La Grand Place de Bruxelles

Was tun in Belgien: Top 19 Sehenswürdigkeiten & Aktivitäten 2026

Entdecke die Lieblingsziele unserer Mitglieder in Belgien, dazu Bewertungen, praktische Infos und Fotos von Reisenden...

Die 5 schönsten Städte in Belgien

#1 Brüssel +86 Empf.

Die Hauptstadt von Belgien ist nicht nur Sitz der europäischen Institutionen, sondern überzeugt auch mit kreativem Geist und einer ausgeprägten Genusskultur. Ob der zum Unesco-Welterbe gehörende Grand-Place, die Comic-Wandbilder an jeder Ecke oder eine Bierszene mit rund 1.000 Sorten, die Stadt lässt sich ideal in zwei bis drei Tagen erkunden. Die Anreise mit dem Eurostar dauert ab Paris nur 1:22 Stunden und das Preisniveau ist deutlich moderater als in anderen europäischen Hauptstädten.

#2 Brügge +83 Empf.

Brügge wirkt wie eine flämische Zeitkapsel aus dem Mittelalter mit ihren romantischen Kanälen, dem hoch aufragenden Belfried und den charakteristischen Giebelhäusern. Wer über das jahrhundertealte Kopfsteinpflaster spaziert, wärmt sich am besten mit zartschmelzender Schokolade, schaumigem Abteibier oder einer kräftigen Carbonade auf. In den Museen warten Werke der flämischen Primitiven, während auf dem Minnewater Schwäne ihre Runden drehen. Die Stadt liegt nur drei Stunden von Paris entfernt und ist ein architektonisches Kleinod am Wasser, das nach frischen Waffeln und Hopfen duftet.

#3 Dinant +21 Empf.

Dinant liegt spektakulär eingezwängt zwischen einer steilen Felswand und der Maas und bietet eine entspannte Kulisse, um die Wallonie abseits der großen Touristenströme zu erleben. Weniger überlaufen als Brügge oder Gent, ermöglicht die Stadt einen Einblick in eine intimere Seite Belgiens, geprägt von historischem Erbe, Bootsfahrten auf dem Fluss und grüner Landschaft. Ein Aufenthalt von zwei oder drei Tagen ist ideal, um am Ufer der Maas zu flanieren, die Zitadelle zu erkunden und die ruhige Atmosphäre im Süden des Landes auf sich wirken zu lassen.

#4 Lüttich +20 Empf.

Als größte Stadt der Wallonie und drittgrößte Stadt Belgiens wird Lüttich oft unterschätzt. Dabei ist die Stadt mit ihrem mittelalterlichen Kern und der guten Anbindung ein ideales Ziel für einen Kurztrip.

Ein lebendiges Erbe

Die Lage zwischen Deutschland, den Niederlanden und Frankreich prägt Lüttich bis heute. Wer durch das Stadtzentrum spaziert, begegnet einer Vielfalt an Baustilen und fast 400 denkmalgeschützten Monumenten. Zu den wichtigsten zählen die Kathedrale Saint-Paul aus dem 13. bis 15. Jahrhundert, das Rathaus aus dem 18. Jahrhundert, bekannt als La Violette, der Palais des Princes-Evêques (Fürstbischöfliche Palast) aus dem 16. bis 19. Jahrhundert sowie die Opéra Royal de Wallonie. Die zahlreichen Kirchen der Stadt unterstreichen den starken religiösen Einfluss auf die lokale Geschichte. Eine kompakte Altstadt, die in ihrer Dichte ein wenig an Aachen erinnert.

Besuche unbedingt die Cité-Miroir, ein ehemaliges öffentliches Badehaus, das heute als Ausstellungs- und Veranstaltungsort dient. Kunst- und Geschichtsinteressierte sollten einen halben Tag für das Grand Curtius einplanen. In diesem historischen Palast sind auf über 5.000 Quadratmetern Sammlungen zu Kunstgewerbe, Archäologie, mosanischer Kunst und Waffengeschichte untergebracht.

Stadtleben, Ausblicke und Kulinarik

Lüttich verbindet Geschichte mit moderner Dynamik. Das zeigt sich sofort bei der Ankunft am Bahnhof Guillemins, einem markanten Bau aus Glas und Stahl, entworfen vom spanischen Architekten Santiago Calatrava. Wer Bewegung sucht, nimmt die 374 Stufen der Montagne de Bueren in Angriff. Oben angekommen, bietet sich ein weiter Blick über das Gelände der Zitadelle. Die Grünanlagen der Coteaux de la Citadelle sind bei Einheimischen als Ort für Spaziergänge und Picknicks beliebt. Etwas außerhalb vermittelt der Bois des mineurs das Gefühl, in einem echten Wald zu stehen. Besonders reizvoll sind zudem die verborgenen Gassen im Viertel Hors-Château mit ihren herrschaftlichen, im Sommer blumengeschmückten Häusern.

Nach einem langen Tag ist die wallonische Küche die beste Belohnung. Der kulinarische Star ist zweifellos die Gaufre liégeois (Lütticher Waffel). Am besten schmeckt sie frisch aus einer handwerklichen Bäckerei, etwa bei Une Gaufrette Saperlipopette in der Rue des Mineurs. Für ein herzhaftes Abendessen sind Boulets, Fleischbällchen aus Schweine- und Rindfleisch in einer Soße mit Lütticher Sirup, zusammen mit einem lokalen Craft-Bier die klassische Wahl.

Beste Reisezeit

Das Klima in Lüttich ist gemäßigt. Die Sommer sind zwar angenehm warm, aber oft regnerisch. In den restlichen Jahreszeiten ist das Wetter meist grau, aber selten klirrend kalt.

Anreise

Mit dem Auto ist Lüttich aus Richtung Paris oder Deutschland gut erreichbar. Auch die Anreise mit dem Zug ist unkompliziert. Wer aus weiter entfernten Regionen anreist, fliegt in der Regel nach Brüssel, von wo aus Lüttich in etwa einer Stunde mit dem Bus oder dem Zug erreichbar ist.

#5 Gent +18 Empf.

Gent ist lebendiger als das benachbarte Brügge und besticht durch zwei Gesichter. Tagsüber erkundest du das historische Zentrum, die stattlichen Grachten und eine Burg wie aus dem Märchenbuch. Sobald es dunkel wird, erwacht die junge Seele der Stadt auf den geselligen Terrassen. Mit einer Mischung aus flämischer Malerei und Street-Art-Fresken ist Gent das ideale Ziel für alle, die Geschichte in der Gegenwart erleben wollen. Eine Stadt, die überrascht und begeistert.

Ranking der 14 von der Redaktion ausgewählten Aktivitäten in Belgien

#1 Großer Markt von Brüssel (Brüssel) +26 Empf. 4.7/5

Der Große Markt von Brüssel in Belgien zählt zu den architektonisch eindrucksvollsten Plätzen weltweit. Hier finden sich bedeutende Bauwerke wie das Maison du Roi (Königshaus), das Rathaus und das Maison des Ducs de Brabant. Der seit dem 17. Jahrhundert bestehende Platz gehört zum Unesco-Welterbe. Genieße ein lokales Bier auf einer der vielen Terrassen.

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#2 Schokoladenmuseum Choco-Story (Brügge) +17 Empf. 3.7/5

Tauche ein in die Welt von Kakao und Schokolade im Schokoladenmuseum Choco-Story. Das Museum in Brügge ist in einem historischen Gebäude aus dem 15. Jahrhundert untergebracht. Auf vier Etagen zeigen über 1.000 Exponate und 80 Informationstafeln die Geschichte der Schokolade. Eine lehrreiche und faszinierende Anlaufstelle für alle Naschkatzen.

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#3 Grotten von Han (Rochefort) +11 Empf. 5/5

Das Domaine des Grottes de Han vereint eine mit 3 Michelin-Sternen ausgezeichnete Grotte und den größten Tierpark in Belgien. Unter der Erde zeigen sich auf 2 km langen Galerien jahrtausendealte Tropfsteine und eine Lichtshow in 110 Metern Tiefe. An der Oberfläche beherbergt ein 250 Hektar großer Tierpark die europäischen Big Five: Bison, Wolf, Bär, Luchs und Vielfraß.

#4 Abtei Orval (Florenville) +11 Empf. 4.5/5

In den belgischen Ardennen brauen die Trappistenmönche der Abtei Orval seit 1931 eines der weltweit elf authentischen Trappistenbiere. Besichtige die Zisterzienserruinen aus dem 12. Jahrhundert, den Arzneipflanzengarten und die Apotheke aus dem 18. Jahrhundert. Genieße die Ruhe des Waldes und nimm Käse sowie Bier direkt aus dem Klosterladen bei Florenville mit nach Hause.

#5 Minnewater (See der Liebe) (Brügge) +10 Empf. 4/5

Im Süden von Brügge liegt das Minnewater, ein kleiner rechteckiger See. Dieser romantische Ort zieht Paare an, die hier entspannte Spaziergänge genießen. Der See ist von einem Park mit üppiger Vegetation umgeben, der eine Oase der Ruhe bildet. Bewundere die vielen Schwäne, das Wahrzeichen der Stadt. Im Park finden regelmäßig Konzerte und Veranstaltungen im Freien statt.

#6 Museum für Comicfiguren Brüssel (Brüssel) +9 Empf. 4/5

Direkt unter dem Brüsseler Hauptbahnhof beherbergt das Museum für Comicfiguren Brüssel die europaweit größte Privatsammlung von Comicfiguren. Auf 1.300 m² erwachen Tim und Struppi, die Schlümpfe, Asterix, Spider-Man und Manga-Helden in immersiven Kulissen zum Leben. Ein Retro-Kino und farbenfrohe Inszenierungen begeistern jedes Alter. Die alle sechs Monate wechselnde Ausstellung sorgt für immer neue Erlebnisse.

#7 Groeningemuseum (Brügge) +9 Empf. 5/5

Das Groeningemuseum zeigt sechs Jahrhunderte flämischer, niederländischer und belgischer Kunst. Die Sammlung umfasst die berühmten flämischen Primitiven des 15. Jahrhunderts, Meisterwerke der Renaissance und des Barocks sowie Arbeiten des Klassizismus, Symbolismus und Expressionismus. Zu sehen sind bedeutende Gemälde von Jan van Eyck, Hugo van der Goes, Hans Memling und Gerard David.

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#8 Jubelpark (Brüssel) +8 Empf. 4/5

Der Jubelpark liegt im Europaviertel von Brüssel und wurde Ende des 19. Jahrhunderts angelegt. Er ist bekannt für seine baumbestandenen Alleen, den imposanten Triumphbogen und Museen wie Autoworld sowie das Musée de l'Armée (Armeemuseum). Neben Entspannung bietet die Terrasse der Arcades du Cinquantenaire einen weiten Blick über die Stadt. Ein idealer Ort für Natur und Kultur.

#9 Musikinstrumentenmuseum (Brüssel) +7 Empf. 5/5

Das Musikinstrumentenmuseum ist ein architektonisches Highlight in Brüssel. Es befindet sich im 1899 erbauten Old England Gebäude und erstreckt sich über vier Etagen. Die Sammlung umfasst weltweit über 8.000 Stücke, von denen 1.200 öffentlich ausgestellt sind. Entdecke globale Musiktraditionen, die europäische Instrumentengeschichte, historische Tasteninstrumente sowie mechanische, elektrische und elektronische Klangkörper.

#10 Plopsaland De Panne (De Panne) +5 Empf. 4.3/5

Plopsaland De Panne ist ein bekannter Freizeitpark in Belgien, der von der Produktionsfirma Studio 100 betrieben wird. Insgesamt 50 Attraktionen warten auf Besucher. In 9 Themenbereichen triffst du auf bekannte Figuren wie Biene Maja, Wickie, Fred&Samson, Mega Mindy oder den Clown Bumba. Von Karussells über Achterbahnen bis zu Wasserattraktionen bietet der Park alles für einen abwechslungsreichen Tag, ergänzt durch zahlreiche Restaurants und Unterkünfte.

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#11 Belfried von Brügge (Brügge) +5 Empf. 3/5

Der Belfried von Brügge, Teil des Unesco-Welterbes, thront als mittelalterlicher Turm über dem Hauptplatz der Stadt. Mit 83 Metern Höhe bietet er einen einmaligen Ausblick auf Brügge. Seine Architektur auf drei Ebenen spiegelt die Geschichte der Brände und Wiederaufbauten wider. Das berühmte Glockenspiel mit 47 Glocken unterstreicht die einstige Unabhängigkeit der Stadt gegenüber der Kirche.

#12 Aqua Mundo - Center Parcs Les Ardennes (Vielsalm) +3 Empf. 4.5/5

Subtropisches Erlebnisbad mitten in den belgischen Ardennen. Freue dich auf ein Wellenbad, das in der Region einmalig ist, sowie auf den Duo Racer für packende Rutschduelle. Jacuzzis, ein beheiztes Außenbecken und ein großer Planschbereich für Kinder machen den Besuch perfekt. Dieser Ort ist ganzjährig bei jedem Wetter ideal für Familien mit jüngeren Kindern.

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#13 Manneken Pis (Brüssel) -3 Empf. 3.2/5

Das Manneken Pis ist das Wahrzeichen von Brüssel. Trotz seiner geringen Größe von 55 cm zieht die Figur eines urinierenden Kindes unzählige Besucher an. Die Statue stammt aus dem Jahr 1619 und ist für ihre wechselnden Kostüme bekannt. Du findest dieses Symbol des Brüsseler Humors nur wenige Schritte von der Grand-Place entfernt.

#14 Atomium Brüssel (Brüssel) -3 Empf. 3/5

Das Atomium ist für Brüssel das, was der Eiffelturm für Paris darstellt. Als Symbol für Frieden und technischen Fortschritt wurde das markante Bauwerk 1958 zur Weltausstellung errichtet. Die neun Eisenatome sind durch Röhren verbunden und bieten im Inneren eine fast surreale Atmosphäre. Seit der Renovierung 2006 genießt man vom Gipfel einen weiten Blick über die Stadt.

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Belgien, das kleine Land der großen Kontraste: Biere, Belfriede und Comics

Ein Land von der Größe Nordrhein-Westfalens, das drei Amtssprachen beherbergt, Biere als immaterielles UNESCO-Weltkulturerbe führt und mehr Comics pro Einwohner hervorbringt als jeder andere Ort der Welt. Belgien wird oft nur im Vorbeifahren wahrgenommen, eingequetscht zwischen Paris und Amsterdam. Das ist ein Fehler.

Ist Belgien das richtige Ziel für dich?

Ob Kurztrip oder ausgedehnter Roadtrip, Belgien passt zu sehr unterschiedlichen Reisestilen. Es ist kein Ziel für Strandurlaub oder wilde Abenteuer, glänzt aber in anderen Disziplinen.

Ideal geeignet für:

  • Fans von Städtereisen am Wochenende aus Deutschland oder den Nachbarländern
  • Liebhaber mittelalterlicher Architektur und UNESCO-Welterbe
  • Gourmets: Bier, Schokolade, Pommes frites, Sternegastronomie
  • Familien mit Kindern (interaktive Museen, Themenparks, Atomium)
  • Festivalgänger: Tomorrowland, Pukkelpop, Genter Festspiele
  • Wanderer und Radfahrer, besonders in den Ardennen und in Flandern
  • Reisende mit Interesse an lokaler Kultur, Comics, Streetart und Mode (Antwerpen)

Weniger geeignet für:

  • Reisende auf der Suche nach Schönwettergarantie und tropischen Stränden
  • Menschen, die Menschenmassen meiden: Brügge ist in der Hochsaison überlaufen
  • Sehr kleine Budgets: Belgien ist ein westeuropäisches Land mit entsprechenden Preisen
  • Liebhaber von unberührter Wildnis und völliger Abgeschiedenheit

Ein vernünftiges Budget für Westeuropa

Belgien ist kein Billigreiseziel, bleibt aber zugänglicher als die Schweiz oder Skandinavien. Ein Städtetrip nach Brüssel oder Brügge lässt sich gut mit 100 bis 150 Euro pro Tag (Unterkunft, Verpflegung, Eintritte) planen. Die Ardennen bieten oft günstigere Alternativen.

Budgetschätzung für verschiedene Reisearten in Belgien (ohne internationale Anreise)
Reiseart Ziel Dauer Geschätztes Budget / Person
Kunst- und Kultur-Städtetrip Brüssel 1 Wochenende (2 Nächte) 200 bis 400 Euro
Mittelalter-Städtetrip Brügge + Gent 3 bis 4 Tage 300 bis 600 Euro
Wandern und Natur Ardennen (Durbuy, Bouillon) 4 bis 5 Tage 250 bis 500 Euro
Mode und Gastronomie Antwerpen 2 bis 3 Tage 250 bis 550 Euro
Sommerfestival Boom (Tomorrowland) / Gent 1 Woche 500 bis 1.200 Euro
Kompletter Roadtrip Ganz Belgien 10 bis 14 Tage 900 bis 1.800 Euro

Orientierung in einem Land mit drei Gesichtern

Belgien gliedert sich in drei große Sprach- und Kulturregionen: Flandern im Norden (niederländischsprachig), die Wallonie im Süden (französischsprachig) und das offiziell zweisprachige Brüssel im Zentrum. Diese Aufteilung ist mehr als nur administrativ, denn Mentalität, Architektur, Küche und Humor unterscheiden sich spürbar von Region zu Region.

Für Reisende aus dem Ausland kann der Wechsel von der Wallonie nach Flandern überraschend sein. Die Beschilderung wechselt die Sprache, ebenso die Akzente. Genau das macht den Charme des Landes aus: ein Kulturwechsel ohne echte Grenze.

Städte, für die es sich lohnt, länger zu bleiben

Brüssel, die Hauptstadt

Brüssel wirkt auf den ersten Blick oft etwas spröde. Die Stadt ist weniger fotogen als Brügge und weniger kompakt als Amsterdam. Doch bei näherem Hinsehen entfaltet sie ihren Reiz. Der Grand-Place, UNESCO-Weltkulturerbe, bleibt einer der schönsten Barockplätze Europas. Das Viertel Marolles mit seinem täglichen Flohmarkt auf der Place du Jeu de Balle zeigt ein authentisches, bodenständiges Brüssel, das sich gegen die Gentrifizierung behauptet.

Das Magritte Museum und die Königlichen Museen der Schönen Künste gehören zu den am besten kuratierten flämischen Sammlungen des Kontinents. Abends bieten das Viertel Saint-Gilles und die Gemeinde Ixelles eine bemerkenswerte Vielfalt an Bars und Restaurants.

Brügge, die Romantische

Brügge ist eine Museumsstadt, die man mit Bedacht besuchen sollte. Im Juli und August sind die gepflasterten Gassen oft überfüllt. Doch in der Nebensaison, an einem nebligen Herbstmorgen, versprühen die Kanäle, der Belfried und die Treppengiebelfassaden eine fast magische Stimmung. Das Groeningemuseum beherbergt flämische Primitivmalerei von seltener Qualität.

Tipp vom Experten: In Brügge solltest du die Restaurants rund um den Markt meiden. Dort sind die Preise oft hoch und die Qualität lässt zu wünschen übrig. Suche stattdessen in den Gassen hinter der Liebfrauenkirche nach Lokalen, die bei Einheimischen beliebt sind.

Gent, die Festliche

Gent ist vielleicht die Stadt, die am wenigsten enttäuscht. Weniger bekannt als Brügge, ist sie historisch ebenso bedeutend, etwa mit der Burg der Grafen von Flandern und dem Genter Altar von Van Eyck in der St.-Bavo-Kathedrale. Vor allem ist Gent eine lebendige Universitätsstadt mit einer ausgeprägten Musik- und Kulturszene.

Antwerpen und Lüttich: zwei Welten

Antwerpen spielt in einer anderen Liga. Als Welthauptstadt des geschliffenen Diamanten, einer der wichtigsten Häfen Europas, Heimat von Rubens und Wiege der flämischen Mode mit den berühmten Antwerpener Sechs (Ann Demeulemeester, Dries Van Noten und Konsorten), bietet die Stadt eine überraschende kulturelle Dichte. Der Hauptbahnhof, oft als einer der schönsten Bahnhöfe Europas bezeichnet, ist allein schon eine Reise wert. Das MAS Museum am Ufer der Schelde bietet von seinem Dach aus einen 360-Grad-Blick.

Lüttich, auf wallonischer Seite, hat eine ganz andere Energie. Weniger touristisch, rauer, populärer und stolz auf ihre Identität. Der Sonntagsmarkt La Batte ist eine Institution, ebenso wie die Boulets à la liégeoise (Fleischbällchen in süß-saurer Soße) und die vielen Café-Konzerte. Die Treppe Montagne de Bueren mit ihren 374 Stufen verspricht einen Blick über die Maas, der die Anstrengung wert ist.

Die Ardennen, das andere Belgien

Südlich von Namur ändert sich die Landschaft. Die belgischen Ardennen sind eine Region mit dichten Wäldern, tief eingeschnittenen Flüssen und Dörfern aus grauem Stein, die aus einer anderen Zeit zu stammen scheinen. Hierher kommt man zum Wandern, zum Kajakfahren auf der Lesse oder der Ourthe und um fernab vom Trubel der flämischen Städte durchzuatmen.

Durbuy bezeichnet sich als die kleinste Stadt der Welt. Die Bezeichnung ist zwar diskutabel, aber die mittelalterliche Kulisse in der Talsohle ist unbestreitbar. Die Burg Bouillon, auf einem Felsvorsprung über der Semois errichtet, bietet eine der spektakulärsten historischen Inszenierungen des Landes.

Auch die Grotten von Han-sur-Lesse sind einen Besuch wert: Mehrere Kilometer unterirdische Galerien mit Stalaktiten und einem unterirdischen Fluss, die im Rahmen einer Führung erkundet werden können. Ein Klassiker, der hält, was er verspricht.

Tipp vom Experten: Um die Ardennen ohne eigenes Auto zu erkunden, reicht der Zug bis Namur und von dort ein paar Regionalbusse zu den wichtigsten Tälern. Wer sich jedoch wirklich auf den kleinen Waldwegen verlieren möchte, ist mit einem Mietwagen am besten beraten.

Die belgische Küste: 67 Kilometer Sand

Belgien besitzt eine 67 Kilometer lange Küste an der Nordsee, zwischen De Panne im Westen und Knokke-Heist im Osten. Feine Sandstrände, windig und erfrischend, gesäumt von Dünen und der längsten Straßenbahnlinie der Welt (dem berühmten Kusttram, der auf 68 Kilometern entlang der Küste fährt).

Es ist nicht das Mittelmeer, aber die Belgier lieben ihre Küste, und das zu Recht. Ostende besitzt eine lebendige, liebenswerte Atmosphäre mit Casino, Fischmarkt und Art-déco-Einflüssen in der Architektur. De Haan ist der besterhaltene Badeort, bekannt für seine Villen aus der Belle Époque inmitten der Dünen.

Kurz notiert:

  • Knokke-Heist: der schicke Badeort mit Kunstgalerien, Luxusboutiquen und wohlhabendem Publikum
  • Ostende: der lebhafteste und am besten erreichbare Ort, eine gute Basis für die Küstenerkundung
  • De Panne: ideal für Strandsegeln und die Nähe zu Naturschutzgebieten

Belgien auf dem Teller: mehr als nur Pommes und Schokolade

Die belgische Küche ist eine der am meisten unterschätzten Europas. Das Land hat pro Kopf mehr Michelin-Sterne als Frankreich, was für sich spricht. Doch die echte belgische Alltagsküche ist großzügig, deftig und ohne Schnickschnack.

Moules-frites (Muscheln mit Pommes) sind das Nationalgericht, das von September bis April in Brasserien serviert wird, in denen bei den Portionen nicht gespart wird. Chicons au gratin (Endivien in Schinken und Béchamelsoße) sind ein wärmendes wallonisches Wohlfühlessen. Die Boulets à la liégeoise, Fleischbällchen in einer süß-sauren Soße, sind ein wesentlicher Bestandteil der kulinarischen Identität der Wallonie.

Was das Süße betrifft, ist die belgische Schokolade kein Marketingmythos. Häuser wie Neuhaus, Léonidas oder Marcolini verarbeiten Kakao mit der Präzision eines Uhrmachers. Die Lütticher Waffeln (dick, zuckrig, mit karamellisierten Zuckerperlen) und die Brüsseler Waffeln (leicht, knusprig) sind zwei völlig unterschiedliche Dinge. Und dann das Bier: Über 1.000 Sorten werden landesweit gebraut, von Trappistenbieren aus den Abteien von Orval, Chimay oder Rochefort bis hin zu Lambic-Gueuze-Bieren aus dem Sennetal.

Tipp vom Experten: Vermeide die Touristen-Frittenbuden rund um die großen Plätze. Eine echte belgische frietkot erkennt man an der Warteschlange der Einheimischen vor dem Tresen und am Rinderfett in der Fritteuse. In Brüssel bleibt die Maison Antoine (Place Jourdan) eine verlässliche Adresse.

Wann ist die beste Reisezeit für Belgien?

Das belgische Klima ist gemäßigt ozeanisch: Das bedeutet milde Sommer (durchschnittlich 20 bis 25 Grad), graue und feuchte Winter und die Möglichkeit von Regen zu jeder Jahreszeit. Auf diesen Umstand muss man sich einstellen.

Der Frühling (April bis Mai) ist die beste Zeit für die flämischen Städte: Die Touristenmassen sind noch nicht da, das Licht ist weich und die Außenterrassen öffnen ihre Türen. Der Sommer ist Hochsaison, mit Tomorrowland in Boom (Ende Juli) und den Genter Festspielen im Juli. Beide Veranstaltungen erfordern eine frühzeitige Planung.

Der Herbst verwandelt die Ardennen in ein Gemälde flämischer Meister. Die Weihnachtsmärkte in Brüssel und Lüttich (Dezember) gehören trotz der Kälte zu den lebhaftesten in Europa. Der Winter ist die ideale Nebensaison, um Brügge ohne Touristenhorden zu besuchen.

Wie kommt man nach Belgien?

Von Paris aus verbindet der Eurostar Brüssel-Midi in etwa 1 Stunde und 20 Minuten bis 1 Stunde und 30 Minuten. Das ist die praktischste Option, mit Preisen, die bei frühzeitiger Buchung unter 30 Euro liegen können. Von Lille aus ist Brüssel in nur 38 Minuten mit dem TGV erreichbar.

Das Flugzeug ist sinnvoll für weiter entfernte Ziele in Europa oder von anderen Kontinenten. Die beiden wichtigsten Flughäfen sind Brüssel-Zaventem (Drehkreuz von Brussels Airlines mit Verbindungen auf alle Kontinente) und Charleroi, der etwas außerhalb liegt, aber von Billigfluggesellschaften wie Ryanair und Wizz Air bedient wird.

Fernbusse wie FlixBus verbinden verschiedene französische Städte mit Brüssel für wenige Euro, allerdings sind die Fahrzeiten deutlich länger. Für Staatsangehörige der Europäischen Union ist kein Visum erforderlich.

Wie bewegt man sich in Belgien fort?

Das belgische Eisenbahnnetz (betrieben von der SNCB) ist dicht und zuverlässig, um die großen Städte zu verbinden. Brüssel, Brügge, Gent, Antwerpen und Lüttich sind alle in weniger als 1 Stunde und 30 Minuten von der Hauptstadt aus erreichbar. Das Go Pass 10 Ticket (10 Fahrten zum Festpreis für unter 26-Jährige) ist eine preiswerte Option für häufigere Reisen.

In Brüssel deckt das STIB-Netz (U-Bahn, Straßenbahn, Bus) die Stadt effizient ab. In Brügge und Gent ist das Fahrrad das beste Fortbewegungsmittel: Beide Städte verfügen über eine der besten Fahrradinfrastrukturen Europas.

Für die Ardennen und das wallonische oder flämische Umland bleibt ein Mietwagen die flexibelste Lösung. Die Straßen sind generell in gutem Zustand, die Beschilderung ist klar. Das Parken in den Innenstädten ist gebührenpflichtig und manchmal kompliziert, besonders in Brüssel und Antwerpen: Nutze vorzugsweise Parkplätze am Stadtrand mit Anschluss an öffentliche Verkehrsmittel.

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