Der Palast, der fünf Jahrhunderte salzigen Wind überdauert hat
Auf dem Hügel über der Altstadt von Baku hebt sich eine Silhouette aus honigfarbenem Kalkstein gegen den Himmel über dem Kaspischen Meer ab. Der Palast der Schirwanschahs ist keine neuzeitliche Kulisse. Seine Mauern haben tatsächlich die Karawanen der Seidenstraße, Invasionen und verheerende Erdbeben überdauert.
Warum lohnt sich ein Besuch?
Der im 15. Jahrhundert von der Dynastie der Schirwanschahs errichtete Komplex diente als königliche Residenz, nachdem die Hauptstadt von Schirwan infolge eines schweren Bebens in der alten Stadt Schamachi nach Baku verlegt worden war. Seit dem Jahr 2000 gehört das Ensemble zusammen mit dem Jungfrauenturm zum UNESCO-Welterbe und gilt als das vollständigste Zeugnis mittelalterlicher Architektur in Aserbaidschan.
Was beim Betreten sofort auffällt, ist die Schlichtheit der Anlage. Hier gibt es keine prunkvollen Vergoldungen oder überladenen Fresken. Die künstlerische Finesse zeigt sich in der präzisen Steinmetzarbeit, den harmonischen Proportionen und dem Spiel von Licht und Schatten, das sich je nach Tageszeit in den Innenhöfen verändert.
Ein Ensemble aus verschiedenen Bauwerken
Das Gelände besteht aus einer Ansammlung unterschiedlicher Gebäude, die über verschiedene Epochen hinweg um einen zentralen Hof gruppiert wurden. Das Divankhane, ein Gebäude mit einer von Säulen getragenen Rotunde und einem kunstvoll verzierten Portal, diente vermutlich als Empfangshalle oder religiöser Ort. Über den exakten Verwendungszweck rätseln Historiker noch heute.
Zum Komplex gehören außerdem das Mausoleum der Schirwanschahs, die kleine Palastmoschee mit ihrem schlanken Minarett sowie die Überreste eines Hamams und einer Zisterne. Jedes dieser Bauwerke erzählt einen anderen Teil des mittelalterlichen Hoflebens, vom Sakralen bis hin zum Alltag.
Details, die man nicht verpassen sollte
Die halb unterirdisch gelegenen Königsgräber tragen noch heute arabische Kalligraphien. Achte besonders auf die Muqarnas, jene wabenförmigen, in den Stein gehauenen Nischengewölbe, die für die islamische Kunst dieser Zeit charakteristisch sind.
- Der Blick auf die Bucht von Baku von der Palastmauer aus
- Die geometrischen Steinmetzarbeiten am Portal des Divankhane
- Der Kontrast zwischen dem hellen Naturstein des Palastes und den gläsernen modernen Hochhäusern im Hintergrund
Tipp vom Experten: Komm am späten Nachmittag, wenn das flache Licht die Struktur des Steins betont und die Hitze des Tages nachlässt. Dann kehrt in den Innenhöfen eine fast feierliche Stille ein, weit weg vom Trubel der Altstadt, die nur wenige Meter unterhalb liegt.
Geeignet für
- Geschichtsinteressierte und Liebhaber mittelalterlicher islamischer Architektur
- Einen kombinierten Rundgang durch die Altstadt und zum Jungfrauenturm
Weniger geeignet für
- Besucher, die ein prunkvoll möbliertes oder museal inszeniertes Schloss erwarten
Richtpreis für den Besuch
| Leistung | Preis |
|---|---|
| Besuch des Palastes und der Altstadt | ab 18 € |
Richtpreise, Änderungen vorbehalten
Öffnungszeiten
Täglich: 10:00 bis 18:00 Uhr.
Letzter Einlass um 17:30 Uhr.
Wie viel Zeit du für diese Aktivität einplanen solltest
Plane etwa 1,5 bis 2 Stunden für die Erkundung des gesamten Komplexes ein, einschließlich des Mausoleums, der Moschee und der Gärten. Ein halber Tag ist empfehlenswert, wenn du die architektonischen Details in aller Ruhe bewundern möchtest.
*Angaben können sich ändern
Dieser Palast gehört zu den absoluten Pflichtbesuchen in Baku. Ich fand die Besichtigung interessant, es gibt dort mehrere ziemlich gut gepflegte Räume. Einziger Minuspunkt, die Besichtigung ist ein bisschen kurz. Für einen Palast hatte ich erwartet, dass mehr Räume zu sehen sind, das ist ein wenig schade.