Mdina: Die Stadt des Schweigens auf dem Hochplateau
Hier bleiben die Autos der Besucher draußen, und der Lärm bricht an den mächtigen Stadtmauern ab. Hinter dem Stadttor erstreckt sich ein Labyrinth aus engen Gassen mit honigfarbenen Steinhäusern, in dem du vor allem deine eigenen Schritte hörst.
Mdina war die Hauptstadt von Malta, bis die Johanniter im 16. Jahrhundert ankamen und die Küste bevorzugten. Aus dieser Epoche hat sich die Stadt den Charakter eines in der Zeit schwebenden Ortes bewahrt.
Die richtige Wahl für dich?
Mdina begeistert alle, die sich für Kulturgeschichte, Fotografie und gemütliche Streifzüge begeistern. Die Stadt lässt sich in einer halben Tage erkunden und zeigt sich von ihrer schönsten Seite, wenn die Tagestouristen am frühen Morgen oder am späten Abend wieder abgereist sind.
Wer dagegen Trubel, Strände oder ein pulsierendes Nachtleben sucht, wird hier eher enttäuscht. Mit gerade einmal 193 Einwohnern geht es am Abend sehr ruhig zu.
Geeignet für:
- Geschichts- und Architekturfans
- Fotografen, besonders im weichen Licht der Morgen- und Abendstunden
- Reisende auf der Suche nach einem kompakten und atmosphärischen Ausflugsziel
Ungeeignet für:
- Urlauber, die Strandtage oder Party suchen
- Längere Aufenthalte mit Standort direkt vor Ort
Unterschiedliche Budgets
Die Cafés und Restaurants innerhalb der Festungsmauern richten sich stark auf das Tagespublikum aus, was sich deutlich auf der Rechnung bemerkzeichnet. Die unmittelbare Umgebung, insbesondere das direkt angrenzende Rabat, ist spürbar preiswerter.
Gut zu wissen vor Ort
Die Altstadt ist eine reine Fußgängerzone mit stark reglementiertem Autoverkehr. Pack am besten feste Schuhe ein: Das Kopfsteinpflaster ist uneben und manche Gasse zieht sich steil nach oben. Auf Malta kommst du mit Englisch neben Maltesisch problemlos durch, Sprachbarrieren gibt es hier keine.
Mdina ist sicher und entspannt, nachts herrscht hier kaum Betrieb. Lediglich am Mittag kann es während der Stoßzeiten etwas enger zugehen.
Streifzug durch die Gassen
Das Haupttor
Der Zugang führt durch die Tor von Mdina, ein barockes Portal, das den Graben der alten Wehranlage überspannt. Es ist das bekannteste Fotomotiv der Stadt.
Ohne festen Weg treiben lassen
Der Reiz liegt darin, sich einfach treiben zu lassen. Die Gassen werden schmaler, die Fassaden rücken nah zusammen, und hölzerne Erker setzen farbige Akzente an den Steinhäusern. Am schönsten lässt sich Mdina ohne festen Plan entdecken.
Kathedrale und Plätze
Die Kathedrale St. Paul dominiert einen ruhigen Platz, auf dem die barocke Fassade das späte Tageslicht einfängt. In der direkten Nachbarschaft stehen zahlreiche Sakralbauten und Adelspaläste, die den Charakter der Stadt prägen.
Wehrmauern und Ausblicke
Von den Bastionen aus schweift der Blick nach Norden und Osten über die Insel. Der Bastionsplatz bietet eines der beeindruckendsten Panoramen ins Inselinnere, das besonders bei Sonnenuntergang spektakulär wirkt.
Ein Tipp unter Freunden: Komm vor den Reisegruppen oder bleibe, bis sie abgefahren sind. Dann kehrt die Stille zurück und das goldene Licht lässt den Stein leuchten.
Wo essen und trinken in Mdina?
Ein paar Cafés mit Terrassen oder direktem Blick auf die Mauern verteilen sich über das Stadtgebiet. Perfekt für eine kurze Pause mit einem Pastizzi und einem Kaffee, weniger für ein ausgiebiges Menü. Für ein richtiges Abendessen bietet das benachbarte Rabat authentischere Lokale.
Wo übernachten in Mdina und Umgebung?
Unterkünfte direkt in der Altstadt sind rar, was ihren Reiz ausmacht, aber die Auswahl einschränkt. Rabat liegt direkt an die Zitadelle angeschlossen und bietet deutlich mehr Optionen im fußläufigen Bereich. Für einen lebendigeren Ausgangspunkt mit mehr Infrastruktur eignen sich Sliema oder Valletta besser, allerdings mit etwas Anfahrt.
Wie kommst du nach Mdina?
Der internationale Flughafen Malta bei Luqa wird regelmäßig direkt aus Deutschland, Österreich und der Schweiz angeflogen. Mdina liegt westlich des Flughafens im Zentrum der Insel, etwa 10 km Luftlinie entfernt. Die Weiterreise klappt am besten mit dem Taxi oder Bus.
Wie kommst du vor Ort vorwärts?
Innerhalb der Festungsmauern ist alles zu Fuß erreichbar: Die Stadt ist überschaubar und in wenigen Minuten durchquert. Um von anderen Orten nach Mdina zu gelangen, bringen dich öffentliche Busse direkt bis an den Rand von Rabat vor den Stadttoren.
Besucherautos müssen draußen bleiben. Park dein Fahrzeug vor den Mauern und erkunde den Rest zu Fuß.
Wann ist die beste Reisezeit?
Frühling und Herbst bieten ideale Temperaturen für Spaziergänge auf den Wällen. Im Hochsommer heizt sich der helle Stein stark auf, weshalb sich die frühen Morgen- oder späten Abendstunden anbieten. Das flache Sonnenlicht taucht die Stadt dann in ein besonders schönes Licht.