Als ich euch von meinem Wien-Aufenthalt erzählte, erwähnte ich bereits meinen Besuch des prachtvollen Schlosses Schönbrunn. Es ist ein absolutes Muss für jeden Wien-Trip, und ich kann nicht widerstehen, euch davon zu berichten, da der Besuch einfach rundum gelungen war.
Anreise zum Schloss

Zunächst einmal: Das Schloss liegt im 13. Bezirk, westlich des Stadtzentrums. Hier ist die Adresse für eure Notizen:
13. Bezirk, Schönbrunner Schlossstraße
U-Bahn U4: Station Schönbrunn, Straßenbahn 60: Hietzing, Straßenbahn 10, 58, Bus 10A: Schloss Schönbrunn
Ich bin mit den öffentlichen Verkehrsmitteln angereist, vor allem die Straßenbahnfahrt vom Stadtzentrum aus war sehr schön. Man kommt aber auch problemlos mit der U-Bahn hin. Da das Schloss so bekannt und beliebt ist, tragen die Stationen sogar seinen Namen, ihr könnt die richtige Haltestelle also gar nicht verfehlen!
Praktische Infos
Keine Sorge, vor verschlossenen Türen werdet ihr nicht stehen: Das Schloss hat an jedem Tag des Jahres ab 08:30 Uhr geöffnet. Je nach Saison schließt es allerdings um 16:30, 17:00 oder 18:00 Uhr. Für das Ticket solltet ihr zwischen 15 € und etwas über 20 € einplanen, je nachdem, ob ihr das gesamte Schloss besichtigen wollt und ob ihr einen Audioguide oder eine Führung wünscht.
Ein kleiner Tipp: Wenn ihr zur Hochsaison dort seid und den Menschenmassen entgehen wollt, ist die U-Bahn-Station Hietzing die bessere Wahl als die Station Schönbrunn. Dort gibt es einen kaiserlichen Pavillon, der einst nur Kaiser Franz Joseph vorbehalten war, damit er seinen Untertanen aus dem Weg gehen konnte, wenn er zur Erholung hierher kam. So lässt sich das Nützliche mit dem Angenehmen verbinden, denn die Anlage ist wirklich prachtvoll! In Reiseführern werdet ihr übrigens lesen, dass er diese Station nur ein einziges Mal genutzt hat: am Tag der Einweihung…
Alle Informationen für eure Reiseplanung findet ihr auf der offiziellen Website des Schlosses: http://www.schoenbrunn.at.
Der Schlosspark öffnet je nach Saison bereits um 06:00 oder 06:30 Uhr (ideal zum Joggen!), schließt aber je nach Jahreszeit zwischen 17:30 und 21:00 Uhr. Auch diese Zeiten findet ihr aktuell auf der Website.
Nachdem ich aus der Straßenbahn ausgestiegen war, musste ich erst einmal an der Schlossmauer entlanglaufen. Das war nur der Beginn des Spaziergangs, denn das Gelände ist so riesig, dass ich froh war, bequeme Schuhe zu tragen. Das kann ich euch nur wärmstens empfehlen!
Ich erinnere mich noch gut daran, wie die Bäume entlang des Weges zum Schloss etwas Schatten spendeten, bei dem sonnigen Wetter an diesem verlängerten Wochenende war das wirklich sehr angenehm.
Das Schloss
Als ich vor dem Schloss ankam, erinnere ich mich an den riesigen Innenhof, dessen weißes Kopfsteinpflaster das Sonnenlicht so stark reflektierte, dass ich froh um meine Sonnenbrille war! Auch die weißen und ockerfarbenen Fassaden strahlten hell im Sonnenlicht.
Ohne ein Architektur-Experte zu sein, wirkte das Gebäude auf mich wie eine Art Inbegriff der österreichisch-ungarischen Baukunst. Die klaren Linien, das Fehlen von Kurven, die hohen Fenster, all das erinnerte mich an die Kulissen der „Sissi“-Filme mit der unvergesslichen Romy Schneider.
Wenn man durch das Schloss geht, spürt man ihre Präsenz überall, und viele Fans der Schauspielerin oder der Kaiserin kommen hierher wie zu einer Art Pilgerstätte.
Die Geschichte
Das ist die perfekte Gelegenheit, euch kurz die Geschichte dieses Ortes näherzubringen, der zum UNESCO-Weltkulturerbe zählt:
- Der Name Schönbrunn soll von einer besonders schönen Quelle stammen, die bei einer Jagd entdeckt wurde („schöner Brunnen“). Ursprünglich nur ein kleines Jagdschloss, wurde es im 16. Jahrhundert zur Sommerresidenz der kaiserlichen Familie. Die türkischen Belagerungen (siehe meinen Beitrag zum Kulturwochenende in Wien und die hübsche Legende um das Kipferl) setzten dem Gebäude jedoch schwer zu, sodass es fast vollständig zerstört wurde.
- Im darauffolgenden Jahrhundert wollte Kaiser Leopold I. mit Versailles konkurrieren und ordnete den Bau eines Palastes an, dessen Bauarbeiten 1696 begannen. Im Laufe der Zeit und unter den verschiedenen Herrscherfamilien wurde das Schloss jedoch mehrfach umgestaltet, wodurch der ursprüngliche Charakter teilweise verloren ging. Besonders Kaiserin Maria Theresia prägte den Rokoko-Stil und ließ die 40 Meter lange und 10 Meter breite Große Galerie im reinsten Barockstil errichten. Die Kaiserin und ihr Hofstaat (fast 1500 Personen!) verbrachten hier ihre Sommermonate.
- Im 19. Jahrhundert, als Franz Joseph den Thron bestieg, verbrachte er hier jeden Sommer und veranlasste wichtige Umbauten, die bis heute Bestand haben.
Hinter den Mauern
Das Schloss kann besichtigt werden und bietet Ihnen unglaubliche Einblicke in die privaten Gemächer sowie die öffentlichen Räume. Die Säle sind teilweise riesig und prunkvoll dekoriert, es gibt eine schier endlose Menge zu entdecken. Ich kann Ihnen die Dauerausstellung über das Leben der kaiserlichen Kinder sehr ans Herz legen (für diesen Besuch ist ein Aufpreis zu entrichten). Und wenn Sie mit Ihren Kindern unterwegs sind, werden diese sicher begeistert sein, sich als Prinz oder Prinzessin verkleidet fotografieren zu lassen.
Ein weiterer interessanter Programmpunkt sind die Krönungswagen sowie alle Prunk- und Freizeitkutschen, die einst der kaiserlichen Familie gehörten. Wer schon einmal in London war: Die Ausstellung ähnelt in ihrer Art den britischen Royal Mews.
Der Schlosspark von Schönbrunn
Wunderschön, riesig, großartig, herrlich … es gäbe unzählige Adjektive, um zu beschreiben, wie schön mir der Besuch des Parks in Erinnerung geblieben ist. Man muss dazu sagen, dass die Sonne schien und es einfach herrlich war, durch die Alleen zu schlendern. Auch wenn viel los war, und es war wirklich viel los, , gab es immer wieder ruhige und friedliche Ecken zu finden.
Und falls Sie befürchten, beim Spazierengehen zu dehydrieren: Keine Panik. Neben den verschiedenen Restaurants und Cafés, die man überall findet, gibt es zahlreiche Eis- und Getränkeverkäufer, die hinter der nächsten Hecke auf Sie warten.
Es war Kaiserin Maria Theresia, die 1750 die Gestaltung des Schlossparks in Auftrag gab. Diese Gärten sind weltweit bekannt und gelten als Paradebeispiel für die barocke Gartenkunst in Österreich. Ich persönlich mochte schon immer französische Gärten, und nun ja, hier ist man gar nicht so weit davon entfernt, der Geist ist teilweise sehr ähnlich.
Innerhalb des Parks gibt es verschiedene Bereiche zu entdecken.
Der Kronprinzengarten
Hierbei handelt es sich um die ehemaligen Privatgärten der kaiserlichen Familie, die heute für alle Besucher zugänglich sind.
Die Brunnen
Achten Sie auf die Zeiten, zu denen sie in Betrieb sind. Ob klein oder monumental, sie sind immer wieder eine Überraschung. Wenn sie laufen, ist das Schauspiel einfach beeindruckend und die Frische, die sie verströmen, ist herrlich (besonders bei brütender Hitze!).
Das Labyrinth und das Irrgarten-Labyrinth
Ein Spaß für Groß und Klein. Das Labyrinth war schon im 18. Jahrhundert ein Zeitvertreib für die Höflinge. Auch heute können Sie hier eine schöne Zeit verbringen. Direkt daneben befindet sich ein Spielplatz, der Kinder begeistern wird: das Labyrinthikon. Es ist alles vorhanden, damit die Kleinen sicher spielen und sich austoben können, vorausgesetzt, das Herumrennen in den Alleen hat sie nicht schon völlig erschöpft!
Die Gloriette und ihr Café
Sie ist eine Art Triumphbogen auf österreichische Art. 1775 erbaut, bietet ihr Dach einen herrlichen Blick über den Park und die Stadt. Ein Café lädt zudem zum Entspannen ein. Lassen Sie sich nicht so erwischen wie ich: Achten Sie auf Sonnencreme, wenn Sie dort eine Weile sitzen bleiben … ein schmerzhaftes Souvenir.
Die Gewächshäuser
Das 1880 erbaute Palmenhaus (das größte seiner Art in Europa) beherbergt einen Teil der Sammlungen der Bundesgärten mit mediterranen, tropischen und subtropischen Pflanzen. Es ist schwül-warm im Inneren, ein echter Tapetenwechsel. Man findet dort eine fast 23 Meter hohe Palme und die größte Seerose der Welt. Manche Pflanzen sind gigantisch, ich hatte so etwas noch nie zuvor gesehen. Man muss dazu sagen, dass diese Gewächshäuser der ganze Stolz des Kaisers waren. Er liebte es, von seinen Expeditionen neue Arten mitzubringen oder sie mit Botanikern aus aller Welt zu tauschen, die Wien besuchten.
Das Marionettentheater
In den Gewächshäusern, nahe der Orangerie, bietet dieses kleine Theater einen Moment der Entspannung und Unterhaltung für die Kleinsten. Man muss die Sprache nicht beherrschen, um alles zu verstehen: Es ist sehr visuell und daher für jeden zugänglich.
Das Wüstenhaus
Hier werden Pflanzen- und Tierarten aus heißen Regionen präsentiert. Früher war dieses Gebäude das Sonnenuhrhaus.
Der Zoo (Tiergarten)
Der älteste Zoo der Welt, ebenfalls ein Stolz des Kaisers, gehört heute zum UNESCO-Welterbe. Er beherbergt über 500 Tierarten, darunter einige, die vom Aussterben bedroht sind. Ursprünglich nur einem privilegierten Publikum vorbehalten, öffnete der Kaiser seine Menagerie 1779 für die Öffentlichkeit. So konnte die Wiener Bevölkerung die Tiere bestaunen. Der Zoo wird ständig modernisiert und angepasst, damit sich die Tiere wohlfühlen und in Ruhe leben können.
Und … das Schwimmbad!
Aber das ist noch nicht alles: Als Krönung des Ganzen beherbergen die Gärten auch ein Schwimmbad!! Wenn es geöffnet ist, kann man es nutzen, und laut Audioguide soll Kaiser Franz Joseph dort schwimmen gelernt haben. Ich kann Ihnen sagen, wie groß meine Frustration (und Enttäuschung) war, als ich es entdeckte, aber leider keine Badesachen dabei hatte! An alle Interessierten: Denkt daran …
Wenn der Abend hereinbricht, bleibt der Park, je nach Jahreszeit, lange genug geöffnet, um die kühle Luft zu genießen und einen romantischen Spaziergang durch die Gärten zu unternehmen.
Klassische Konzerte in der Orangerie
Und der Park hält noch eine letzte Überraschung für Sie bereit: Wenn Sie rechtzeitig reservieren (und sich entsprechend kleiden, denn mit Shorts und Flip-Flops werden Sie nicht eingelassen…), können Sie eines der herrlichen klassischen Konzerte besuchen, die fast jeden Abend in der Orangerie stattfinden. Die Musiker tragen historische Kostüme und spielen viele Stücke von Mozart und Strauss. Nichts Ungewöhnliches, werden Sie sagen, wir sind schließlich in Wien! Wenn es Ihre Zeitplanung erlaubt, versuchen Sie, das Konzert an einem anderen Abend als den Tag Ihres Schloss- und Parkbesuchs zu legen, da Sie sonst möglicherweise zu erschöpft sind, um es wirklich zu genießen.
Abschließend kann ich Ihnen nur wärmstens empfehlen, einen Abstecher zum Schloss Schönbrunn zu machen, wenn Sie ein paar Tage in Wien verbringen. Diesen Ort auszulassen, hieße, auf ein Erlebnis von großer historischer und ästhetischer Bedeutung zu verzichten. Und mal ehrlich: Man hat wirklich das Gefühl, dass einem an jeder Ecke des Parks Kaiserin Sisi oder Kaiser Franz Joseph begegnen könnten!
Vous n'avez pas fait mention des Tilleuls dans les allees qui pour moi, maintenant en Australie, n'en n'avais pas vue depuis pres de 50 ans. et qui avaient ete q q chose d'important dans ma jeunesse.
Je m'etais retrouve dans le zoo par surprise and cherchant un endroit pour des besoins personel mais n'avais aucune idee qu'il pouvait etre le plus vieux du monde!
J'avais pris le metro a Vienne (St Stephane) et change deux ou trois stations plus loins pour finir a ShonBrunn et me suis ballade dans le park jusqu'a la Joliette en prenant bcp de photos. Pas de marionette pour moi! Alor merci pour les informations suplementaires :)