Bahia-Palast: Glanz der marokkanischen Architektur des 19. Jahrhunderts
Hinter den Toren des Bahia-Palast eröffnet sich ein Labyrinth aus Innenhöfen und Salons, in denen das Licht mit den Zellige-Mosaiken spielt. In den Gärten herrscht Stille, die nur vom Plätschern der Brunnen unterbrochen wird. Hier zeigt sich die Kunst der marokkanischen Maâlems (Meisterhandwerker) von ihrer besten Seite: Jeder Quadratzentimeter zeugt von überliefertem Können.
Warum der Bahia-Palast einen Besuch wert ist
Der zwischen 1866 und 1900 vom Großwesir Si Moussa und seinem Sohn Ba Ahmed errichtete Palast verkörpert den Höhepunkt marokkanischer Wohnarchitektur. Der Name bedeutet Die Glänzende, eine Hommage an eine der Lieblingsfrauen des Wesirs. Mit seinen 160 Räumen auf fast 8.000 m² Fläche zeugt er von der Macht und dem Lebensstil des Alaouiten-Hofes am Ende des 19. Jahrhunderts.
Anders als Medersen oder Moscheen bietet dieser Ort einen Einblick in das private Leben der Palastbewohner: Harems, Privatgemächer und prunkvolle Empfangssäle. Die Architektur ist bemerkenswert intelligent an die Jahreszeiten und das Klima angepasst.
Ein Überfluss an Dekoration und Handwerkskunst
Die bemalten und geschnitzten Decken
Blicke im Cour d'honneur (Ehrenhof) nach oben. Die Decken aus Zedernholz zeigen geometrische und florale Muster von beeindruckender Komplexität. Jeder Raum hat sein eigenes Dekor: Rosetten, Muqarnas-Gewölbe und kufische Kalligrafien. Die Handwerker waren jahrelang damit beschäftigt, diese handbemalten Holzpuzzles zusammenzufügen.
Zellige und Stuckwände
Die Wände strahlen vor Farbe. Zellige, die typisch marokkanischen Mosaike aus glasierter Keramik, bedecken die Wände bis auf Augenhöhe mit hypnotischen geometrischen Mustern. Kobaltblau, Smaragdgrün, Safrangelb und reines Weiß: Die Nuancen folgen Jahrtausende alten ästhetischen Regeln. Darüber formt stuc ciselé (gemeißelter Stuck) Arabesken und arabische Inschriften, die Schönheit und Reichtum preisen.
Gärten und Patios
Der Palast gruppiert sich um mehrere Innenhöfe, die mit Orangenbäumen, Zypressen und Jasmin bepflanzt sind. Diese Räume sorgen für Frische und natürliches Licht in den angrenzenden Gemächern. Der Grand Riad mit seinem zentralen Becken und den Arkadengängen bildet das Herzstück des Palastes. Das Spiel von Wasser und Schatten schafft eine beruhigende Atmosphäre, fernab vom Trubel der Medina.
Organisiere deinen Besuch
Der Rundgang führt ohne erkennbare Ordnung durch die Räume, was die organische Entwicklung des Palastes über Jahrzehnte hinweg widerspiegelt. Plane für einen vollständigen Besuch etwa 45 Minuten bis 1 Stunde ein. Erklärungen vor Ort sind rar: Ein Reiseführer oder ein Audioguide bereichert das Erlebnis erheblich, indem er die Symbole und die Geschichte des Ortes entschlüsselt.
Der Tipp vom Experten: Komme direkt zur Öffnung um 9:00 Uhr, besonders in der Hochsaison. Der Palast empfängt täglich Tausende Besucher, und der Andrang macht es nach 10:30 Uhr schwierig, die architektonischen Details in Ruhe zu betrachten. Das Morgenlicht beleuchtet die Innenhöfe zudem besonders schön.
Unsere Tipps:
- Fotografieren ist im gesamten Palast gestattet
- Wähle eine respektvolle Kleidung (Schultern und Knie sollten bedeckt sein)
- Erklärungen auf Deutsch sind selten: Überlege dir, einen offiziellen Guide am Eingang zu buchen
- Das Kombiticket mit den Saadier-Gräbern kann sich lohnen
Öffnungszeiten
*Angaben können sich ändern
Für Liebhaber von Palästen, Riads und Innenhöfen ist das hier genau das Richtige!
Tatsächlich bietet diese berühmte Sehenswürdigkeit in Marrakesch eine Architektur wie aus Tausendundeiner Nacht...
Die Stuckarbeiten, die Skulpturen sowie die filigranen Details an den Türen und Decken sind bemerkenswert.
Allerdings hat mir der zu große Andrang nicht gefallen, ebenso wenig wie der sehr hohe Eintrittspreis!