Podgorica besuchen
Podgorica ist seit der Antike besiedelt, erlangte jedoch erst 2006 mit der Unabhängigkeit von Montenegro internationale Bedeutung als Hauptstadt, womit sie ihre historische Rivalin Cetinje ablöste. Die Stadt liegt strategisch günstig am Zusammenfluss der Flüsse Morača und Ribnica und dient als zentraler Knotenpunkt für die Verkehrsverbindungen in alle Landesteile. Unter der Ära des jugoslawischen Staates, in der sie unter dem Namen Titograd bekannt war, erlebte die Stadt ihre stärkste städtebauliche Expansion durch den Bau weitläufiger Wohnviertel im brutalistischen Stil, der für kommunistische Regimes typisch war.
Eine Stadt im Wandel
Seit den massiven Zerstörungen des Zweiten Weltkriegs befindet sich Podgorica in einem stetigen Aufbauprozess. Rund um die 1993 fertiggestellte orthodoxe Kathedrale der Auferstehung Christi wächst die Neustadt, die Nova Varoš, kontinuierlich weiter. Das Viertel eignet sich gut zum Einkaufen, doch das eigentliche Leben der Stadt spielt sich auf der anderen Seite des Flusses Morača ab. Überquere die Millennium-Brücke, das 2005 eingeweihte Wahrzeichen der montenegrinischen Hauptstadt, um in die Stara Varoš, die Altstadt, zu gelangen.
Die Altstadt stand fast vier Jahrhunderte unter osmanischer Herrschaft, was sich bis heute in der Architektur, zwei Moscheen und einer Festungsanlage widerspiegelt. Gönne dir eine Pause am Platz der großen Uhr, deren Uhrwerk seit fast 300 Jahren in Betrieb ist. Hier kannst du einen türkischen Kaffee trinken oder dich mit typischen Gerichten aus dem Balkan stärken. Spaziere anschließend entlang des Morača-Ufers bis zu dem Punkt, an dem der Fluss den Bach Ribnica trifft. Genau an diesem Zusammenfluss steht das älteste Bauwerk der Stadt, die alte Brücke Adži-pašin, ein Erbe aus der Zeit des Osmanischen Reiches.
Natur pur
Podgorica besitzt einige sehenswerte Parks, darunter den Njegošev-Park, der oberhalb des Flusses liegt. Weiter nördlich bietet sich der Gorica-Park an, der mit Abenteuerparcours, Klettergärten und Seilrutschen für alle Altersgruppen Abwechslung bietet. Der Petrovica-Park beherbergt eine ehemalige königliche Residenz, die heute als Zentrum für zeitgenössische Kunst dient.
Auch die grüne Umgebung von Podgorica hält Überraschungen bereit. Nur wenige Autominuten von der Hauptstadt entfernt, kannst du entlang des Flusses Cievna beeindruckende Wasserfälle bestaunen. Noch weiter südlich wartet eines der Naturhighlights von Montenegro auf dich: Der Skutarisee erstreckt sich mit seinen ruhigen Gewässern inmitten einer artenreichen Landschaft und ist seit 1983 als Nationalpark geschützt. Das Vogelschutzgebiet bietet Lebensraum für zahlreiche Arten, allen voran für den Krauskopfpelikan, das gefiederte Wahrzeichen des Parks. Du kannst das Gebiet zu Fuß erkunden oder an einer der vielen Bootstouren teilnehmen, die in Virpazar starten.
Wann ist die beste Reisezeit?
Podgorica zeigt sich von Mai bis September von seiner schönsten Seite. Beachte jedoch, dass im Hochsommer sehr heiße Tage auftreten können.
Anreise
Es gibt keine Direktflüge aus dem deutschsprachigen Raum nach Podgorica, jedoch bieten mehrere Fluggesellschaften Verbindungen mit Zwischenstopp in Wien, Warschau, Belgrad oder Istanbul an.
Alternativ besteht die Möglichkeit, mit dem Zug aus der serbischen Hauptstadt Belgrad anzureisen. Die Fahrt dauert zwei Tage und führt durch spektakuläre Berglandschaften.
Podgorica, man sagt, sie sei uninteressant, seelenlos und daher zu meiden... Ich bin nicht einverstanden!
Zuerst lade ich euch ein, die orthodoxe Kathedrale der Auferstehung Christi zu entdecken. Diese Kathedrale ist unglaublich, sowohl von innen als auch von außen mit ihrer atypischen Architektur. Ob gläubig oder nicht, ich verspreche euch einen magischen Moment.
Nehmt euch danach die Zeit, die Hauptbrücke der Stadt zu entdecken sowie die kleinen Parks, in denen sich die Statuen berühmter Persönlichkeiten zeigen, die das Schicksal Montenegros geprägt haben.
Also ja, 1 oder 2 Tage reichen völlig aus... Aber Podgorica ist einen kleinen Abstecher wert. :)