Das Musée Grévin, eines der besten Museen von Paris
Mit fast 150 Jahren Geschichte und jährlich rund 700.000 Besuchern gehört das Musée Grévin zu den traditionsreichsten Museen in Paris. Die legendäre Institution in der französischen Hauptstadt öffnete ihre Türen erstmals im Juni 1882. Die detailgetreue Nachbildung von Persönlichkeiten aus Politik und Öffentlichkeit in Lebensgröße war für die damalige Zeit eine beachtliche technische Meisterleistung. Die Idee stammte von Arthur Meyer, einem Journalisten, der den Menschen die Gesichter der Persönlichkeiten zeigen wollte, über die er schrieb, da die Fotografie seinerzeit noch nicht weit verbreitet war. Der erste Zeichner und künstlerische Leiter des Museums war Alfred Grévin, ein bekannter Karikaturist jener Ära, der dem Haus seinen Namen gab. Unterstützt wurden beide bei ihrem Vorhaben von Gabriel Thomas, dem Verwalter und wichtigsten Geldgeber des Musée Grévin Ende des 19. Jahrhunderts.
Geschichte hautnah erleben im Musée Grévin
Seit seiner Gründung hat das Musée Grévin mehr als 2.000 Wachsfiguren gefertigt und ausgestellt. Neben Statuen französischer und internationaler Berühmtheiten zeigt das Museum zahlreiche historische Szenen, etwa Jeanne d'Arc auf dem Scheiterhaufen. Das Haus versteht es aber auch, leichtere Töne anzuschlagen, und präsentiert die Stars des aktuellen Showbusiness. Es zählt zu den besten Museen für einen Familienbesuch in Paris.
Wachsfiguren, eine französische und europäische Handwerkskunst
Ursprünglich dienten Wachsmodellierungen und Porträts dazu, die Züge Verstorbener zu bewahren und ihnen so ein Andenken in der Nachwelt zu sichern. Diese Totenmasken wurden entweder mit dem Verstorbenen bestattet oder separat aufbewahrt und ausgestellt. Bis zum Ende der Antike waren diese Masken Teil bedeutender Bestattungskulte, wobei die Zeroplastik eine wichtige Rolle in der Trauerkultur spielte.
Im Mittelalter wurden Wachsfiguren vor allem genutzt, um königliche oder religiöse Persönlichkeiten abzubilden. In der Renaissance etablierte sich die Zeroplastik dann als Teilbereich der Anatomie. Ihr Hauptzweck bestand nun darin, das Wissen über den menschlichen Körper zu vertiefen. Das Modellieren entwickelte sich zu einer technischen Fertigkeit und Expertise, die vor allem in Frankreich und Italien verbreitet war und maßgeblich zum medizinischen Fortschritt beitrug.
In Frankreich fand die erste Ausstellung von Wachsfiguren zu Beginn des 18. Jahrhunderts statt. Im Jahr 1705 ergriff der französische Maler und Bildhauer Antoine Benoist die Initiative, eine Ausstellung mit einer Reihe von Wachsfiguren zu veranstalten, die den König und seinen Hofstaat darstellten.
Kulisse und Attraktionen des Musée Grévin
Ursprünglich war das Musée Grévin als eine Art Kuriositätenkabinett konzipiert. An den Grands Boulevards gelegen, beeindruckt das Gebäude durch eine architektonische Gestaltung im venezianischen Rokoko, die in dieser Form einzigartig ist. Die Salle de la Coupole (Kuppelsaal) und die Salle des Colonnes (Säulensaal) verfügen über eine für den Barock typische Ausstattung.
Der von Eugène Hénard geschaffene Palais des Mirages ist zweifellos die bekannteste Attraktion des Musée Grévin. Dieser prachtvolle Saal ist im Grunde ein riesiges Kaleidoskop, das anlässlich der Weltausstellung von 1900 entworfen wurde. Mit einer Mischung aus Kulissen, die an hinduistische Tempel erinnern, kombiniert mit Motiven, die den Dschungel und orientalische Paläste heraufbeschwören, erzeugt der Palais des Mirages verblüffende Licht- und Farbspiele, die einen regelrecht schwindelig machen können.
Früher war das Musée Grévin zudem mit einem Cabinet Fantastique verbunden, in dem die größten Zauberkünstler des 20. Jahrhunderts auftraten. Dieser Saal wurde später in ein Theater umgewandelt. Das Théâtre Grévin steht heute aufgrund seines Bühnenvorhangs, einer Arbeit des berühmten Plakatkünstlers Jules Chéret, unter Denkmalschutz. Darüber hinaus stammen die Reliefs über der Bühne von dem Bildhauer Antoine Bourdelle. Noch heute finden im Théâtre Grévin gelegentlich Theateraufführungen oder Konzerte bei Kerzenschein statt, ein ungewöhnliches Erlebnis in Paris.
Die zahlreichen Statuen des Musée Grévin
Wer hat nicht schon einmal davon geträumt, ein Selfie mit einem Weltstar zu machen? Das Musée Grévin ist voll von lebensnahen Statuen historischer Persönlichkeiten sowie Größen aus Musik und Film. Zu sehen sind unter anderem Michael Jackson, Simone Veil oder Pablo Picasso.
Wie werden die Persönlichkeiten für das Musée Grévin ausgewählt?
Obwohl die Kunsthandwerker des Musée Grévin in gut einem Jahrhundert über 2.000 Wachsfiguren geschaffen haben, sind nur 300 davon dauerhaft in den Räumlichkeiten ausgestellt. Die ältesten Stücke stammen aus dem Jahr 1889. Meist handelt es sich dabei um historische Nachstellungen wie die Ermordung von Marat während der Französischen Revolution oder das Massaker der Bartholomäusnacht in den Religionskriegen.
Seit 2001 wählt eine Fachkommission aus elf ausgewählten Persönlichkeiten der Medienwelt die neuen Statuen für das Musée Grévin aus. Diese unter dem Vorsitz von Stéphane Bern stehende Académie Grévin trifft sich zweimal jährlich.
Im Jahr 2022 wurden erstmals die Grévin Awards verliehen, bei denen Fans der Institution eine der zukünftigen Statuen selbst wählen konnten.
Die Geheimnisse der Wachsfigurenfertigung
Die Fertigung der Statuen im Musée Grévin ist ein echtes Kunsthandwerk. Insgesamt erfordert die Herstellung einer Figur rund fünfzehn spezialisierte Handwerksberufe, von Bildhauern, Formern und Malern bis hin zu Kostümbildnern, Dekorateuren sowie Zahn- und Augenprothetikern. Jedes Detail der Physiognomie wird genauestens geprüft und millimetergenau reproduziert.
Bei einem ersten Treffen mit dem Prominenten werden Gesicht und Körper vermessen und zunächst in Ton modelliert. Technologischer Fortschritt hat die Prozesse beschleunigt. Heute setzen die Spezialisten des Musée Grévin verstärkt auf Fotos, Videos, 3D-Reproduktionen und computergestützte Bilder.
Für ein Modell werden mehr als 30 Kilo Bienenwachs und etwa 22 Liter Farbe benötigt. Zudem werden für die Nachbildung der Haare hunderttausende einzelne Strähnen eingearbeitet. Die Mindestkosten für eine Herstellung werden auf etwa 50.000 Euro geschätzt.
Fotos mit den Lieblingsstars im Musée Grévin
Von politischen Akteuren des 20. Jahrhunderts über die größten Sportler unserer Zeit bis hin zu einer Riege französischer und internationaler Stars bietet das Musée Grévin für jeden Geschmack etwas.
Das Innere ist in Themenräume unterteilt, in denen jede Statue durch Lichtinszenierungen und Dekors in Szene gesetzt wird. Hier einige Beispiele:
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Étoiles d'Hollywood: Hier treffen Sie auf Stars vom roten Teppich und Kinoikonen wie Leonardo Di Caprio oder Marilyn Monroe.
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Idoles de la musique: Hier finden sich die beliebtesten Sänger Frankreichs, von Edith Piaf über Stromae bis hin zu Maître Gims.
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Légendes du sport: Lassen Sie sich von den Leistungen berühmter Champions wie Zinedine Zidane und Kylian Mbappé beeindrucken.
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Icônes de la mode: Treffen Sie auf die größten französischen Modeschöpfer und Designer, von Jean Paul Gaultier bis Inès de la Fressange.
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Rois de l'humour: Auf dem Programm stehen unter anderem Franck Dubosc, Kad Merad und Kev Adams.
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Die Grands Chefs wie Pierre Hermé, Paul Bocuse und Alain Ducasse.
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Stars du Petit Écran: Zuletzt hinzugekommen ist der ikonische YouTuber und Internetstar Squeezie.
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Nouvelles Expériences: Entdecken Sie Ihre Lieblingssendungen und deren Moderatoren, wie etwa Koh Lanta mit der Statue von Denis Brogniart.
Musée Grévin: Aktuelle und kommende Veranstaltungen
Das Musée Grévin arbeitet seit einiger Zeit an einer Erneuerung, insbesondere durch die Verstärkung immersiver Elemente bei seinen Veranstaltungen.
Erleben Sie jeden ersten Samstag im Monat La Nuit au Musée. Es handelt sich um abendliche Shows voller Animationen, bei denen Schauspieler und Künstler die Statuen Ihrer Lieblingsstars ergänzen. Durch ein Zusammenspiel von Ton und Licht wird die Szenografie in den Museumsräumen verstärkt, was die Figuren noch lebensechter wirken lässt.
Das Musée Grévin eignet sich zudem hervorragend für einen Besuch mit Kindern, dank eines Bereichs für Héros de fiction, in dem sie Zeichentrickfiguren wie Ladybug und Chat Noir oder Titeuf begegnen können.
Öffnungszeiten
*Angaben können sich ändern
Das Grévin Museum ist ein ziemlich lustiger Besuch. Man kann Selfies mit den Wachsfiguren machen, die wirklich sehr realistisch sind. Allerdings finde ich, dass die Auswahl der dargestellten Persönlichkeiten nicht immer sehr relevant ist. Außerdem ist der Eintrittspreis für das, was das Museum letztendlich bietet, wirklich viel zu hoch. Es gibt in Paris eindeutig Besseres zu tun.