Das Armeemuseum im Hôtel des Invalides: 500.000 Exponate und Napoleons Grab unter der Goldkuppel
Im gedimmten Licht unter dem Dachgebälk erstrecken sich detailreiche Modelle befestigter Städte über mehrere Quadratmeter. Im Erdgeschoss fängt der polierte Stahl königlicher Rüstungen das Tageslicht ein. Und ganz unten, in einer sechs Meter tiefen Krypta, ruht ein Sarkophag aus rotem Porphyr mit den sterblichen Überresten von Napoléon Bonaparte.
Das Armeemuseum belegt ein Drittel des Hôtel des Invalides, einem Monument, das Ludwig XIV. ab 1670 als Heim für seine verwundeten oder alternden Soldaten errichten ließ.
Warum lohnt sich der Besuch im Armeemuseum?
Mit jährlich über 1,2 Millionen Besuchern zählt dieses Museum zu den fünf wichtigsten Einrichtungen in Frankreich. Die Sammlungen umfassen fast 500.000 Objekte, die eine Zeitspanne von der Bronzezeit bis ins 20. Jahrhundert abdecken. Die weltweit drittgrößte Sammlung alter Waffen und Rüstungen trifft hier auf das Grab des Kaisers, das Historial Charles de Gaulle und einzigartige Festungsmodelle. Allein der Rahmen ist einen Besuch wert: Die goldene Kuppel ragt 107 Meter in die Höhe und erinnert mit ihrem Glanz an den Sonnenkönig.
Königliche Rüstungen und die Abteilung für antike Waffen
Der Bereich für historische Waffen erstreckt sich über 2.000 m² und deckt fünf Jahrhunderte Militärgeschichte ab. Die imposante Reiterrüstung von Franz I., die für den 1,98 Meter großen Herrscher maßgefertigt wurde, empfängt die Besucher. Das ehemalige Refektorium, das im 17. Jahrhundert prunkvoll gestaltet wurde, beherbergt heute die königlichen Sammlungen aus den Waffenkammern der französischen Könige. Verschiedene Kabinette präsentieren außereuropäische Schätze, wie etwa diplomatische Geschenke aus dem Osmanischen Reich, japanische Samurai-Waffen oder Ausrüstungsgegenstände aus dem Mogulreich in Indien.
Napoleons Grab unter dem Dôme
Die Dôme-Kirche, ein Werk von Jules Hardouin-Mansart, beherbergt seit 1861 die Gebeine von Napoléon Bonaparte. Der Architekt Visconti entwarf eine Krypta mit einer Tiefe von 6 Metern und einem Durchmesser von 23 Metern. Der Sarkophag aus rotem Quarzit enthält fünf ineinander verschachtelte Särge. Ein Mosaik erinnert an die großen Siege des Kaiserreichs, während zwölf Siegesstatuen den Raum bewachen. Unter der Kuppel befinden sich zudem die Mausoleen von Vauban, Turenne sowie den Marschällen Foch und Lyautey.
Die beiden Weltkriege
Die zeitgeschichtliche Abteilung dokumentiert die Jahre von 1871 bis 1945. Neben dem berühmten Taxi de la Marne sind ein Schützengrabenmodell und eine Gotha-Kanone zu sehen. Das Historial Charles de Gaulle, eine 2.500 m² große Fläche, die 2020 renoviert wurde, bietet eine audiovisuelle Erfahrung mit einem biografischen Film und 400 Archivdokumenten.
Tipp vom Experten: Der kostenlose Multimedia-Guide, der über das WLAN des Museums abrufbar ist, bietet fünf verschiedene Rundgänge. Denkt daran, eure Kopfhörer mitzubringen.
Das Musée des Plans-Reliefs
Im vierten Stock wartet eine einzigartige Sammlung von Modellen befestigter Städte, die ab 1668 von Louvois in Auftrag gegeben wurden. Die im Maßstab 1:600 gefertigten Modelle bilden Festungen und Landschaften mit erstaunlicher Präzision ab. Besonders das Plan-Relief des Mont-Saint-Michel ist ein Highlight. Die gedämpfte Beleuchtung in den Sälen verstärkt den fast mystischen Charakter dieser Exponate, an denen sich die französische Geopolitik über zwei Jahrhunderte ablesen lässt.
Öffnungszeiten
*Angaben können sich ändern
Das Museum ist riesig und bietet jede Menge zu entdecken. Es ist ein faszinierender Besuch, sowohl für Geschichtsbegeisterte als auch für Neugierige. Der Rundgang ermöglicht es, durch die Epochen zu reisen und zahlreiche Sammlungen zu bewundern. Nicht verpassen: den Dôme des Invalides und das Grabmal von Napoleon, wirklich beeindruckend. Man sollte mehrere Stunden einplanen, um alles zu sehen.