Die Galeries Lafayette Haussmann im Überblick
Das berühmte Pariser Kaufhaus im 9. Arrondissement beeindruckt mit seinen prächtigen Fassaden aus dem 19. Jahrhundert. Auf einer Fläche von 70.000 Quadratmetern und mit einem Sortiment von 2.000 Marken sind die Galeries Lafayette Haussmann eine feste Adresse für Modebegeisterte. Als zweitmeistbesuchter Ort der französischen Hauptstadt empfängt das Haus täglich mehr als 100.000 Besucher und erzielt einen Jahresumsatz von nahezu 1,5 Milliarden Euro.
Vor über 125 Jahren von den beiden aus dem Elsass stammenden Cousins Théophile Bader und Alphonse Khan gegründet, gewannen die Galeries Lafayette Haussmann schnell an Popularität bei Büroangestellten und dem lokalen Bürgertum. Die Lage war ideal, direkt zwischen den Grands Boulevards, der Opéra Garnier und dem Gare Saint-Lazare. Um das rasante Wachstum zu bewältigen, wurden fünf komplette Gebäude in der rue Lafayette, dem boulevard Haussmann und der rue de la Chaussée-d'Antin erworben. Die Architekten Georges Chedanne und später Ferdinand Chanut entwickelten diesen nach den Wünschen der Eigentümer gestalteten Luxusbasar weiter. Die Verkaufsflächen wurden verdoppelt und kleine Ruhezonen wie Teesalons, ein Leseraum und sogar ein Raucherzimmer hinzugefügt, damit die Kundschaft entspannt verweilen und konsumieren konnte.
Im Jahr 1912 wurde die Art-Déco-Kuppel installiert, die sich heute 43 Meter über dem Boden erhebt und als Symbol der Galeries Lafayette gilt. Das aus Glas und Beton gefertigte Kuppeldach mit seinen neobyzantinischen Buntglasfenstern stammt von dem Glaskünstler Jacques Gruber. Ebenfalls in dieser Zeit entstand die prunkvolle Haupttreppe von Louis Majorelle.
Die Galeries wurden zum Schauplatz spektakulärer Ereignisse, etwa als der Pilot Jules Vedrines auf dem Dach landete oder Edith Piaf, der damalige Liebling der Franzosen, dort ein Konzert gab. Besonders zur Weihnachtszeit sind die festlich geschmückten Schaufenster bei Parisern und Besuchern beliebt. Die Weihnachtsdekoration wird jedes Jahr Anfang November feierlich enthüllt. Ebenfalls einen Besuch wert sind die 3J, eine zehntägige Verkaufsaktion, die jeweils im März und Oktober stattfindet.
Seien wir ehrlich: Die meisten Leute gehen nicht in diese Geschäfte, um etwas zu kaufen (die Preise sind wirklich sehr, sehr abschreckend), sondern eher, um dort einfach ein bisschen herumzulaufen. Shoppen gehört bei weitem nicht zu meinen Lieblingsbeschäftigungen, aber es hat mir Spaß gemacht, von Etage zu Etage zu schlendern.