Die Saint-Bénézet-Brücke im Überblick
Bekannt durch das berühmte Kinderlied Sur le pont d'Avignon, zieht die Saint-Bénézet-Brücke jedes Jahr mehr als 300.000 Besucher an. Das zum Unesco-Welterbe zählende Bauwerk wurde 1171 von einem jungen Hirten errichtet, der der Brücke ihren Namen gab. Sie erstreckte sich am linken Ufer der Rhône, nördlich der Stadt, die damals zum Reichsgebiet gehörte. Mit einer Länge von 920 Metern bestand sie einst aus 22 Bögen, von denen heute nur noch 4 Überreste zeugen. Trotz ihrer geringen Größe beherbergt sie zwei Kapellen: die Saint-Bénézet-Kapelle auf dem dritten Pfeiler sowie die kleine Kapelle Saint-Nicolas, dem Schutzpatron der Schiffer, am Ende der Brücke. Der Tour Philippe le Bel (Philipp-der-Schöne-Turm) auf der Seite von Villeneuve-lès-Avignon überragt die Anlage und diente früher dazu, den Zugang zur Brücke zu kontrollieren.
Über lange Zeit war dies die einzige Verbindung zwischen Lyon und dem Mittelmeer. Sie fungierte als Grenzposten zwischen dem Kirchenstaat und Frankreich, wo Wegzölle erhoben und Kontrollen durchgeführt wurden. Da der Warentransport damals primär über den Wasserweg erfolgte, war die Brücke bewusst schmal gehalten und für Fuhrwerke gar nicht erst passierbar.
Die launische Rhône war maßgeblich für die Zerstörung des Bauwerks verantwortlich, doch auch historische Konflikte spielten eine Rolle. Louis VIII ließ die Brücke während einer Belagerung der Stadt zu drei Vierteln zerstören. Später ordnete Louis XI nach den verheerenden Überschwemmungen von 1479 eine Instandsetzung an. Aufgrund der hohen Unterhaltskosten durch die ständigen Hochwasser wurde das Bauwerk ab dem 17. Jahrhundert schließlich dem Verfall überlassen.
Tanzen konnte man auf der Brücke entgegen dem beliebten Lied, das vermutlich aus dem 15. Jahrhundert stammt, natürlich nicht. Es heißt jedoch, dass man sich unterhalb der Brücke vergnügte, wo sich auf der Île de la Barthelasse, direkt gegenüber dem Palais des papes (Papstpalast), eine Gaststätte befand. Auch wenn der Besuch kein monumentales Erlebnis ist, bietet er einen entspannten Spaziergang und eine ungewohnte Perspektive auf die Stadt. Als Alternative bieten sich zahlreiche Bootsfahrten auf der Rhône an, die direkt an den Ruinen vorbeiführen.
Ein schöner Spaziergang! Ich empfehle eher, drumherum zu spazieren. Man hat genug Aussichtspunkte, um ihn zu beobachten. Und er gibt zusammen mit dem Blau des Wassers ein sehr schönes Bild ab.
Allerdings glaube ich nicht, dass es unbedingt nötig ist, für den Aufstieg zu bezahlen. Vor allem, wenn man mit der Familie unterwegs ist. Außerdem ist das Überqueren ziemlich kurz, da die Brücke unvollendet bleibt.