Giverny, das Dorf, das die Kunstgeschichte veränderte
564 Einwohner, zwei Straßen, die einen normannischen Hügel hinabführen, rosa und grüne Häuser, die unter Glyzinien verschwinden. Eigentlich deutete nichts darauf hin, dass dieser Ort einmal zu den meistfotografierten Zielen Frankreichs werden würde. Doch Claude Monet änderte alles, als er 1883 hier seine Koffer auspackte.
Ist das Ziel das Richtige für dich?
Giverny ist vor allem für Kunst- und Gartenliebhaber ein Muss, aber auch für alle, die eine ländliche Auszeit weniger als zwei Stunden von Paris entfernt suchen. Das Dorf lässt sich wunderbar zu Fuß erkunden, im Juni liegt der Duft von Rosen in der Luft, und das besondere Licht entlang der nahen Seine erklärt sofort, warum die Impressionisten von dieser Region so fasziniert waren.
Wenn du jedoch mit kleinen Kindern reist, Menschenmassen meidest oder ein ausgeprägtes Nachtleben suchst, bist du hier falsch. Giverny ist winzig, die kulinarische Auswahl überschaubar, und zur Hochsaison bilden sich vor den Gärten von Monet Warteschlangen, die Geduld erfordern.
Geeignet für:
- Fans des Impressionismus und botanischer Gärten
- Paare auf einem romantischen Kurztrip ab Paris
- Fotografen auf der Suche nach dem speziellen Licht der Normandie
- Reisende, die Giverny mit Vernon oder Les Andelys an einem Tag kombinieren möchten
Weniger geeignet für:
- Reisende ohne Auto, die keine Lust auf den Shuttlebus ab Vernon haben
- Alle, die ein lebhaftes Nachtleben oder eine große gastronomische Vielfalt suchen
- Familien mit kleinen Kindern, die sich nicht für Gärten oder Malerei begeistern
- Reisende außerhalb der Saison: Die meisten Geschäfte schließen von Oktober bis März
Budget: Erschwinglich, aber Vorsicht bei Extras
Giverny ist preislich in Ordnung, solange man nicht bei jedem Hungergefühl auf die touristischen Adressen vor Ort angewiesen ist, wo die Qualität oft nicht den hohen Preisen entspricht. Es lohnt sich, ein Picknick in Vernon vorzubereiten.
| Posten | Richtwert |
|---|---|
| Übernachtung in einer Pension (in der Umgebung) | 60 bis 100 € |
| Übernachtung in einem komfortablen Hotel (Vernon oder Umland) | 100 bis 160 € |
| Kleiner Snack / Picknick | 10 bis 15 € |
| Restaurantbesuch vor Ort | 25 bis 45 € |
| Eintritt Monets Haus und Gärten | 12 bis 15 € (Erwachsene) |
| Eintritt Museum der Impressionisten | 7 bis 10 € (Erwachsene) |
| Tagesbudget bei sparsamer Planung | 40 bis 60 € |
| Tagesbudget mit Komfort | 80 bis 130 € |
Richtpreise, Änderungen vorbehalten
Praktische Infos
Giverny ist ein Dorf, keine Stadt. Es gibt weder eine Apotheke noch einen Geldautomaten, und Geschäfte sind außerhalb der Hauptstraße rar. Nimm also ausreichend Bargeld und alles Wichtige mit, bevor du ankommst.
Im Dorf selbst ist alles zu Fuß erreichbar. Um von der Bahnstation Vernon nach Giverny zu kommen, musst du etwa 5 km einplanen. Saisonale Shuttlebusse und Mietfahrräder am Bahnhof machen dich unabhängig vom eigenen Auto.
Tipp vom Experten: Wenn du mit dem Auto aus Paris anreist, meide die Wochenenden im Mai oder Juni zwischen 10:00 und 14:00 Uhr. Der Parkplatz ist schnell belegt und die Gärten sind überlaufen. Komme lieber unter der Woche direkt zur Öffnung um 9:30 Uhr.
Die Gärten von Monet: Mehr als nur ein Klischee
Das Haus und die Gärten von Claude Monet sind der Hauptgrund für einen Besuch und werden ihrem Ruf absolut gerecht. Schon das Haus selbst, mit seiner blau gekachelten Küche und den japanischen Drucken an den Wänden, erzählt so viel über Monet wie seine Bilder.
Der Clos Normand, der große Blumengarten vor dem Haus, explodiert von Mai bis September in einem Farbenmeer: Stockrosen, Kapuzinerkressen, Schwertlilien, Pfingstrosen. Jeder Weg ist wie eine malerische Komposition gestaltet. Über den Tunnel unter der Straße erreichst du den Wassergarten mit seiner berühmten japanischen Brücke und dem Seerosenteich. Genau hier, in dem durch Trauerweiden gefilterten Licht, ergibt alles einen Sinn.
Das Museum der Impressionisten
Nur wenige Schritte entfernt liegt das musée des Impressionnismes Giverny, das oft zu Unrecht hinter Monets Haus zurücktritt. Die Wechselausstellungen widmen sich dem Impressionismus und seinem Erbe auf hohem Niveau. Einst als Museum für amerikanische Kunst gegründet, erinnert es daran, dass Giverny Ende des 19. Jahrhunderts eine ganze Kolonie amerikanischer Maler anzog, die von Monet und dem Licht der Normandie fasziniert waren.
Das Dorf jenseits der Gärten
Wenn du die Gärten gesehen hast, nimm dir Zeit für einen Spaziergang durch die zwei Hauptstraßen. Die Fachwerkhäuser, rosa Mauern und die überbordenden Vorgärten bilden eine Kulisse, die selbst dem gehetztesten Touristen auffällt.
Die Kirche Sainte-Radegonde, ein romanisches Baudenkmal, beherbergt auf ihrem Friedhof das Grab von Claude Monet und seiner Familie. Sie ist schlicht und schnörkellos, ein schöner Kontrast zur Farbenpracht der Gärten.
Nur wenige Kilometer entfernt lohnen das Schloss von La Roche-Guyon und die darüber liegenden Kreidefelsen einen Abstecher. Die Route Vernon, Giverny, La Roche-Guyon eignet sich hervorragend für einen Tagesausflug mit dem Auto oder dem Fahrrad entlang der Seine.
Wo essen und trinken in Giverny?
Das Angebot in Giverny ist begrenzt und stark auf Touristen zugeschnitten. Die wenigen Adressen im Dorf sind besonders rund um die Gärten recht teuer. Die Terrasse des Museums der Impressionisten bietet eine ordentliche Verpflegung in angenehmem Ambiente, bleibt aber eine touristische Option.
Unser Rat: Besorge dir Verpflegung in Vernon und picknicke im Dorf oder am Ufer der Seine. Für eine richtige Mahlzeit bietet Vernon ein deutlich vielfältigeres und ehrlicheres Angebot, das weniger als 10 Minuten Fahrt entfernt ist.
Wo übernachten in Giverny und Umgebung?
Im Dorf selbst gibt es kaum Unterkünfte. Die meisten Besucher übernachten in Vernon, der nächstgelegenen Stadt, die Hotels und Pensionen in allen Preisklassen bietet. Für ein authentischeres Erlebnis finden sich in den umliegenden Dörfern des Seine-Tals einige Gästehäuser, die oft in wunderschönen normannischen Anwesen untergebracht sind.
Giverny ist der perfekte Ausflug für alle Pariser, die mal raus wollen, ohne zu weit von der Hauptstadt wegzufahren. Giverny liegt im Département Eure und ist als Dorf der Impressionisten bekannt. Man kann das Haus und die Gärten von Claude Monet sowie das Musée des impressionnismes besuchen. Eine Reservierung ist unbedingt erforderlich. Ich empfehle euch, im Frühling hinzufahren, da blüht es am schönsten.