Bonbons, Nougat und Nostalgie: Das Museum von Montélimar, das nach Kindheit riecht
Der Duft kommt vor allem anderen. Eine süße Mischung aus lauwarmem Karamell, Marshmallow und frischem Nougat, die direkt am Eingang des Gebäudes in der Luft liegt. Der Palais des Bonbons, du Nougat et des Souvenirs ist einer jener Orte, die geschaffen wurden, um das kulinarische Gedächtnis von Erwachsenen zu wecken und Kinder gleichermaßen zu begeistern.
Als drittes touristisches Ziel im Département Drôme vereint er unter einem Dach mehrere Themenmuseen, eine handwerkliche Nougatmanufaktur und einen Spielbereich, die diesen Stopp zu einem lohnenden Ausflug für Familien in Montélimar machen.
Warum sich der Besuch im Bonbonpalast lohnt
Die Einrichtung existiert bereits seit einigen Jahrzehnten an der Straße nach Valence, nördlich von Montélimar. Das Konzept beruht auf einer einfachen Idee: Süßigkeiten und Spielzeug als Brücken zur kollektiven Erinnerung zu nutzen. Von den Bêtises de Cambrai bis zu bunten Lutschern, von den ersten Spielekonsolen bis zu Miniaturautos aus den 1960er Jahren spannt der Rundgang einen weiten Bogen.
Dieser gewollte Sammelsurium-Charakter, wie manche Besucher es nennen, macht paradoxerweise den Reiz aus: Hier findet jeder ein Fragment seiner eigenen Kindheit wieder.
Die direkt in den Rundgang integrierte handwerkliche Nougatmanufaktur sorgt für eine greifbare lokale Verankerung. Seit dem Erhalt der geschützten geografischen Angabe IGP Nougat de Montélimar im November 2024 gewinnt diese Produktion noch an Bedeutung. Man kann bei der Herstellung zuschauen, und am Eingang wird eine kostenlose Kostprobe angeboten.
Die verschiedenen Bereiche
Das Süßigkeitenmuseum und das Dorf von M'sieur Bonbec
Der Rundgang beginnt mit der Geschichte des Zuckers, die auf spielerische Weise über 3 000 Jahre hinweg erzählt wird. Filmvorführungen, Geruchsorgeln, Touchscreens und Vitrinen aus Bonbons wechseln sich ab. Eine Limonaden-Destillerie aus den 1920er Jahren nimmt eine Ecke des Raumes ein, detailgetreu rekonstruiert mit ihren alten Bottichen und historischen Etiketten. Alle fünf Sinne werden angesprochen, was die Aufmerksamkeit der Jüngeren fesselt, ohne die Erwachsenen zu langweilen.
Das Spielzeugmuseum und das Museum der Route Nationale 7
Der zweite Teil des Geländes verlässt das Gebiet des Zuckers und betritt das Reich der Nostalgie. Von Holzspielzeug aus dem frühen 20. Jahrhundert bis zu Spielekonsolen aus den 1990er Jahren deckt die Sammlung mehrere Generationen ab. Das Museum der Nationale 7 erweist sich dabei als echtes Highlight: Es zeichnet die Geschichte dieser legendären Straße nach, die Paris mit Menton verband, samt alten Zapfsäulen, Hotelschildern und Oldtimern. In den Bewertungen von Besuchern wird es regelmäßig als der Höhepunkt des Rundgangs genannt.
Die weiteren Bereiche
Der Rundgang umfasst außerdem:
- Ein Dorf mit provenzalischen Santons samt lebendiger Szenen
- Eine Sammlung historischer Puppen und Babypuppen
- Ein originalgetreu nachgebautes Schulzimmer von früher mit Tintenfässern an den Holzbänken
- Mechanische Automaten und eine Stadt aus Bauklötzen
- Die Trains de Santa Fé, eine neuere Attraktion des Standorts
Der Außenbereich und die Aktivitäten für Kinder
Der Palast beschränkt sich nicht nur auf die Ausstellungsräume. Draußen sorgen ein Streichelzoo mit lebenden Zwergtieren und eine Voliere mit Exoten für Abwechslung zwischen den Museen. Ein überdachter Picknickplatz und ein Restaurant vor Ort machen es leicht, den ganzen Tag zu bleiben. Der Indoor-Spielplatz Badaboum mit 60 Attraktionen auf 4 Ebenen hat das ganze Jahr über mittwochs, an Wochenenden, Feiertagen und während der Schulferien geöffnet.
Seien wir ehrlich: Einige Vitrinen könnten eine Frischekur vertragen, und der Eintrittspreis für Erwachsene von 11 €* mag für ein Museum dieser Art hoch erscheinen. Dennoch bleibt der Ort als Schlechtwetterprogramm in Montélimar kaum zu schlagen, besonders im Kombipaket aus Museum und Badaboum.
Ein Tipp unter Freunden: Wer die Eintrittskarte des Musée européen de l'aviation de chasse vorzeigt, erhält eine Ermäßigung. Am besten gleich die Online-Tickets nutzen, denn diese sind tagesunabhängig und ermöglichen bei großem Andrang den Einlass ohne Warten.
Öffnungszeiten
Außerhalb der Schulferien: montags von 14:00 bis 17:30 Uhr, dienstags bis sonntags von 10:00 bis 11:30 Uhr sowie von 14:00 bis 17:30 Uhr (Besuchsende jeweils um 12:30 Uhr und 18:30 Uhr).
Während der Schulferien der Zone A: durchgehende Besuchszeit von 10:00 bis 12:00 Uhr und von 14:00 bis 17:30 Uhr.
Im Juli und August gelten erweiterte Öffnungszeiten.
Bei so einem Namen fühlt man sich wie in einem Märchen. Vor Ort erinnert die Stimmung dann eher an Alice im Wunderland. Es ist bunt, lebendig, zuckersüß und vielleicht ein bisschen zu viel des Guten (zumindest für meinen Geschmack). Trotzdem sind die Ausstellungen lebendig und spielerisch gestaltet, mit vielen Dingen, die es zu entdecken gibt (darunter auch ein Dorf mit Santons-Figuren). Also lassen Sie sich das nicht entgehen! Schließlich sind schöne Dinge nicht nur für Kinder da!