Besuch im Musikinstrumentenmuseum
Das Musikinstrumentenmuseum (MIM) befindet sich im historischen Old England Gebäude, einem ehemaligen Jugendstil-Kaufhaus in Brüssel. Das 1899 errichtete Bauwerk beherbergt die Sammlung seit dem Jahr 2000 und erstreckt sich über vier Etagen. Geigen, Dudelsäcke, Glocken, Klaviere, Schlagzeuge, Posaunen: Hier sind sämtliche erdenklichen Instrumente vertreten und nach Familien gruppiert.
Eines der bedeutendsten Musikmuseen der Welt
Der Standort selbst ist geschichtsträchtig. Das Gebäude zeichnet sich durch eine architektonisch innovative Kombination aus Eisen und Glas aus, wie sie damals für Bahnhöfe modern war, ergänzt durch stilisierte florale Ornamente. Ursprünglich als Kaufhaus genutzt, zog das Haus eine wohlhabende Kundschaft an, die auf der Suche nach hochwertiger Kleidung war. Die Restaurierung der Struktur begann 1990, um Raum für das Museum der Musikinstrumente zu schaffen. In der 6. Etage befindet sich heute ein Restaurant mit Panoramaterrasse, das einen weiten Blick über die Stadt bietet. Zum aktuellen Angebot gehören zudem ein Atelierbereich mit Workshops für Kinder, ein Museumsshop und eine Fachbibliothek. Im Gebäude befindet sich außerdem eine Konzertsaal mit 200 Plätzen in der achten Etage. Die dort stattfindenden intimen Konzerte werden aufgezeichnet, um sie für die museumspädagogische Arbeit zu nutzen und den Künstlern zur Verfügung zu stellen. Jährlich werden dort über 130 musikalische Veranstaltungen organisiert.
Ein Besuch mit allen Klängen
Die Institution verfügt über eine Sammlung von mehr als achttausend Instrumenten aus allen Epochen, vom Mittelalter bis zur Gegenwart. Über eintausendzweihundert davon sind in den verschiedenen Sälen des Museums ausgestellt. Ein außergewöhnliches Erbe, das während des gesamten Rundgangs ins Licht und zu Gehör gebracht wird. Sie werden sehen, was Sie hören werden, lautet das Motto des Museums. Jeder Besucher erhält einen Infrarot-Kopfhörer mit etwa 200 Klangbeispielen und Erläuterungen zu den ausgestellten Musikinstrumenten. Der Rundgang ermöglicht es, die Entwicklung der Instrumente weltweit und über die Jahrhunderte hinweg zu verfolgen, einschließlich des Einflusses verschiedener gesellschaftlicher Schichten auf deren Bauweise.
Im ersten Stock finden sich unter dem Titel Traditionen in der Welt Instrumente aus Europa, Asien und Afrika. Die zweite Etage ist der westlichen Kunstmusik gewidmet: Hier sind Instrumente von der Antike bis zum 19. Jahrhundert zu sehen. Der Bereich Musikmechanik im Untergeschoss präsentiert mechanische, elektrische und elektronische Instrumente.
Ich gebe zu, dass ich das Innere dieses Museums nicht besichtigt habe.
Dennoch lohnt es sich meiner Meinung nach, den Weg auf sich zu nehmen, allein schon um das prächtige Jugendstil-Gebäude zu sehen, in dem es untergebracht ist!