Évreux besuchen
Als Hauptort des Départements Eure wird Évreux von Reisenden aus dem Großraum Paris oft links liegen gelassen. Dabei ist die charmante normannische Stadt ein ideales Ziel für einen Kurztrip am Wochenende. Ihr architektonisches und kulturelles Erbe hält einige sehenswerte Überraschungen bereit.
Eine prachtvolle Kathedrale
Gelegen unweit von Deauville und Giverny, zählt Évreux zu den hübscheren Ecken der Normandie. Trotz der schweren Zerstörungen durch die Luftangriffe im Zweiten Weltkrieg hat sich die Stadt wieder aufgebaut und präsentiert sich heute von ihrer besten Seite. Das beeindruckendste Bauwerk ist zweifellos die Cathédrale de Notre-Dame. Der Bau aus dem Jahr 1076 bietet einen umfassenden Überblick über verschiedene Stile der Sakralarchitektur. Von der Romanik bis zur Renaissance ist es eine echte Zeitreise. Die Kathedrale steht unter Denkmalschutz, was sie vor allem ihrem Ensemble aus 70 Glasfenstern zu verdanken hat. Eines der berühmtesten zeigt die Madonna mit Kind, die in einen gelben Mantel gehüllt ist. Diese außergewöhnliche Farbe erhielten die Glasmacher damals durch die Verwendung von Silbersalzen.
Kunst, Geschichte und Süßes
Direkt neben der Kathedrale befindet sich der Bischofspalast aus dem Jahr 1499. Das Gebäude gilt als eines der letzten Zeugnisse gotischer Architektur in der Normandie. Heute beherbergt es das Musée d'Art, d'Histoire et d'Archéologie, das einen Besuch wert ist. Die Sammlungen sind breit gefächert und reichen von der Urgeschichte über flämische Malerei bis hin zum Art déco. Ein weiteres Wahrzeichen von Évreux ist der Beffroi an der Place de l'Hôtel de Ville, der abends als Tour de l'Horloge beleuchtet wird. Seine gegossene Glocke namens La Louyse inspirierte eine lokale Spezialität: die Louyse du Beffroi, ein Konfekt aus Apfelgelee und einer dunklen Ganache mit Calvados. Naschkatzen sollten diese Leckerei unbedingt probieren.
Ein wenig Grün
Évreux und seine Umgebung laden zu schönen Spaziergängen ein. Die Coteaux de Saint-Michel bieten einen hervorragenden Blick über die Stadt. Die als Natura 2000 geschützten Weideflächen werden von Schafen gepflegt, die dort in aller Ruhe grasen. Ein beliebter Ort für Wanderer oder ein Picknick am Wochenende. Verpassen Sie außerdem nicht den Jardin Botanique du parc François Mitterrand. Das kunstvolle Gewächshaus aus Glas und Metall wurde von der Künstlerin Christiane Müller entworfen. Hier lassen sich über 400 Pflanzenarten aus aller Welt entdecken. Im Parc François Mitterrand führt zudem ein 1,5 km langer Pfad an verschiedenen Kunstwerken entlang. Acht Bildhauer haben hier ihre zeitgenössischen Skulpturen platziert.
Beste Reisezeit
Die Normandie ist im Winter nicht gerade für ihr mildes Klima bekannt. Wenn du Regenschauer vermeiden möchtest, ist die Zeit zwischen Mai und September ideal für einen Besuch.
Anreise
Auch wenn viele Pariser es nicht auf dem Schirm haben, ist Évreux mit dem Auto in gerade einmal 55 Minuten von der Hauptstadt aus zu erreichen. Die Anreise lohnt sich. Wenn du von weiter her anreist, kannst du das Flugzeug bis Paris nehmen und anschließend in den Zug umsteigen, der direkt am Bahnhof von Évreux hält.
Ich habe meinen Aufenthalt in Evreux sehr genossen, ich bin den ganzen Tag dort geblieben. Das Stadtzentrum ist hübsch und gut erhalten. Es gibt einige schöne Gebäude, besonders die Kathedrale und den Platz drumherum. Am Wochenende ist es dort ziemlich belebt. Es gibt eine ganze Reihe an Geschäften und Restaurants. Die Stadt hat es geschafft, ihren Charme zu bewahren.