Hallo zusammen!
Nachdem ich Foggys Beiträge über die Pyramiden von Gizeh gelesen hatte, bekam ich große Lust, euch von weiteren historischen Stätten in Ägypten zu erzählen. Denn ja, es gibt nicht nur die Pyramiden von Cheops, Mykerinos und Chephren! Da ich das Glück hatte, eine gute Freundin zu haben, die einen Teil ihres Archäologiestudiums auf ägyptischen Ausgrabungsstätten verbracht hat, konnte ich sie besuchen und die Wunder des alten Ägyptens hautnah erleben.
Die Highlights in Kairo und Gizeh
Natürlich habe ich mir die Pyramiden und die Sphinx von Gizeh angesehen, und ich kann euch bestätigen: Es lohnt sich. Was die Besichtigung des Inneren der Pyramiden angeht, so muss ich zugeben, dass manche vielleicht enttäuscht sein könnten. Tatsächlich werdet ihr dort keine Hieroglyphen und erst recht keine Schätze finden... Nur der Einfallsreichtum der Baumeister wird euch beeindrucken, ebenso wie der Gedanke, das Innere des letzten der sieben Weltwunder der Antike erkundet zu haben, das noch heute steht.
Genauso ist das Ägyptische Museum in Kairo ein absolutes Muss; es wäre wirklich schade, dort nicht einen ganzen Tag einzuplanen.
Die archäologische Stätte von Sakkara
Aber für alle, die die Gelegenheit dazu haben: Zögert nicht, von Kairo aus einen Ausflug nach Sakkara bei Memphis zu machen, etwa dreißig Kilometer südlich der ägyptischen Hauptstadt.
Diese Nekropole wurde als erste Stätte der ewigen Ruhe für die Pharaonen des Alten Reiches angelegt. Dort findet man neben den Mastabas, deren bewundernswert erhaltene Wandmalereien uns Einblicke in den Alltag ermöglichten, auch die allererste ägyptische Pyramide. Sie wurde von dem berühmten Architekten Imhotep für den Pharao Djoser um 2600 v. Chr. erbaut und steht, genau wie ihre Nachbarn in Kairo, noch heute! Diese Pyramide unterscheidet sich von denen in Gizeh, da sie eine Stufenpyramide ist. So wird sie übrigens von jedem genannt: „die Stufenpyramide des Djoser“.
Die Nekropole beherbergte auch die Gräber der heiligen Apis-Stiere, die ebenfalls vollständig mumifiziert wurden.
Am Eingang der Stätte werdet ihr zunächst die Pyramide des Unas und ihren Totentempel sehen. Auf der Südseite des Komplexes befindet sich zudem die Pyramide von Pepi. Lasst euch nicht von der äußeren Erscheinung abschrecken, die vermuten lässt, alles sei eingestürzt: Im Inneren ist der Reichtum an Zeichnungen, Inschriften und Szenen überwältigend. Pepi I. gab der Umgebung und der nahegelegenen Stadt in der griechischen Form ihren Namen: Memphis.
Ebenfalls in diesem Komplex sieht man die Ruinen der Pyramide von Djedkare Isesi, der sich entschied, seine letzte Ruhestätte auf dem Plateau von Sakkara zu errichten und damit mit der Tradition brach, die ihn eigentlich nach Abusir hätte führen sollen.
Rund um Sakkara, Abusir und Memphis
Wenn wir schon von Abusir (oder Abu Sir) sprechen: Ich empfehle euch, von Sakkara aus einen Abstecher dorthin zu machen, da die beiden historischen Orte nur wenige Autominuten voneinander entfernt liegen. Abusir ist für Kenner ebenfalls einen Blick wert.
Nach diesem kleinen Abstecher in Richtung Norden empfehle ich euch, eure Route weiter nach Osten in Richtung Memphis fortzusetzen.
Dort könnt ihr einige Tempelruinen besichtigen, von denen die bekanntesten die von Ramses II., der große Ptah-Tempel und das Serapeum sind. Memphis besitzt ein echtes Freilichtmuseum, in dem ihr umherwandern könnt, wenn ihr ein wenig Vorwissen mitbringt, könnt ihr euch gut vorstellen, wie das Leben der Pharaonen ausgesehen haben mag.
Luxor und Karnak
Aber neben Kairo und Memphis gibt es noch andere Ziele, die einen Umweg wert sind. Dafür müsst ihr allerdings etwas planen, denn meines Wissens gibt es kaum Reiseveranstalter, die Kairo und Luxor kombinieren. Meistens ist es entweder das eine oder das andere. Am schnellsten geht es wahrscheinlich mit dem Flugzeug zwischen den Flughäfen Kairo und Luxor (etwa 150 € mit Egyptair). Es gibt auch Nilkreuzfahrten, aber das ist dann eine ganz andere Art zu reisen :)
Luxor ist das antike Theben. Meiner Meinung nach ist es die Stadt, in der man sich am besten vorstellen und verstehen kann, wie die alten Ägypter lebten. Jeder kennt die Mauern, die Statuen und die Geschichte der Obelisken, aber wenn man erst einmal vor Ort ist, spürt man einen wahren Wirbel an Emotionen.
Luxor war mit Karnak verbunden, insbesondere durch die Tempel, die Amun gewidmet waren. Der Karnak-Tempel wurde in wunderbaren 3D-Rekonstruktionen dargestellt. Ich war von diesem Besuch vor Ort absolut begeistert und kann jedem nur wärmstens empfehlen, dorthin zu fahren. Ihr könnt vor Ort kleine Boote mieten, um die Tempel vom Nil aus zu betrachten: Lasst euch das nicht entgehen, es ist einfach magisch!!
Zum Abschluss, weiter südlich am Nil, könnten diejenigen, die die Möglichkeit haben, auch die Insel Elephantine in der Nähe von Assuan besuchen, dem Zentrum der nubischen Kultur (das Museum ist absolut sehenswert).
Ein Gedanke an Alexandria
Ganz im Gegensatz dazu möchte ich Ihnen an der ägyptischen Nordküste noch ein paar Worte zu Alexandria (Alexandra… aha… Entschuldigung…) sagen. Aufgrund der Entfernungen ist es etwas schwierig, Kairo, Memphis, Luxor, Assuan und Alexandria in einer einzigen Reise zu kombinieren. Wenn Sie jedoch Zeit und Budget dafür haben, warum sollten Sie nicht einen Abstecher nach Alexandria machen, bevor Sie beispielsweise Ihren Rückflug ab Kairo antreten?
Die Stadt bietet eine ganz andere Lebensqualität als Kairo. Sie blickt auf eine bewegte Geschichte zurück, für die Sie einen Reiseführer benötigen, um durch die verschiedenen Epochen zu reisen.
Kurz gesagt, Sie werden es schnell merken: Ägypten beschränkt sich nicht nur auf Kairo, und man braucht mehr als einen Aufenthalt, um alles zu sehen!
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