Die älteste Nougat-Manufaktur von Montélimar öffnet ihre Kessel
Sobald man die Schwelle überschreitet, liegt der Duft von warmem Honig und gerösteten Mandeln in der Luft. Hier brodeln die Kupferkessel noch heute wie im Jahr 1837, als der Konditor Mathieu Arnaud und Marguerite Soubeyran das Haus gründeten, das bis heute ihren Namen trägt.
Das Nougat-Museum der Fabrique Arnaud Soubeyran ist keine statische Ausstellung. Es ist ein aktiver Betrieb, durch den man direkt zwischen den Arbeitsstationen hindurchläuft, die Nase fast an den Kesseln.
Warum einen Besuch in der Nougat-Fabrik einplanen?
Montélimar hat mehrere Nougat-Hersteller, aber das Haus Arnaud Soubeyran ist das einzige, das seit fast zwei Jahrhunderten ohne Produktionsunterbrechung besteht. Seit dem Jahr 2000 führen Caroline Brotte und Didier Honnoré das Familienunternehmen. Ihr Sohn Thomas bewirtschaftet heute 17 Hektar Bio-Mandelbäume und pflegt rund fünfzig Bienenstöcke nur wenige Kilometer von der Manufaktur entfernt, um die Küche direkt mit lokalen Rohstoffen zu versorgen.
Der Nougat von Montélimar erhielt im November 2024 zudem die geschützte geografische Angabe (g.g.A.), eine Anerkennung nach acht Jahren Vorbereitungszeit. Das Pflichtenheft schreibt einen Mindestanteil von 30 Prozent Mandeln und 25 Prozent Honig an den gesamten Süßungsmitteln vor. Wer die Fabrik besucht, versteht konkret, was diese Zahlen in einem Kessel bedeuten.
Der Rundgang: Zwischen Werkstätten und Inszenierung
Der Audioguide und die Gestaltung
Der Rundgang wurde im Jahr 2019 neu konzipiert und erfolgt mit einem Audioguide. Die Stimmen von Marguerite und Mathieu Soubeyran begleiten die Gäste leichtfüßig durch die Räume, gespickt mit Anekdoten über die Familie und die Geschichte der Nationale 7. Archivfilme aus den 1950er Jahren treffen auf Installationen zeitgenössischer Künstler, Fotografen und Modellbauer. Der Ton bleibt unterhaltsam, ohne dabei kitschig zu wirken.
Die Produktion live erleben
Der große Vorteil des Ortes: Die Museumsräume grenzen direkt an die aktiven Küchen. Von Montag bis Freitag am Vormittag kann man den Konditoren dabei zusehen, wie sie die weiße Masse verarbeiten, aus den Kesseln heben und in die Formen gießen. Ein Tipp: Gehen Sie während Ihres Besuchs ruhig mehrmals an den Glasscheiben vorbei, da sich die einzelnen Fabrikationsschritte schnell verändern.
Das akustische Bienenhaus und die Welt der Bienen
Die im Jahr 2021 ergänzte InRuche® ist eine der bemerkenswertesten Attraktionen des Rundgangs. Mit Kopfhörern ausgestattet, ermöglicht diese immersive Installation, das Leben eines Bienenvolks durch alle vier Jahreszeiten hindurch zu belauschen. Man hört das je nach Temperatur modulierte Summen, die Aktivität der Königin und die Signale des Stocks. Für ein Museum, das sich der Süßwarenherstellung widmet, ist dieser Ausflug in die Imkerei überraschend fesselnd.
Für Familien und der süße Abschluss
Für Kinder unter 11 Jahren werden drei kostenlose Rundgänge angeboten. Der neueste, PtitNougat genannt, funktioniert über QR-Codes auf dem Smartphone mit Minispielen und animierten Geschichten. Die Jüngsten (5 bis 8 Jahre) erhalten ein Heft namens "Mamie nous gâte" (Oma verwöhnt uns) mit Rätseln und Zeichnungen. In jedem Raum stehen niedrige Tische und passende Stühle bereit, damit sie ihr Heft bequem ausfüllen können.
Der Besuch endet mit einer Einführung in die Verkostung von drei Spezialitäten: weicher Nougat, schwarzer Nougat aus der Provence und Calisson. Eine begleitende Videoanleitung lädt dazu ein, Tastsinn, Geruch und Geschmack zu nutzen, ähnlich wie bei einer Weinprobe. Der angrenzende Laden bietet das gesamte Sortiment des Hauses an: handgemachte Marshmallows, Karamell, schokolierte Früchte und Kekse.
Tipp vom Experten: Um die Produktion live zu sehen, empfiehlt sich ein Besuch am Vormittag von Montag bis Freitag, außerhalb von Feiertagen. Rufen Sie am Vortag unter 04 75 51 01 35 an, um zu bestätigen, dass produziert wird. An Samstagen und an den Nachmittagen ruhen die Werkstätten meist.
Wenn man an Montélimar denkt, denkt man an Nougat! Ich war begeistert, all die Herstellungsgeheimnisse zu entdecken. Das Innere ist lebendig, farbenfroh und bietet detaillierte Erklärungen. Groß und Klein kommen hier voll auf ihre Kosten. Das alles macht hungrig. Und das trifft sich gut, denn am Ende des Rundgangs gibt es einen Verkostungsbereich!