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Was tun in Montenegro: Top 4 Sehenswürdigkeiten & Aktivitäten 2026

Entdecke die Lieblingsziele unserer Mitglieder in Montenegro, dazu Bewertungen, praktische Infos und Fotos von Reisenden...

Die 3 schönsten Städte in Montenegro

#1 Kolašin +4 Empf.

Als Tor zum Nationalpark Biogradska Gora ist Kolašin ein idealer Ausgangspunkt für Sportler und Naturliebhaber. Im Sommer lockt die Region mit zahlreichen Wanderwegen durch das Bjelasica-Gebirge und zu dessen versteckten Gletscherseen. Wenn der Winter einkehrt, verwandelt sich die Umgebung in ein Skigebiet, das Wintersportler in den Anlagen Kolasin 1450 und Kolasin 1600 willkommen heißt.

Natur pur und unberührte Wildnis

Der Nationalpark Biogradska Gora zählt zu den bedeutendsten Biosphärenreservaten der Unesco. Hier findet sich einer der letzten Urwälder Europas, der seit Jahrhunderten frei von menschlichen Eingriffen geblieben ist. Laut der Unesco beherbergt das Reservat eine enorme Vielfalt: 86 Baum- und Straucharten, über 700 Pilzsorten, 200 Vogelarten und rund 38 Säugetierarten. Für eine Gebühr von 3 Euro kannst du den malerischen Biograd-See am Parkeingang umrunden oder die ruhigen Gewässer bei einer Bootsfahrt erkunden.

Zurück in der Stadt lohnt sich ein Spaziergang über den zentralen Platz Trg Boraca, an dem sich mehrere traditionelle Restaurants befinden. Probiere dort unbedingt die Spezialität Kačamak, eine deftige Mahlzeit, die ursprünglich für die harte Arbeit in den Bergen gedacht war. Es handelt sich um einen festen Brei aus Kartoffeln und Getreidemehl, der mit einer kräftigen Käsecreme namens kajmak verfeinert wird. In der Stadt selbst lädt der Botanische Garten Dulovine mit einer beeindruckenden Sammlung an Heilpflanzen zum Verweilen ein. Die Region ist zudem geschichtsträchtig, was sich besonders im Kloster Moraca zeigt, das 1252 vom serbischen König Stefan Nemanjic gegründet wurde und die Epoche der Konflikte zwischen christlichen Gemeinschaften und den Osmanen überdauerte.

Abenteuer in den Bergen

Der Norden Montenegros ist ein Paradies für Outdoor-Aktivitäten. Neben ausgiebigen Wanderungen kannst du die Gegend mit dem Fahrrad, dem Jeep oder dem Quad erkunden. Vor Ort findest du zahlreiche Agenturen, die entsprechende Touren anbieten. Auch Rafting oder Canyoning in der Moraca, die direkt an der Stadt vorbeifließt, sind beliebte Optionen.

Ein Ausflug entlang des Flusses führt dich zudem zu den Mrtvica-Schluchten. Ein ehemaliger Militärpfad, der direkt in den Fels gehauen wurde, ermöglicht es dir, den 8 Kilometer langen Canyon zu durchwandern, der sich bis zu 1.100 Meter tief in die Erde gräbt. Im Frühling speisen zahlreiche Wasserfälle den Fluss, und an den Ufern bilden sich kleine Kiesstrände.

Die beste Reisezeit

Das hängt ganz von deinen Plänen ab. Der Norden Montenegros ist zu jeder Jahreszeit reizvoll, sei es für den Wintersport oder ausgiebige Sommertouren. Da Kolašin auf einer Höhe von 900 Metern liegt, bleiben die Temperaturen selbst im Hochsommer angenehm kühl.

Anreise

Der internationale Flughafen in der Hauptstadt Podgorica ist das Ziel für die Anreise mit dem Flugzeug. Von dort erreichst du Kolašin über die Autobahn in etwa 90 Minuten. Die Strecke bietet bereits erste beeindruckende Ausblicke. Zudem verfügt Kolašin über einen Bahnhof an der Bahnlinie, die die serbische Hauptstadt Belgrad mit der Hafenstadt Bar im Süden Montenegros verbindet.

#2 Kotor +2 Empf.

Kotor und seine Bucht sind das Aushängeschild des kleinen Balkanstaates Montenegro. Auf den ersten Blick erinnert die Landschaft an einen norwegischen Fjord. Doch weit gefehlt: Kein Gletscher hat diese Küste der Adria geformt. Die spektakuläre Kulisse der Bucht von Kotor entstand durch das Überfluten eines tiefen Canyons, ein geologisches Phänomen, das als Ria bekannt ist. Die gesamte historisch-kulturelle und natürliche Region von Kotor gehört zum UNESCO-Welterbe.

Eine Stadt mit vielfältigen Einflüssen

Die Geschichte von Kotor ist wechselhaft. Die Stadt stand unter römischer und serbischer Herrschaft, bevor sie Teil der Republik Venedig wurde, wie viele andere Orte an der Adriaküste auch. Im 19. Jahrhundert stritten sich das österreichisch-ungarische und das französische Kaiserreich um die Vorherrschaft. 1918 wurde Kotor in Jugoslawien eingegliedert, bevor es 1945 an die Sozialistische Republik Montenegro zurückfiel. Massive Stadtmauern, die im Mittelalter auf Befehl des römischen Kaisers Justinian errichtet wurden, umschließen den historischen Kern noch heute und zeugen von den Konflikten vergangener Jahrhunderte.

Die Wanderung entlang der Stadtmauern ist ein absolutes Muss. Die Befestigungsanlage erstreckt sich über fünf Kilometer und führt hinauf zur Festung San Giovanni, die 280 Meter über der Bucht thront. Der Aufstieg über mehr als 1000 Stufen dauert etwa eine halbe Stunde, wird aber mit einem großartigen Ausblick auf die Berge belohnt, die steil in das ruhige Wasser der Adria abfallen. Für den Zugang zur Festung sind 8 Euro zu entrichten.

Nach diesem sportlichen Teil geht es zurück in die Altstadt, das Stari Grad. Die verwinkelten Gassen und der zentrale Waffenplatz laden zum Verweilen ein. Hier steht unter anderem der bekannte Uhrturm. Ebenfalls sehenswert sind das barocke Schifffahrtsmuseum, die Kathedrale des Heiligen Tryphon und die zahlreichen Kirchen der Stadt, die ein friedliches Miteinander von katholischem und orthodoxem Glauben widerspiegeln.

Ein Schatz des Balkans

Erkunde unbedingt auch die Bucht mit ihren vier Becken. Vor Ort bieten zahlreiche Agenturen Ausflüge mit dem Katamaran, Motorboot oder Kajak an. Ein lohnendes Ziel ist die Kirche Maria vom Felsen, die auf einer künstlichen Insel direkt vor dem malerischen Dorf Perast liegt.

Kotor war lange Zeit weitgehend unabhängig von seinem Hinterland, doch heute sind die Verbindungen gut ausgebaut. Es gibt zahlreiche Wanderwege, die in den Nationalpark Lovćen oder das Orjen-Gebirge führen. Die meisten Routen sind anspruchsvoll und erfordern Bergerfahrung. Eine gute Alternative ist es, den Abstieg zu wählen, wie etwa auf der Serpentinenstraße von Cetinje nach Kotor, die für ihre spektakuläre Aussicht bekannt ist.

Beste Reisezeit

Die Monate von April bis Oktober sind ideal für einen Besuch, da dann angenehme Temperaturen herrschen. Im Rest des Jahres ist es in diesem Teil Montenegros recht niederschlagsreich.

Anreise

Vom 1. Juni bis zum 30. September ist der Fahrzeugverkehr in der Innenstadt untersagt. Wer mit dem Flugzeug anreist, landet entweder im nahegelegenen Dubrovnik in Kroatien oder in Podgorica, das etwa eineinhalb Stunden entfernt liegt. Zwischen beiden Städten und Kotor verkehren regelmäßig Busse.

#3 Podgorica -1 Empf.

Podgorica ist seit der Antike besiedelt, erlangte jedoch erst 2006 mit der Unabhängigkeit von Montenegro internationale Bedeutung als Hauptstadt, womit sie ihre historische Rivalin Cetinje ablöste. Die Stadt liegt strategisch günstig am Zusammenfluss der Flüsse Morača und Ribnica und dient als zentraler Knotenpunkt für die Verkehrsverbindungen in alle Landesteile. Unter der Ära des jugoslawischen Staates, in der sie unter dem Namen Titograd bekannt war, erlebte die Stadt ihre stärkste städtebauliche Expansion durch den Bau weitläufiger Wohnviertel im brutalistischen Stil, der für kommunistische Regimes typisch war.

Eine Stadt im Wandel

Seit den massiven Zerstörungen des Zweiten Weltkriegs befindet sich Podgorica in einem stetigen Aufbauprozess. Rund um die 1993 fertiggestellte orthodoxe Kathedrale der Auferstehung Christi wächst die Neustadt, die Nova Varoš, kontinuierlich weiter. Das Viertel eignet sich gut zum Einkaufen, doch das eigentliche Leben der Stadt spielt sich auf der anderen Seite des Flusses Morača ab. Überquere die Millennium-Brücke, das 2005 eingeweihte Wahrzeichen der montenegrinischen Hauptstadt, um in die Stara Varoš, die Altstadt, zu gelangen.

Die Altstadt stand fast vier Jahrhunderte unter osmanischer Herrschaft, was sich bis heute in der Architektur, zwei Moscheen und einer Festungsanlage widerspiegelt. Gönne dir eine Pause am Platz der großen Uhr, deren Uhrwerk seit fast 300 Jahren in Betrieb ist. Hier kannst du einen türkischen Kaffee trinken oder dich mit typischen Gerichten aus dem Balkan stärken. Spaziere anschließend entlang des Morača-Ufers bis zu dem Punkt, an dem der Fluss den Bach Ribnica trifft. Genau an diesem Zusammenfluss steht das älteste Bauwerk der Stadt, die alte Brücke Adži-pašin, ein Erbe aus der Zeit des Osmanischen Reiches.

Natur pur

Podgorica besitzt einige sehenswerte Parks, darunter den Njegošev-Park, der oberhalb des Flusses liegt. Weiter nördlich bietet sich der Gorica-Park an, der mit Abenteuerparcours, Klettergärten und Seilrutschen für alle Altersgruppen Abwechslung bietet. Der Petrovica-Park beherbergt eine ehemalige königliche Residenz, die heute als Zentrum für zeitgenössische Kunst dient.

Auch die grüne Umgebung von Podgorica hält Überraschungen bereit. Nur wenige Autominuten von der Hauptstadt entfernt, kannst du entlang des Flusses Cievna beeindruckende Wasserfälle bestaunen. Noch weiter südlich wartet eines der Naturhighlights von Montenegro auf dich: Der Skutarisee erstreckt sich mit seinen ruhigen Gewässern inmitten einer artenreichen Landschaft und ist seit 1983 als Nationalpark geschützt. Das Vogelschutzgebiet bietet Lebensraum für zahlreiche Arten, allen voran für den Krauskopfpelikan, das gefiederte Wahrzeichen des Parks. Du kannst das Gebiet zu Fuß erkunden oder an einer der vielen Bootstouren teilnehmen, die in Virpazar starten.

Wann ist die beste Reisezeit?

Podgorica zeigt sich von Mai bis September von seiner schönsten Seite. Beachte jedoch, dass im Hochsommer sehr heiße Tage auftreten können.

Anreise

Es gibt keine Direktflüge aus dem deutschsprachigen Raum nach Podgorica, jedoch bieten mehrere Fluggesellschaften Verbindungen mit Zwischenstopp in Wien, Warschau, Belgrad oder Istanbul an.

Alternativ besteht die Möglichkeit, mit dem Zug aus der serbischen Hauptstadt Belgrad anzureisen. Die Fahrt dauert zwei Tage und führt durch spektakuläre Berglandschaften.

Die von der Redaktion ausgewählte Aktivität in Montenegro

#1 Nationalpark Biogradska Gora (Kolašin) +2 Empf. 5/5

Der Nationalpark Biogradska Gora ist der ideale Ort, um die Natur im Herzen von Montenegro zu erleben. Erkunde die zahlreichen Wanderwege und übernachte in einem Katun. Diese rustikalen Holzhütten dienten früher den Hirten als Unterkunft. So erlebst du das traditionelle Leben der Bergvölker hautnah. Achtung: Viele dieser Hütten haben weder Strom noch fließendes Wasser.

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Montenegro: Ein Mittelmeer-Traum auf kleinem Raum

Berge, die in ein unwirklich blaues Meer abfallen, mittelalterliche Festungen an den Felskanten und eine Passstraße, die einem schon bei der Ankunft den Atem raubt. Montenegro verdankt seinen Namen den dunklen Schwarzkieferwäldern, die seine Gipfel bedecken. Das winzige Land auf dem Balkan, flächenmäßig etwa mit Schleswig-Holstein vergleichbar, vereint auf 13.000 km² fünf Nationalparks, fast 300 km Küste und die tiefste Schlucht Europas.

Das ideale Tor zum Balkan

Das Land ist perfekt für Reisende, die sich die kroatische Kulisse ohne den Massenandrang wünschen, für Naturliebhaber, die Bergwandern und Baden kombinieren möchten, und für Geschichtsinteressierte, die venezianische und osmanische Spuren suchen. Die touristische Infrastruktur an der Küste ist gut ausgebaut, Englisch wird in den Urlaubsgebieten meist verstanden und das Land gilt als sicher.

Wer kilometerlange Sandstrände oder ein Nachtleben wie in Kroatien sucht, könnte enttäuscht werden. Die Strände sind oft kleine Kiesbuchten, die im Sommer voll werden. Wer pures Faulenzen in mondänen Badeorten wie in Griechenland oder Italien erwartet, wird die Infrastruktur hier schlichter finden. Das beeindruckende Landesinnere lässt sich zudem nur mit einem Mietwagen sinnvoll erkunden. Ohne eigenes Fahrzeug verpasst man einen Großteil dessen, was das Land ausmacht.

Ein sehr faires Budget für Südeuropa

Plane für eine Reise im mittleren Segment mit Unterkunft und Verpflegung etwa 50 bis 80 Euro pro Tag ein. Eine Übernachtung im Apartment kostet zwischen 30 und 60 Euro, ein Restaurantbesuch schlägt mit 8 bis 15 Euro zu Buche. Mietwagen starten bei 25 Euro/Tag. Aktivitäten wie Rafting oder Bootstouren kosten etwa 20 bis 50 Euro.

Die Bucht von Kotor und ihre hängenden Dörfer

Kotor ist das Highlight. Die befestigte Stadt liegt tief in einer fjordartigen Bucht und gehört seit 1979 zum UNESCO-Welterbe. Die verwinkelten Gassen, die Kathedrale Sveti Tripun aus dem 12. Jahrhundert und die Stadtmauern, die sich bis zur Festung San Giovanni hinaufziehen, sind einen ganzen Tag wert. Die 1.350 Stufen bis zum Gipfel bieten eine beeindruckende Aussicht.

Das Problem in Kotor sind die Kreuzfahrtschiffe. In der Hochsaison entladen bis zu vier Schiffe gleichzeitig Tausende Besucher in die engen Gassen. Der beste Trick: Übernachte direkt in der Stadt und erkunde sie vor 9:00 Uhr oder nach 17:00 Uhr, wenn die Tagestouristen wieder an Bord sind.

Perast und die Felseninsel

Perast ist das Postkartenmotiv schlechthin. Das Dorf mit seinen 300 Einwohnern reiht venezianische Paläste direkt am Wasser auf. Highlight ist die Kirche Gospa od Škrpjela (Maria vom Felsen), eine künstliche Insel, die von Seeleuten im 15. Jahrhundert aufgeschüttet wurde. Man erreicht sie vom Kai aus mit kleinen Booten für ein paar Euro. Die Ruhe in Perast ist ein angenehmer Kontrast zum nur 12 km entfernten Kotor.

Geheimtipp: Fahre vom Nationalpark Lovćen über die berühmte Straße mit ihren 25 Haarnadelkurven hinunter nach Kotor. Die Strecke bietet atemberaubende Ausblicke über die Bucht. Starte früh, um dem Busverkehr auszuweichen.

Durmitor: Schluchten und Bergseen

Der Norden beherbergt das Durmitor-Massiv, das ebenfalls zum Welterbe zählt. Die Tara-Schlucht, nach dem Grand Canyon die zweittiefste der Welt, ist auf 82 km Länge bis zu 1.300 Meter tief. Der Fluss, der sie geformt hat, wird wegen seiner türkisfarbenen Klarheit die Träne Europas genannt.

Žabljak, mit 1.450 Metern die höchstgelegene Stadt auf dem Balkan, ist der ideale Ausgangspunkt. Der Crno Jezero (Schwarzer See) liegt nur 3 km vom Zentrum entfernt und ist zu Fuß erreichbar. Der Gletschersee mit seinem dunklen Wasser, umrahmt von Pinienwäldern, lädt zu einer einstündigen Umrundung ein. Erfahrene Wanderer können den Bobotov Kuk auf 2.523 Meter besteigen.

Rafting auf der Tara ist die Aktivität Nummer eins. Die zwei- bis dreitägigen Touren führen durch Schluchten, die anders nicht erreichbar sind. Die Stromschnellen sind im Sommer bei niedrigerem Wasserstand auch für Anfänger machbar. Rechne mit 60 bis 100 Euro für einen kompletten Tag inklusive Transport von der Küste.

Die Adriaküste: Von Jetset bis Geheimtipp

Budva ist das Zentrum des Badelebens. Die befestigte Altstadt erinnert an eine Miniaturversion von Dubrovnik. Die umliegenden Buchten wie Mogren, die durch einen in den Fels gehauenen Tunnel erreichbar ist, glänzen mit kristallklarem Wasser. Der Ort zieht mit seinen Beach Clubs und dem Sommer-Nachtleben vor allem ein jüngeres Publikum an.

6 km südlich liegt Sveti Stefan auf einer kleinen Insel, die durch einen schmalen Landstreifen mit dem Festland verbunden ist. Das ehemalige Fischerdorf ist heute ein Luxushotel und lässt sich nur von außen fotografieren. Der öffentliche Strand daneben bietet die gleiche Kulisse, ohne dass man eine teure Übernachtung buchen muss.

Die ruhigeren Strände

Ulcinj ganz im Süden nahe der albanischen Grenze besitzt mit dem 13 km langen Velika Plaža den längsten Sandstrand des Landes. Die Stadt mit ihrer albanisch geprägten Kultur unterscheidet sich deutlich vom restlichen Küstenabschnitt. Ada Bojana, eine Flussinsel in der Mündung der Bojana, ist ein Treffpunkt für Kitesurfer und FKK-Anhänger.

Die Halbinsel Luštica zwischen Tivat und Herceg Novi versteckt Buchten, die nur per Boot oder über Wanderwege zugänglich sind. Dobrec und Rose gehören zu diesen unberührten Orten, an denen Olivenbäume bis ans Wasser reichen.

Das unbekannte Hinterland: Skutarisee und Kloster Ostrog

Der Skutarisee, der größte See des Balkans, den sich Montenegro mit Albanien teilt, erstreckt sich über 400 km². In den ruhigen Gewässern leben unter anderem Dalmatiner-Pelikane und 280 weitere Vogelarten. Das Dorf Virpazar ist der Ausgangspunkt für Bootstouren durch die Seerosenfelder und Kanäle.

Die Weinregion Crmnica säumt den See. Die lokalen Rebsorten Vranac und Krstač findet man außerhalb des Balkans selten. Die Familienweingüter in Godinje bieten Verkostungen mit Käse und Räucherschinken für 15 bis 30 Euro an.

Das Kloster Ostrog, das auf 900 Metern Höhe in eine Felswand gebaut wurde, ist der meistbesuchte orthodoxe Wallfahrtsort auf dem Balkan. Die kurvenreiche Anfahrt ist ebenso beeindruckend wie der Ort selbst. Die Höhlenkapellen stammen aus dem 17. Jahrhundert. Der Eintritt ist kostenlos, Schultern sollten jedoch bedeckt sein.

Geheimtipp: Besuche den Nationalpark Biogradska Gora, wenn du Stille suchst. Sein Urwald, einer der letzten in Europa mit über 500 Jahre alten Bäumen, umschließt einen friedlichen See. Die Wanderwege sind selbst im August selten überlaufen.

Montenegro auf dem Teller: Berg- und Meeresspezialitäten

Die montenegrinische Küche hat zwei Gesichter. An der Küste dominieren gegrillter Fisch, crni rižot (schwarzes Risotto mit Tintenfischtinte) und Meeresfrüchte in buzara-Soße. Letztere ist ein schmackhafter Sud aus Knoblauch, Weißwein und Petersilie. Brot ist hier Pflicht, um die Soße aufzutunken.

Im Landesinneren stehen Räucherfleisch und deftige Gerichte im Vordergrund. Der Njeguški pršut, ein in der Bergluft getrockneter und über Buchenholz geräucherter Schinken, kann es mit italienischem Prosciutto aufnehmen. Er stammt exklusiv aus dem Dorf Njeguši im Lovćen-Gebirge. Probiere ihn zusammen mit kajmak (einer Art dickflüssiger Sahne) und lokalem Käse.

Kačamak ist eine Polenta mit Kartoffeln und Kajmak, die oft zu Lammfleisch aus der traditionellen Eisenhaube (unter der Asche gegart) serviert wird. Ćevapi, kleine gegrillte Fleischröllchen im Fladenbrot, sind der nationale Fast-Food-Klassiker. Burek mit Käsefüllung gibt es in jeder Bäckerei für unter 2 Euro.

Wann ist die beste Reisezeit für Montenegro?

Die ideale Zeit ist von Mai bis September. Der Mai bietet den besten Kompromiss aus angenehmen Temperaturen, moderaten Preisen und weniger Trubel. Juni und September sind ideal, um das Meer ohne den Hochsommeransturm zu genießen.

Im Juli und August konzentrieren sich die Touristen an der Küste. Die beliebten Strände sind überlaufen, Unterkunftspreise verdoppeln sich und die Temperaturen erreichen 30 bis 35°C. Diese Monate eignen sich besser für die Berge, wo es kühler bleibt. Rafting ist von Mai bis Oktober möglich, die Flüsse führen im Frühling nach der Schneeschmelze das meiste Wasser.

Im Winter verwandelt sich der Norden in ein Skigebiet. Kolašin und Žabljak bieten von Dezember bis März Pisten. An der Küste ist das Klima mild, viele Betriebe schließen jedoch zwischen November und März. Winterfestivals wie der Karneval von Kotor im Februar beleben die Nebensaison.

Anreise nach Montenegro

Es gibt zwei internationale Flughäfen. Podgorica, die Hauptstadt, wird unter anderem von Ryanair, Wizz Air, Turkish Airlines und Air Serbia angeflogen. Tivat, an der Küste bei Kotor, bietet saisonale Verbindungen an.

Von Deutschland, Österreich oder der Schweiz gibt es meist keine Direktflüge. Die Anreise erfolgt oft über Wien, Belgrad, Istanbul oder Rom. Rechne mit 150 bis 350 Euro für Hin- und Rückflug. Die Gesamtreisezeit beträgt je nach Verbindung 4 bis 7 Stunden.

Eine Alternative ist die Landung in Dubrovnik in Kroatien, das von vielen Flughäfen aus direkt erreichbar ist. Die Grenze zu Montenegro liegt nur 30 km entfernt. Vorsicht: Im Sommer kann es an der Grenze zu Wartezeiten kommen. Plane an Wochenenden im Juli und August eine Stunde Puffer ein. Deutsche Staatsangehörige benötigen für einen Aufenthalt bis zu 90 Tagen kein Visum; der Personalausweis reicht zur Einreise aus. Reisende aus Österreich oder der Schweiz prüfen am besten die Bestimmungen für ihre Staatsangehörigkeit.

Unterwegs in Montenegro

Ein Mietwagen ist für eine richtige Erkundung des Landes unverzichtbar. Die Küstenstraßen sind gut, die Bergstraßen kurvig, aber befahrbar. Rechne mit 25 bis 40 Euro pro Tag für einen Standard-Pkw. Buche in der Hochsaison im Voraus. Lokale Mietwagenanbieter verlangen oft geringere Kautionen als internationale Großkonzerne.

Das Busnetz deckt die wichtigsten touristischen Ziele ab. Verbindungen zwischen den Küstenstädten sind häufig und günstig. Eine Fahrt von Kotor nach Budva kostet etwa 3 Euro für 30 Minuten. Busse in den Norden sind seltener. Die Strecke von Podgorica nach Žabljak dauert 3 Stunden und kostet rund 10 Euro.

Eine Zugstrecke führt von Bar bis zur serbischen Grenze. Die Weiterreise nach Belgrad gilt als eine der spektakulärsten Zugstrecken Europas, inklusive 254 Tunneln und dem Mala-Rijeka-Viadukt, der höchsten Eisenbahnbrücke des Kontinents. Die Züge sind einfach, aber die Reise ist ein Erlebnis. Im Sommer verkehren entlang der Küste zudem Boots-Taxis, die praktisch sind, um abgelegene Buchten zu erreichen.

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