Lyon: Die Hauptstadt der Genießer und Entdecker
Es ist 8:00 Uhr morgens an den Ufern der Saône. Ein leichter Nebel legt sich über die ockerfarbenen Fassaden der Vieux Lyon, während das Kopfsteinpflaster noch vom nächtlichen Tau glänzt. Irgendwo holt ein Bäcker seine ersten Brioches mit Pralinen aus dem Ofen. Dieser Duft von karamellisiertem Zucker und gerösteten Mandeln ist Lyon, wie es erwacht. Eine Stadt, in der man besser isst als anderswo, in der man sich gerne in geheimen Durchgängen verliert und in der zwei Flüsse eine faszinierende urbane Geografie zeichnen.
Lyon: Ist die Stadt das Richtige für dich?
Lyon begeistert alle, die unkompliziert und gut essen möchten. Wenn du von karierten Stoffservietten, Papiertischdecken und deftigen Gerichten träumst, die mit einer ordentlichen Portion Lebensfreude serviert werden, bist du hier genau richtig. Die Stadt eignet sich zudem hervorragend für Stadtspaziergänger. Ihre Hügel bieten prächtige Ausblicke, die man sich allerdings erst erlaufen muss. Bring also etwas Kondition für deine Waden mit.
Wenn du hingegen einen Badeurlaub suchst, wirst du hier nicht fündig. Lyon kann zudem diejenigen enttäuschen, die Menschenmassen meiden wollen. Die Presqu'île ist samstags überlaufen, und einige Viertel werden während der Fête des Lumières Anfang Dezember zur Herausforderung.
Ein vernünftiges Budget für eine Großstadt
Plane 80 bis 150 Euro pro Tag für ein Paar ein, Unterkunft inbegriffen. Eine Mahlzeit in einem traditionellen bouchon kostet zwischen 20 und 35 Euro pro Person. Die öffentlichen Verkehrsmittel sind effizient, und mit einem Tagesticket für 6,50 Euro lässt sich die Stadt ohne große Ausgaben erkunden.
Vieux Lyon und die Traboules: Das Renaissance-Viertel
Die Vieux Lyon zählt zu den größten Renaissance-Ensembles Europas. Sie besteht aus drei Bereichen: Saint-Jean, Saint-Paul und Saint-Georges. Während sich Touristen vor allem in Saint-Jean tummeln, bleibt Saint-Paul ruhiger und Saint-Georges bewahrt sich seinen dörflichen Charakter.
Die traboules sind überdachte Durchgänge, die quer durch die Gebäude führen. Die Canuts, die Seidenweber von Lyon, nutzten sie früher, um ihre Stoffe trocken von Ort zu Ort zu bringen. Heute sind noch etwa vierzig dieser Gänge öffentlich zugänglich. Drücke die schweren Holztüren auf und wage dich in die Innenhöfe. Manche verbergen monumentale Wendeltreppen.
Geheimtipp: Die Traboule vom 54 rue Saint-Jean zum 27 rue du Bœuf ist spektakulär, aber oft überlaufen. Wähle lieber die im 16 rue du Bœuf, die weniger bekannt ist und mit ihrem rosafarbenen Turm sowie einem Renaissance-Brunnen beeindruckt.
La Croix-Rousse: Arbeiterstolz und Viertelleben
Auf dem Hügel der Croix-Rousse waren einst die Lyoner Seidenweber zu Hause. Ihre Gebäude mit den extrem hohen Decken, die ursprünglich Platz für die Webstühle boten, bilden heute begehrte, lichtdurchflutete Wohnungen. Das Viertel hat sich seinen rebellischen Arbeitergeist bewahrt.
Der marché de la Croix-Rousse, der jeden Morgen auf dem gleichnamigen Boulevard stattfindet, zählt zu den schönsten Märkten Frankreichs. Ziegenkäse aus dem Pilat, Saucisson aus der Ardèche, frisches Gemüse von lokalen Erzeugern: Alles ist hier direkt und geschmackvoll. Laufe die montée de la Grande Côte hinauf, um den Puls des Viertels zu spüren, mit seinen Designerläden und den Cafés, in denen man die Welt neu erfindet.
Die Presqu'île: Kommerzielle Eleganz
Eingezwängt zwischen Rhône und Saône, konzentriert die Presqu'île Boutiquen, Theater und Brasserien. Der place Bellecour, einer der größten Plätze Europas, beeindruckt zwar durch seine Ausmaße, lässt aber etwas Charme vermissen. Besuche lieber den place des Terreaux mit dem Bartholdi-Brunnen oder die schmalen Gassen rund um die rue Mercière.
Das Viertel Ainay südlich von Bellecour bietet eine ruhigere, bürgerlichere Version der Presqu'île. Antiquitätenhändler, Kunstgalerien und diskrete Restaurants prägen das Bild. Sonntagmorgens zieht der marché de la place Carnot die Familien aus der Umgebung an.
Fourvière und das rechte Saône-Ufer
Die Basilika Notre-Dame de Fourvière thront auf ihrem Hügel über der Stadt. Die Einheimischen nennen sie wegen ihrer vier Türme liebevoll den umgedrehten Elefanten. Das Innere ist eine Mischung aus goldenen Mosaiken und buntem Marmor, über deren Kitsch man sich streiten kann. Der Ausblick von der Terrasse überzeugt jedoch jeden.
Direkt unterhalb zeugen das théâtre antique und das Odéon von der römischen Vergangenheit Lugdunums. Das gallo-römische Museum, das halb in den Hügel gebaut wurde, ist einen Besuch wert. Gehe über den jardin du Rosaire zu Fuß hinunter, anstatt den Funiculaire zu nehmen: Der Weg schlängelt sich zwischen Rosen hindurch und bietet immer wieder Blicke auf die Dächer der Stadt.
Geheimtipp: Meide Fourvière an Sonntagnachmittagen und während der Hochzeits-Saison. Die Umgebung der Basilika ist dann oft von Besuchern und Hochzeitsgesellschaften überfüllt.
Wo kann man in Lyon essen und trinken?
Lyon bezeichnet sich selbst als Welthauptstadt der Gastronomie, und das ist nicht nur ein Werbespruch. Die bouchons, jene traditionellen Restaurants mit karierten Tischdecken, servieren ehrliche und großzügige Küche. Quenelles de brochet in Nantua-Sauce, tablier de sapeur (panierter Kuttelbauch), cervelle de canut (Kräuterquark) oder andouillette sind nichts für schwache Nerven, machen aber garantiert satt.
Für einen zuverlässigen Bouchon achte auf das Label Les Bouchons Lyonnais, das eine gewisse Qualität garantiert. Das Café Comptoir Abel im Viertel Ainay oder Daniel et Denise in der rue de Créqui gehören zu den sicheren Adressen. Beim Wein ist der pot lyonnais mit 46 cl das lokale Maß. Bestelle einen Côtes-du-Rhône oder einen Beaujolais, denn du befindest dich direkt vor ihrer Haustür.
Wo übernachten in Lyon und Umgebung?
Die Vieux Lyon bietet Charme, aber auch den Lärm des Nachtlebens. Die Presqu'île liegt zentral, ist aber preislich intensiver. Die Croix-Rousse begeistert alle, die das echte Leben der Lyoner spüren wollen. Für Reisende mit kleinerem Budget bietet das Viertel Guillotière am linken Ufer der Rhône erschwingliche Optionen und eine multikulturelle Atmosphäre.
In der Umgebung liegt das Weinbaugebiet Beaujolais nur 30 Autominuten entfernt. Eine Übernachtung auf einem Weingut ermöglicht es, Weinproben mit Ausflügen nach Lyon zu verbinden.
Anreise und Fortbewegung in Lyon
Der TGV verbindet Paris in etwa 2 Stunden mit Lyon, wobei Frühbucher Tickets ab 29 Euro finden. Von Marseille benötigst du 1:40 Stunden. Der Flughafen Saint-Exupéry wird von zahlreichen europäischen Städten angeflogen; der Rhônexpress bringt dich in 30 Minuten für 16,30 Euro zum Bahnhof Part-Dieu.
Vor Ort deckt das TCL-Netz mit Metro, Straßenbahn und Bus die Stadt effizient ab. Die Standseilbahnen hinauf nach Fourvière sind in den Tickets enthalten. Lyon lässt sich wunderbar zu Fuß erkunden: In 25 Minuten hast du die Presqu'île einmal durchquert.
Wann ist die beste Reisezeit?
Frühling und Herbst bieten die angenehmsten Bedingungen mit milden Temperaturen, belebten Terrassen und einem moderaten Besucheraufkommen. Der Sommer kann heiß werden, mit Spitzenwerten von 35 Grad im Juli und August. Die Fête des Lumières, vier Tage rund um den 8. Dezember, verwandelt die Stadt in eine Freiluftgalerie, zieht aber drei Millionen Besucher an. Buche in diesem Zeitraum Monate im Voraus.
Si vous aimez les histoires de trésors, une autre rumeur sur Lyon raconte qu'une riche famille aurait converti leur fortune en un immense diamant, et l'aurait caché dans une statue de lion . On dit qu'il y serait toujours .
Selon certaines croyances ce ne serait pas un diamant qui est cacher, mais la pierre philosophale de Nicolas Flamel ( espèrons que Voldemort ne connaît pas ce détail ) .