Marrakesch, wo das Chaos zur Kunstform wird
Der Duft trifft dich, noch bevor sich deine Augen an das Licht gewöhnt haben. Eine Mischung aus geröstetem Kreuzkümmel, gegerbtem Leder und Orangenblüten, getragen von einer Brise, die aus einem anderen Jahrhundert zu stammen scheint. In den verwinkelten Gassen der Medina balanciert ein Verkäufer von Khobz ein Brett mit noch warmen Fladenbroten auf dem Kopf in Richtung des gemeinschaftlichen Viertelbackofens. Nur wenige Meter entfernt übertönt das Knattern eines Mopeds den Gebetsruf, der vom Minarett der Koutoubia erschallt. Die rote Stadt existiert seit fast einem Jahrtausend und weigert sich beharrlich, einen Gang zurückzuschalten.Eine Stadt, die niemanden kalt lässt
Dieses Ziel ist etwas für Reisende, die gerne aus ihrer Komfortzone herausgefordert werden. Wenn du das Unvorhersehbare, den Zufall und flüchtige Begegnungen magst, wirst du hier belohnt. Wer sich für Handwerkskunst, Gastronomie und Architektur begeistert, findet hier ein unerschöpfliches Spielfeld. Seien wir ehrlich: Die Stadt kann anstrengend sein. Das ständige Werben der Händler in den Souks, die falschen Guides, die an jeder Ecke auftauchen, die Sommerhitze und der dauerhafte Lärm erfordern mentale Vorbereitung. Reisende, die absolute Ruhe suchen, könnten die Erfahrung als belastend empfinden. Das GPS verliert im Labyrinth der Medina regelmäßig den Überblick, doch sich zu verlaufen gehört hier einfach dazu.Ein sehr erschwingliches Budget für Europäer
Rechne mit etwa 40 bis 80 Euro pro Tag für einen komfortablen Aufenthalt, der ein Riad, drei Mahlzeiten und einige Besichtigungen abdeckt. Ein Schlafsaal im Hostel kostet 8 bis 15 Euro pro Nacht, ein charmantes Riad liegt zwischen 40 und 80 Euro. Eine Tajine in einer kleinen Garküche kostet 3 bis 5 Euro.Der Jemaa el-Fna und die Medina: das pulsierende Herz
Alles beginnt und endet auf diesem Platz, der zum immateriellen Kulturerbe der UNESCO zählt. Am Morgen gehört er den Verkäufern von frisch gepresstem Orangensaft für 4 Dirham (ca. 0,40 Euro) pro Glas. Ab 17:00 Uhr verwandelt er sich. Geschichtenerzähler, Gnawa-Musiker, Schlangenbeschwörer und Essensstände übernehmen den Platz. Die Atmosphäre wirkt touristisch, doch jeden Abend speisen hier auch zahlreiche marokkanische Familien. Die Medina ist ein lebender Organismus. Hinter unscheinbaren Türen verbergen sich Riads mit Innenhöfen, die mit Zelliges ausgekleidet sind, jenen handbemalten Mosaikfliesen. Jedes Viertel hat seinen eigenen Backofen, zu dem die Bewohner ihren Teig zum Backen bringen, sowie ein Hamam und einen Krämerladen. Die Handwerker bearbeiten Leder, Kupfer und Zedernholz noch immer mit Techniken, die seit Generationen weitergegeben werden.Tipp vom Experten: Besuche die Souks früh am Morgen vor 9:00 Uhr, wenn die Läden gerade erst öffnen. Das ist die einzige Zeit, in der du in Ruhe fotografieren und den Handwerkern bei der Arbeit zusehen kannst, ohne dem Verkaufsdruck ausgesetzt zu sein.
Die Monumente: zwischen Pracht und Einkehr
Die Medersa Ben Youssef ist allein schon die Reise wert. Diese ehemalige Koranschule aus dem 16. Jahrhundert beherbergte einst bis zu 900 Studenten. Ihre Wände aus ziseliertem Stuck, das zentrale Wasserbecken und die kleinen Zellen der Studenten bieten einen Einblick in das goldene Zeitalter der islamischen Bildung in Marokko. Der Eintritt kostet 100 Dirham (ca. 9 Euro). Sei pünktlich zur Öffnung da, um den Innenhof vor dem Ansturm der Gruppen zu genießen. Der Palais de la Bahia erstreckt sich über 8 Hektar Gartenfläche und umfasst 150 Räume mit bemalten Decken. Dieser Palast aus dem 19. Jahrhundert wurde für einen Großwesir erbaut, der seine Zeitgenossen beeindrucken wollte. Der Jardin Majorelle mit seinem intensiven Blau, das vom französischen Maler entworfen und später von Yves Saint Laurent gerettet wurde, bietet eine kühle Oase. Der Palais El Badi ist zwar eine Ruine, aber friedlich und ein guter Ort, um den Menschenmassen an anderen Sehenswürdigkeiten zu entgehen.Jenseits der Medina: Gueliz und Ausflüge
Das Viertel Gueliz zeigt das andere Gesicht der Stadt. Diese während des französischen Protektorats erbaute Neustadt besticht durch baumbestandene Boulevards, Art-déco-Cafés und Galerien für zeitgenössische Kunst. Hier treffen sich die angesagten Marrakchis am Wochenende zum Brunch im Restaurant +61 oder bei Chez Elle. Der Kontrast zur Medina ist absolut sehenswert. Nur 45 Autominuten entfernt ermöglicht die Agafay-Wüste das Übernachten unter den Sternen, ohne die 9-stündige Anreise in die Sahara auf sich nehmen zu müssen. Ihre felsigen Hügel sind eine gute Alternative für einen Kurztrip. Das Atlas-Gebirge, das von den Dachterrassen der Stadt aus sichtbar ist, eignet sich hervorragend für Tageswanderungen durch Berberdörfer. Die hübsche Küstenstadt Essaouira ist mit dem Bus in 2,5 Stunden erreichbar.Tipp vom Experten: Buche einen Kochkurs in einem Riad. Du begleitest deinen Gastgeber auf den Markt von Rahba Kedima, um Gewürze auszusuchen, und bereitest anschließend deine eigene Tajine zu. Das ist für etwa 40 Euro pro Person der beste Weg, um die Geheimnisse der marokkanischen Küche zu lüften.
Marrakesch bleibt die touristische Hauptstadt Marokkos, die Stadt ist heute sehr begehrt.
Sicherlich entwickelt sich die rote Stadt sehr schnell, aber sie ist einladender als je zuvor und wird Sie begeistern!
Ich mochte ihre neuen Riads, die abwechslungsreichen Restaurants, die herzlichen Einwohner und ihr einzigartiges Kulturerbe.
Vom Platz Jemaa el fna aus habe ich die Berge und die von riesigen Palmen gesäumten Gärten bewundert.