Place aux Herbes, der Herzschlag des alten Nîmes
An der Fassade der Kathedrale fallen Spaziergängern sofort die quadratischen Löcher im Stein auf. Diese jahrhundertealten Aussparungen nutzten Händler im Mittelalter, um ihre Marktstände zu verankern. Heute sorgen der Schatten der Platanen, das Stimmengewirr der Caféterrassen und der Duft von frischem Brot aus den umliegenden Gassen dafür, dass dieser Platz der natürlichste Treffpunkt für die Einwohner von Nîmes ist.
Warum die Place aux Herbes besuchen?
Dieser Platz ist das pulsierende Zentrum der Écusson, der historischen Altstadt von Nîmes, und das bereits seit dem Hochmittelalter. Sein Name erinnert an den Markt für Obst, Gemüse und Blumen, der hier über Jahrhunderte stattfand. Mit der Eröffnung der Halles de Nîmes im Jahr 1884 endete diese Handelstradition, doch der Charakter als zentraler Sammelpunkt blieb bestehen.
Hier wurden früher Versammlungen abgehalten, religiöse Prozessionen formierten sich und heidnische Feste wurden gefeiert. Der Ort war jedoch auch Schauplatz blutiger Dramen während der Religionskriege, insbesondere bei der Michelade im September 1567, als etwa hundert Katholiken im Innenhof des angrenzenden Bischofspalastes massakriert wurden.
Fassaden, die Geschichte erzählen
Ein Blick nach oben genügt, um mehrere Jahrhunderte Architektur zu erfassen. Sprossenfenster zeugen von der Renaissance, während steinerne Arkaden einst mittelalterliche Läden schützten. Die Cathédrale Notre-Dame-et-Saint-Castor dominiert das Ensemble mit ihrem massiven Glockenturm und einem romanischen Fries aus dem 12. Jahrhundert, der Szenen aus dem Alten Testament zeigt.
Der ehemalige Bischofspalast, der zwischen 1682 und 1686 für den Bischof errichtet wurde, beherbergt heute das Musée du Vieux Nîmes. Sein kassettiertes Gesims und die skulptierten Löwenköpfe nehmen direkten Bezug auf die Dekoration der Maison Carrée. Auch das Conservatoire de musique (städtisches Musikkonservatorium) nutzt einen Teil des Gebäudes.
Ein lebendiger Ort zu jeder Tageszeit
Die Caféterrassen füllen sich bereits am frühen Morgen. Studierende der École des Beaux-Arts und des Konservatoriums mischen sich unter die Einheimischen, die mit Einkaufstaschen in Richtung der nahegelegenen Markthallen eilen. Trotz des regen Treibens bleibt die Atmosphäre gelassen, eine seltene Eigenschaft für einen so zentral gelegenen Platz.
Das finden Sie rund um den Platz:
- Die Halles de Nîmes, täglich von 7:00 bis 13:00 Uhr geöffnet und 2024 von der Financial Times als einer der besten Lebensmittelmärkte weltweit ausgezeichnet
- Das Musée du Vieux Nîmes mit seinen Sammlungen zur Textilgeschichte der Stadt
- Gepflasterte Gassen, die zur Maison Carrée und den Arenen führen
- Zahlreiche Restaurants und Bars mit Außengastronomie
Tipp vom Einheimischen: Kommen Sie unter der Woche früh am Morgen, um die friedliche Stimmung vor dem Ansturm der Touristen zu genießen. Ein Kaffee auf der Terrasse mit Blick auf die Kathedrale gegen 8:30 Uhr ist der ideale Zeitpunkt, um das Viertel beim Erwachen zu beobachten.
Das Herz von Nîmes! Dieser hübsche kleine Platz zeugt von der Vergangenheit der Stadt, mit seinen Steingebäuden, den alten Arkaden und der Kathedrale. Es ist auch ein guter Ort, um auf einer Terrasse etwas zu trinken oder zu Mittag zu essen. Der Ort ist dank der Nähe zur Kunsthochschule, dem Markt und den vielen Geschäften in der Umgebung immer sehr belebt. Verpassen Sie es nicht, dort vorbeizuschauen.