Das Guggenheim-Museum Bilbao: Monumentale Skulptur, die eine Stadt neu erfand
Die 33.000 Titanplatten fangen das Licht des Baskenlandes ein und verwandeln jede Stunde des Tages in ein neues Schauspiel. Seit 1997 ist das Guggenheim-Museum weit mehr als ein reines Museum. Es ist die verkörperte Metamorphose von Bilbao, einer einstigen Industriestadt, die zur Pilgerstätte für zeitgenössische Kunst wurde. Der Mut von Frank Gehry schuf nicht nur ein Gebäude, sondern ein weltweites Phänomen, das als Bilbao-Effekt bekannt wurde.
Warum dieses Museum die Regeln änderte
Am Ufer des Nervión, wo einst stillgelegte Docks das Stadtbild prägten, ragt diese architektonische Skulptur empor, die mit klassischen Kurven bricht. Gehry ließ sich von der Bewegung der Fische und dem maritimen Industrieerbe der Stadt inspirieren. Das Ergebnis ist ein organischer Bau, der mal an ein Schiff im Hafen erinnert, mal an die schimmernden Schuppen eines riesigen Wasserwesens.
Zwischen 1993 und 1997 mithilfe der Luftfahrt-Software CATIA erbaut, ist das Museum eine technische und ästhetische Glanzleistung. Auf 24.000 Quadratmetern verteilen sich 11.000 Quadratmeter Ausstellungsfläche in neunzehn Galerien. Zehn folgen einem klassischen rechtwinkligen Grundriss mit Steinoberflächen, während neun weitere irreguläre Formen aufweisen, die mit Titan verkleidet sind und je nach Licht und Wetterlage anders schimmern.
Die Ikonen, die den Tempel bewachen
Schon vor dem Betreten beeindrucken drei monumentale Skulpturen. Puppy, der legendäre riesige Hund von Jeff Koons aus dem Jahr 1992, hält Wache vor dem Haupteingang. Die 12,4 Meter hohe Figur ist mit zehntausenden lebenden Blumen bedeckt, die zweimal jährlich mühsam ausgetauscht werden. Diese fröhliche Wächterfigur verkörpert den Optimismus, den der amerikanische Künstler vermitteln möchte.
Zwischen dem Museum und dem Fluss steht Maman, die monumentale Spinne von Louise Bourgeois. Mit fast 9 Metern Höhe birgt die Struktur aus Bronze und Stahl einen Marmorsack mit Eiern, eine starke Allegorie auf die beschützende Mutterschaft. Auf der Museumsterrasse vervollständigen die bunten Tulpen von Koons dieses Außentriptychon mit ihrer leuchtenden Farbenpracht.
Eintauchen in die Galerien
Das Herz des Museums schlägt in seinem 50 Meter hohen, schwindelerregenden Atrium, das von Gehry selbst als La Fleur bezeichnet wird. Dieser lichtdurchflutete Raum verteilt die Galerien auf drei Ebenen und bietet beeindruckende Ausblicke auf das Ästuar und die umliegenden Hügel.
The Matter of Time, ein immersives Erlebnis
In der größten Galerie, die 130 Meter misst, findet sich die permanente Installation von Richard Serra. The Matter of Time besteht aus acht monumentalen Skulpturen aus Cortenstahl, die einen sensorischen Irrgarten bilden. Man verliert sich gerne in den gigantischen Kurven, die die Wahrnehmung des Raums verändern und Klänge verstärken. Zwischen diesen tonnenschweren Stahlplatten zu wandeln, wird zu einer beinahe mystischen Erfahrung.
Permanente Sammlungen und Ausstellungen
Das Museum beherbergt eine meisterhafte ständige Sammlung: Mark Rothko, Antonio Saura, Willem de Kooning, Anselm Kiefer. Wechselausstellungen erweitern das Angebot laufend und bestätigen den Status des Guggenheim als maßgebliche Plattform für zeitgenössische Kunst weltweit. Jenny Holzer, Eduardo Chillida und Fujiko Nakaya mit ihrer poetischen Nebelskulptur ergänzen dieses künstlerische Pantheon.
Der Tipp vom Profi: Gehe auf die Brücke La Salve mit ihrem roten Bogen, um das Museum aus dem besten Winkel zu betrachten. Überquere danach den Fluss über die Fußgängerbrücke bei der Bibliothek Deusto für eine spektakuläre Frontalansicht. Im Inneren solltest du die ruhige Stunde am Mittwoch zwischen 14:00 und 15:30 Uhr nutzen, um den Besuch ganz entspannt zu genießen.
Öffnungszeiten
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Bilbao ist dank dieses außergewöhnlichen Museums zu einem eigenständigen Reiseziel geworden.
Das Viertel wurde rund um diesen erstklassigen kulturellen Ort komplett neu gestaltet.
Mir hat die Außenarchitektur gefallen, die allein schon die Reise wert ist. Besonders der Blick von den Brücken ist atemberaubend.
Allerdings war ich von den Sammlungen weniger begeistert, aber es bleibt ein überraschender Ort.