Bakou

Was tun in Baku: die schönsten Aktivitäten & Highlights 2026

Baku: Die Stadt, die unter deinen Füßen brennt

Es ist 20:00 Uhr in Baku, und die Flame Towers beginnen zu leuchten. Drei 182 Meter hohe Wolkenkratzer projizieren digitale Flammen auf ihre Glasfassaden. Ein paar Meter tiefer schlafen die mittelalterlichen Gassen der Altstadt im Dämmerlicht, völlig unbeeindruckt von diesem Spektakel.

Dieser Kontrast fasst die aserbaidschanische Hauptstadt perfekt zusammen: eine Stadt zwischen dem 12. und 21. Jahrhundert, zwischen Orient und Okzident, zwischen rohem Stein und getöntem Glas. Hier trinkt man schwarzen Tee aus tulpenförmigen Gläsern, nur einen Katzensprung von einem Kulturzentrum entfernt, das von Zaha Hadid entworfen wurde.

Ein Ziel, das sich jeder Schublade entzieht

Wenn dir Istanbul, Tiflis oder Teheran gefallen haben, wirst du hier eine vertraute Mischung aus Kulturen, Gastronomie und überraschender Architektur finden. Stadtplanungs-Fans kommen voll auf ihre Kosten: Es gibt nur wenige Orte, an denen man so abrupt von einem Palast aus dem 15. Jahrhundert zu einem futuristischen Gebäude wechselt, während man einfach nur die Straße überquert.

Wenn du allerdings von paradiesischen Stränden träumst, ist Baku nicht das richtige Ziel. Die Küste des Kaspischen Meeres in der Stadt lädt nicht zum Baden ein. Auch Naturliebhaber könnten enttäuscht sein: Das echte, ländliche Aserbaidschan, wie man es aus den Gebirgszügen des Kaukasus kennt, beginnt erst nach einer mehrstündigen Fahrt.

Ist eine Reise nach Aserbaidschan gefährlich?

Baku ist sehr sicher, oft sicherer als die meisten europäischen Hauptstädte. Die Regierung setzt auf Tourismusentwicklung und ahndet Delikte gegen Besucher streng. Die Gesellschaft in Baku ist säkular geprägt: Frauen, die allein reisen, müssen sich keine besonderen Sorgen machen, und bei der Kleidung gibt es keine strengen Vorschriften.

Ein erschwingliches Budget im regionalen Vergleich

Plane zwischen 40 und 60 Euro pro Tag für ein mittleres Budget ein: Ein ordentliches Hotel kostet 25-55 Euro pro Nacht, eine Mahlzeit im Restaurant liegt bei 5-15 Euro, und eine Fahrt mit der Metro kostet 0,40 AZN (ca. 0,20 Euro). Eine Fahrt mit Bolt im Stadtzentrum: 2-4 AZN (ca. 1-2 Euro).

Die Altstadt: Tausend Jahre zwischen vier Mauern

Alles beginnt in Icheri Sheher, der befestigten Stadt, die zum UNESCO-Welterbe gehört. Ein Labyrinth aus gepflasterten Gassen, umgeben von Mauern aus dem 12. Jahrhundert, in dem noch immer Menschen leben. Der Ort wirkt stellenweise fast zu perfekt restauriert, aber verirre dich ruhig in die Sackgassen: Genau dort stößt du auf winzige Moscheen und Teppiche, die an hölzernen Balkonen zum Trocknen hängen.

Der Jungfernturm, ein steinerner Zylinder aus dem 12. Jahrhundert, dessen ursprüngliche Funktion bis heute unbekannt ist, bietet einen weiten Blick über die Bucht. Der Palast der Schirwanschahs, die königliche Residenz aus dem 15. Jahrhundert, ist die Eintrittsgebühr von 10 AZN (ca. 5 Euro) für seine fein gemeißelten Innenhöfe und Mausoleen absolut wert.

Geheimtipp: Die historischen Hammams der Altstadt sind noch in Betrieb. Das älteste bietet ein Peeling für 15 AZN (ca. 8 Euro) und eine Massage für 20 AZN (ca. 11 Euro) an. Die Besuchszeiten sind nach Geschlechtern getrennt.

Der Boulevard und das moderne Baku

Der Boulevard von Baku erstreckt sich über 26 Kilometer entlang des Kaspischen Meeres. Familien beim Spaziergang, Café-Terrassen, Meeresbrise: Das ist die Lunge der Stadt, die abends besonders spektakulär beleuchtet ist. Entlang des Boulevards ist das Teppichmuseum, das in einem Gebäude in Form eines aufgerollten Teppichs untergebracht ist, auch dann einen Blick wert, wenn du dich nicht für Webkunst begeisterst.

Weiter landeinwärts bildet der Brunnenplatz das Herz des modernen Baku. Von dort führt eine Standseilbahn zum Plateau-Park und zur Allee der Märtyrer, von wo aus der Blick über die Bucht beeindruckend ist. In diesem Viertel verbergen sich auch Dutzende neoklassizistische Fassaden und Jugendstilbauten, ein Erbe der Ölbarone des 19. Jahrhunderts, die ihre Stadt nach dem Vorbild von Paris gestalteten.

Das futuristische Baku und Ausflüge

Das Heydar-Aliyev-Zentrum, entworfen von Zaha Hadid, ist wahrscheinlich das meistfotografierte Gebäude im Kaukasus. Kein rechter Winkel weit und breit. Die Struktur wellt sich wie eine weiße Welle in einem Park. Die Ausstellungen im Inneren zur Geschichte des Landes ergänzen den Besuch gut.

Etwa 30 km südlich beherbergt das Gobustan-Reservat mehr als 6.000 Petroglyphen, die zwischen 10.000 und 40.000 Jahre alt sind und zum UNESCO-Erbe gehören. Verbinde diesen Besuch mit den benachbarten Schlammvulkanen für einen Halbtagesausflug. Etwas näher liegen der zoroastrische Feuertempel Ateschgah und Yanar Dag, der Berg, der ständig brennt. Um ehrlich zu sein: Yanar Dag ist kleiner, als man es sich vorstellt.

Geheimtipp: Für Gobustan und Ateschgah kostet eine organisierte Tour mit Fahrer 50-80 AZN (ca. 27-43 Euro) pro Person, was dir die Logistik der öffentlichen Verkehrsmittel erspart, die außerhalb der Stadt eher unzuverlässig sind.

Wo essen und trinken in Baku?

Das wichtigste Gericht ist Plov: safranhaltiger Reis, langsam gegart, serviert mit Trockenfrüchten, Kastanien und Lammfleisch. Die königliche Version, Shah Plov, ist in eine goldene Brotkruste gehüllt, die unter dem Messer knuspert. In der Altstadt servieren Restaurants in ehemaligen Karawansereien diese deftige Küche. Firuze, ein Restaurant im Souterrain, bietet exzellente Piti (einen Lammeintopf) und Shah Plov zu fairen Preisen.

Für ein schnelles Mittagessen sind Qutab, dünne Fladen gefüllt mit Kräutern oder Fleisch, das lokale Streetfood: 1-2 AZN (ca. 0,50-1 Euro) pro Stück. Der schwarze Tee, der in birnenförmigen Armudu-Gläsern serviert wird, ist ein soziales Ritual. Man trinkt ihn nach jeder Mahlzeit, manchmal zwischendurch und oft einfach ohne besonderen Grund.

Wo übernachten in Baku und Umgebung?

Das ideale Viertel ist Icheri Sheher und die nähere Umgebung. Du erreichst alles zu Fuß. Gästehäuser in traditionellen Häusern bieten Zimmer zwischen 20 und 40 AZN (ca. 11-22 Euro) an. Das Deniz Inn Boutique Hotel bietet ein gutes Preis-Leistungs-Verhältnis im mittleren Segment. Für Luxus dominiert das Four Seasons die Uferpromenade. Für Backpacker bleibt das Sahil Hostel die erste Adresse. Buche im Sommer und während des Formel-1-Grand-Prix im September unbedingt im Voraus.

Wie anreisen und in Baku bewegen?

Deutsche Staatsangehörige benötigen für die Einreise ein Visum. Ein E-Visum ist über das Portal ASAN Visa erhältlich und wird innerhalb von 3 Werktagen ausgestellt. Reisende aus Österreich oder der Schweiz prüfen am besten die Bestimmungen für ihre Staatsangehörigkeit. Vom Flughafen sind es 25 km ins Zentrum. Der Expressbus T1 fährt zum Bahnhof für 1,30 AZN (ca. 0,70 Euro). In der Stadt kostet die Metro 0,40 AZN (ca. 0,20 Euro) mit der BakiKart. Für Ausflüge sind Bolt und organisierte Touren die einfachste Wahl.

Wann ist die beste Reisezeit?

Der Frühling (April bis Juni) und der Herbst (September bis Oktober) bieten die besten Bedingungen: 20 bis 28 Grad Celsius und ein moderates Besucheraufkommen. Der Sommer ist mit Spitzenwerten bis zu 40 Grad Celsius erdrückend heiß. Im Winter macht Baku seinem Ruf als "Stadt der Winde" alle Ehre, mit teils heftigen Böen und Temperaturen um die 5 Grad Celsius.

Im März verwandelt das Novruz-Fest die Stadt während einer einwöchigen Feier mit traditionellem Gebäck.

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