérandieu ersetzt. Als das Kaiserreich 1871 zusammenbrach, war der Palast noch immer nicht fertiggestellt, weshalb der Kaiser dort nie residierte. Schließlich schenkte Kaiserin Eugénie das Anwesen im Jahr 1884 der Stadt.
In der Folgezeit diente das Gebäude als Krankenhaus, während die Seitenflügel die Faculté de médecine (medizinische Fakultät) und später das Institut de médecine tropicale des armées (Tropenmedizinisches Institut der Armee) beherbergten. Seit 2012 befindet sich dort der Hauptsitz der Université d'Aix-Marseille.
Der Palais du Pharo heute
Heute fungiert das Palais als Veranstaltungsort für die Stadt Marseille. Besonders eindrucksvoll sind die salles vitrées, construites sous les jardins du palais (unter den Gärten des Palastes errichtete Glasräume), die einen weiten Blick über den Vieux Port bieten.
Der Palais du Pharo verknüpft französische Geschichte mit moderner Nutzung und ist ein zentraler Anlaufpunkt bei einem Besuch in Marseille.
Der perfekte Ort für eine Pause abseits der Menschenmengen. Ich habe dort angehalten, um ganz in Ruhe auf einer Bank zu essen. Auch wenn das Gelände hauptsächlich für Kongresse genutzt wird, gibt es dort einen schönen Garten mit einem herrlichen Blick auf den Vieux-Port und das Mucem. Der Palais beherbergt außerdem ein kostenloses Museum. Ich war nicht drin, da ich lieber die schöne Außenanlage genossen habe, die den Abstecher sicherlich mehr wert ist.