Birgu: Die Stadt der Ritter vor Valletta
Das Plätschern der dgħajsa, dieser bunten Holzboote, mischt sich in der Marina mit dem Klirren der Wanten. Dahinter schlängeln sich enge Gassen aus goldenem Kalkstein hinauf zu verglasten Holzbalkonen. Bevor La Valette entstand, schlug hier das historische Herz des Johanniterordens.
Eine Destination nach deinem Geschmack?
Birgu begeistert Geschichtsbegeisterte, die alte Mauern Schaufenstern vorziehen. Die Ritter ließen sich hier im Jahr 1530 nieder und hielten 1565 der Belagerung durch die Osmanen stand. Das Viertel atmet noch heute diesen Rhythmus: ruhig, dicht, fernab vom Trubel.
Wer Strände, bis im Morgengrauen geöffnete Bars oder große Einkaufspassagen sucht, ist hier falsch. Die Abende sind friedlich, und zum Baden geht es an andere Küstenabschnitte der Insel.
Besonders geeignet für:
- Fans von Militär- und Maritimgeschichte
- Spaziergänger, die autofreie Gassen schätzen
- Reisende, die ruhig und dennoch nahe Valletta wohnen möchten
- Fotografen von Häfen und Befestigungsanlagen
Ungeeignet für:
- Bade- und Strandurlaub
- Nachtschwärmer auf der Suche nach Clubbing
- Reisende, die alles in einer Stunde abhaken wollen
Ein überschaubares Budget auf der Insel
Birgu bleibt touristisch unaufgeregter als Valletta oder Sliema, und die Gasthäuser sind oft bezahlbarer als an den großen Promenaden. Die Museen kosten Eintritt, aber der Hauptgenuss, das Streifen durch die Altstadt und am Hafen entlang, ist kostenlos.
Praktische Infos
Das historische Zentrum lässt sich zu Fuß in wenigen Stunden erkunden, aber pack festes Schuhwerk ein: Die Wege steigen an und das Pflaster ist uneben. Da Englisch neben Maltesisch Amtssprache ist, verständigst du dich problemlos.
Der Sommer bringt viel Hitze und wenig Schatten auf den Kaianlagen. Am besten besuchst du den Ort früh morgens oder am späten Nachmittag.
Festungen, Paläste und Kirchen: Geschichte auf einen Blick
Fort St. Angelo
Das Fort thront an der Spitze der Halbinsel und kontrolliert die Einfahrt zum Grand Harbour. Während der Belagerung diente es als Hauptquartier der Ritter. Von den Wällen aus eröffnet sich einer der schönsten Blicke auf die Bastionen von Valletta.
Inquisorenpalast
Der Inquisorenpalast zählt zu den wenigen erhaltenen Inquisitionsgebäuden Europas, die du besichtigen kannst. Heute beherbergt er das nationale ethnografische Museum. Du kannst in die ehemaligen Zellen hinabsteigen, während die Ausstellungsräume Einblicke in den maltesischen Alltag geben.
Collachio und St.-Lorenz-Kirche
Das Collachio bildete das einstige Wohngebiet der Ritter mit seinen engen, stillen Gassen und strengen Fassaden. Gleich nebenan diente die St.-Lorenz-Kirche als Ordenskirche, bevor die Ko-Kathedrale in Valletta erbaut wurde.
Es lohnt sich, am späten Nachmittag durch das Collachio zu streifen, wenn das goldene Licht auf den Steinen liegt, mehr als jede abgehakte Sehenswürdigkeit.
Hafenpromenade und Museen
Am Birgu Waterfront reihen sich Luxusyachten an alte Speicherhäuser. Das Malta Maritime Museum in der früheren Schiffsbäckerei zeichnet die Seefahrtsgeschichte der Insel von den Rittern bis zur Royal Navy nach.
Das Freiheitsdenkmal direkt am Wasser erinnert an den Abzug der britischen Truppen am 31. März 1979. Das Malta at War Museum nahe dem Stadttor widmet sich den Luftangriffen des Zweiten Weltkriegs.
Ein Tipp unter Freunden: Überquere den Grand Harbour von Valletta aus mit einer dgħajsa statt mit dem Linienbus. Die kurze Fahrt beschert dir den eindrucksvollsten ersten Blick auf Birgu.
Wo essen und trinken in Birgu?
Die Lokale an der Uferpromenade setzen auf mediterrane Küche und frischen Fisch. Probier in der Saison den Lampuki (im Herbst als Pastete oder vom Grill) sowie das traditionelle maltesische Kaninchenragout mit Knoblauch und Wein.
Für den kleinen Hunger zwischendurch gibt es einen Pastizz mit Ricotta oder Erbsenpüree sowie die typische Ftira, ein Fladenbrot mit Thunfisch, Kapern und Oliven. Die Tische auf dem Hauptplatz eignen sich gut für einen Drink am Abend.
Wo übernachten in Birgu und Umgebung?
Die Auswahl in Birgu besteht vor allem aus kleinen Boutique-Hotels in historischen Steinhäusern sowie gemütlichen Gästehäusern. Die Kapazitäten sind überschaubar, daher empfiehlt sich in der Hauptsaison eine rechtzeitige Buchung.
Sollte hier alles voll sein, liegt Valletta nur eine kurze Bootsfahrt entfernt. Sliema bietet eine größere Auswahl, hat allerdings einen deutlich urbaneren Charakter.
Wie kommst du nach Birgu?
Birgu liegt etwa 10 km vom internationalen Flughafen Malta in Luqa entfernt. Direktflüge verbinden die Insel mit zahlreichen europäischen Knotenpunkten. Vom Flughafen nimmst du am besten ein Taxi oder einen Bus mit Umstieg in Valletta.
Von Valletta aus nimmst du am besten das Boot über den Grand Harbour, entweder die Personenfähre oder eine traditionelle dgħajsa. Alternativ verkehren Busse zwischen der Hauptstadt und Birgu.
Wie kommst du vor Ort von A nach B?
Du bist zu Fuß unterwegs, da das Zentrum kompakt und weitgehend verkehrsberuhigt ist. Die Gassen des Collachio sind für größere Autos ohnehin zu schmal.
Wer mit dem Mietwagen anreist, stellt diesen am besten außerhalb nahe den Stadttoren ab, statt ins historische Zentrum zu fahren. Taxis bieten sich an, um andere Inselteile zu erreichen.
Wann ist die beste Reisezeit?
Der Frühling (April bis Juni) und der frühe Herbst (September bis Oktober) bringen mildes Licht und angenehme Temperaturen. Ende Oktober taucht das Event Birgu by Candlelight die Gassen in Kerzenschein, was allerdings viele Besucher anzieht. Am 8. September feiert die Stadt das Fest Maria Geburt. Den Hochsommer meidest du besser, wenn du hitzeempfindlich bist.
L'ambiance est très différente, il y a beaucoup moins de monde. Faites un petit tour dans de dédales de ruelles qui montent et descendent, beaucoup moins de touristes et bien plus résidentiel de la Valette. Tout autant de charme mais vous pouvez mieux en profiter.
J'ai adoré aussi le vieux monsieur qui vient saluer les gens qui repartent en bateau avec son poste radio et de la musique
A faire !