Schloss Aubenas, acht Jahrhunderte Architektur in einem einzigen Bauwerk
Glasierte Ziegel mit burgundischem Glanz, ein 26 Meter hoher quadratischer Bergfried mit vier Ecktürmchen und Arkadengalerien, die einem italienischen Palast Konkurrenz machen. Das Schloss Aubenas fasst die Geschichte der französischen Architektur vom 12. bis zum 18. Jahrhundert perfekt zusammen. Sechs Adelsfamilien haben es nacheinander umgestaltet und jede hat ihre eigene Handschrift im Stein hinterlassen.
Seit dem Sommer 2024 beherbergt das Schloss nach siebenjähriger Restaurierung ein Zentrum für zeitgenössische Kunst und Kulturerbe, das dem Monument eine neue Dynamik verleiht.
Warum sollte man Schloss Aubenas besuchen?
Das seit 1943 als historisches Monument unter Denkmalschutz stehende Schloss der Montlaur thront auf einem Kalksteinfelsen über dem Tal der Ardèche. Das örtliche Fremdenverkehrsamt bezeichnet es als das schönste Beispiel ziviler Architektur im Vivarais, und das ist keineswegs übertrieben. Das Gebäude vereint einen mittelalterlichen Bergfried, Ecktürme aus dem 14. Jahrhundert, eine Loggia im italienischen Renaissancestil, holzvertäfelte Salons aus dem 18. Jahrhundert und nun auch 1.900 m² Ausstellungsfläche für zeitgenössische Kunst.
Die Lage von Aubenas an der Schnittstelle zwischen Le Puy-en-Velay und Montélimar machte den Ort bereits ab dem 11. Jahrhundert zu einem strategischen Wachtposten.
- Die Montlaur herrschten hier von 1084 bis 1441.
- Die Maubec fügten ihren gotischen Turm hinzu.
- Die Modène brachten den italienischen Geschmack ein.
- Die Ornano, ursprünglich aus Korsika, ließen die berühmten glasierten Ziegel nach dem Vorbild der Hospices de Beaune anbringen.
- Die Vogüé schließlich schufen vor der Revolution die monumentale Ehrentreppe.
Ein Rundgang zwischen mittelalterlichem Bergfried und Gegenwartskunst
Der Innenhof und die Galerien
Man betritt das Schloss durch die Südfassade, die von zwei Rundtürmen mit Maschikulis flankiert wird. Der Innenhof offenbart sofort das Wechselspiel der Epochen. Der wuchtige Bergfried aus dem 13. Jahrhundert steht drei Ebenen von Renaissance-Arkaden gegenüber, die von der Familie Modène hinzugefügt wurden. Der Tour Maubec mit seinen Sprossenfenstern, deren Verzierungen von Stockwerk zu Stockwerk feiner werden, um eine gewisse Leichtigkeit zu vermitteln, ist einen genauen Blick wert.
Der Bergfried und sein Panorama
Der Zugang zum Bergfried erfolgt ausschließlich im Rahmen einer Führung über eine steile Treppe, die in der zwei Meter dicken Mauer liegt. Der Platz ist begrenzt, die Gruppengröße daher klein. Oben angekommen, bietet sich ein 360-Grad-Panorama über die Dächer des Schlosses, die Altstadt von Aubenas, das Ardèche-Tal und das in der Ferne aufragende Coiron-Massiv. Unserer Meinung nach ist dies der beeindruckendste Aussichtspunkt der Stadt.
Tipp vom Experten: Entscheide dich für die historische Führung anstelle eines freien Rundgangs. Sie ermöglicht den Zugang zum Bergfried sowie zu Bereichen, die normalerweise für die Öffentlichkeit geschlossen sind, und die Vermittlerinnen sind fachkundig. Reserviere deinen Platz auf der Website des Schlosses, besonders in der Sommerzeit.
Die Ausstellungen für zeitgenössische Kunst
Das Kunstzentrum bietet 5 bis 7 Ausstellungen pro Jahr an, sowohl Einzel- als auch Gruppenausstellungen, in Räumen, in denen die Werke mit dem mittelalterlichen Mauerwerk verschmelzen. Das Programm umfasst Malerei, Skulptur, Video, Installationen und manchmal virtuelle Realität. Ein wichtiger Hinweis: Manche Werke können auf ein junges Publikum verstörend wirken. Prüfe das Programm online vor deinem Besuch, wenn du mit der Familie unterwegs bist.
Rund um das Schloss: Altstadt und Wochenmarkt
Auf der Place du Château findet jeden Samstagmorgen ein lebendiger Markt mit Produkten aus der Ardèche statt. Ziegenkäse, Wurstspezialitäten, Kastanienhonig, Weine aus den Cevennen. Der Abstecher zu den Ständen lohnt sich für sich allein. Gegenüber dem Schloss ergänzt die Maison Delichères, ein gotisches Wohnhaus aus dem 15. Jahrhundert mit Wasserspeiern, das historische Bild.
Nur wenige Schritte entfernt sorgt der Dôme Saint-Benoît, eine ehemalige Kapelle der Benediktinerinnen mit ihrer sechseckigen Kuppel, für einen bemerkenswerten architektonischen Akzent.
Die Vorteile dieses Besuchs
- Ein seltener architektonischer Querschnitt vom 12. bis zum 18. Jahrhundert an einem Ort
- Die kürzlich erfolgte Restaurierung macht das Ensemble verständlich und hell
- Das Kunstzentrum bietet ein lebendiges, mehrmals jährlich wechselndes Programm
- Die Anlage ist dank eines Panoramalifts zu 90 Prozent für Personen mit eingeschränkter Mobilität zugänglich
Wichtige Hinweise vorab
- Die Räume sind nicht mit historischen Möbeln ausgestattet, da das Schloss primär ein Ausstellungsort ist
- Bei einem freien Rundgang gibt es nur wenige Schautafeln, die die Baugeschichte erklären
- Einige zeitgenössische Werke sind je nach Ausstellung möglicherweise nicht für Kinder geeignet
- Außerhalb der Saison ist das Schloss nur mittwochs und an den Wochenenden geöffnet
Eintrittspreise für das Schloss Aubenas
| Kategorie | Preis |
|---|---|
| Vollpreis | 9,00 € |
| Ermäßigt (10-17 Jahre, Studierende bis 26 Jahre, Arbeitsuchende) | 6,00 € |
| Unter 10 Jahren | Kostenlos |
| Familienticket (1-2 Erwachsene + bis zu 4 Kinder) | 20,00 € |
| Jahrespass | 20,00 € |
| Jahrespass für Einwohner von Aubenas | 12,00 € |
Preisangaben freibleibend und vorbehaltlich Änderungen
Ein komplett restauriertes Schloss (was man wirklich hervorheben muss). Der Effekt ist garantiert, selbst von außen! Ich mag den Turm mit seinen bunten Kacheln sehr. Im Inneren gibt es abwechslungsreiche Ausstellungen, bei denen das Programm regelmäßig wechselt. Ich empfehle euch, euch vorher zu informieren, ob sie euch zusagen. Da ich nicht gerade die größte Liebhaberin zeitgenössischer Kunst bin, fand ich die Ausstellungsflächen zudem ein wenig leer.