Besuch der Kathedrale von Évreux
In Évreux, im Département Eure, erhebt sich eine gotische Kathedrale, die seit 1862 als historisches Denkmal eingestuft ist. Als Sitz des örtlichen Bistums prägt ihre prunkvolle Architektur das Stadtbild wie kaum ein anderes Gebäude.
Geschichte
Die Ursprünge des Bistums von Évreux reichen bis ins 4. Jahrhundert zurück. Einer Legende zufolge, die von Mönchen überliefert wurde, entstand es auf dem Fundament eines ehemaligen heidnischen Tempels. Sicher ist jedoch, dass bei Bauarbeiten Überreste gallorömischer Säulen sowie ein skulptierter Stein aus dem 7. Jahrhundert entdeckt wurden. Es ist daher sehr wahrscheinlich, dass sich bereits zu dieser Zeit ein religiöses Gebäude an dieser Stelle befand. Da dort keine archäologischen Grabungen möglich sind, lassen sich die genaue Art und die Ausmaße der ursprünglichen Anlage nicht bestimmen.
Rollo, ein Wikingeranführer und erster Herzog der Normandie, tätigte nach seiner Taufe im Jahr 912 großzügige Schenkungen an die Kirchen, die er zuvor geplündert hatte. Durch einen erhaltenen Beleg dieser Spende haben wir den ersten schriftlichen Beweis für die Existenz einer Kathedrale in Évreux. In dieser Zeit begannen erste Arbeiten, um das Gebäude im romanischen Stil neu zu errichten.
Im Laufe des 12. Jahrhunderts wurde die Kathedrale von Évreux dreimal durch Brände zerstört. Die anschließenden Renovierungen ließen den Stil allmählich von der Romanik zur Gotik übergehen. Im Jahr 1220 wurden die ersten gotischen Elemente hinzugefügt. Dieser architektonische Wandel zog sich bis ins 15. Jahrhundert hin.
Obwohl das Bauwerk während der Französischen Revolution dem Untergang geweiht war, blieb es erhalten. Selbst die schweren Bombardierungen im Juni 1940 überstand die Kathedrale. Seit 1973 sorgen kontinuierliche Restaurierungsarbeiten dafür, dass sich das Gebäude heute in einem hervorragenden Zustand präsentiert.
Die Kathedrale Notre-Dame von Évreux
Ob wegen ihres Kirchenschiffs mit romanischen Arkaden und gotischem Chor, der großen Orgel oder der seltenen Glasfenster: Es gibt viele gute Gründe für einen Besuch. Durchschreite die 26 Kapellen und entdecke die Details dieses geschichtsträchtigen Ortes.
Das ist ein echter Zufluchtsort an heißen Sommertagen, und mal ganz im Ernst, diese gotische Kathedrale hat eine Menge Ausstrahlung. Sie hat den Vorteil, dass sie vor Kurzem gereinigt wurde. Der kleine Garten dahinter ist für die Öffentlichkeit zugänglich, und im angrenzenden Gebäude befindet sich ein kleines Museum (kostenlos für Einwohner des Departements 27), das wirklich sympathisch ist.