Hvar, die Insel, auf der Lavendel auf Steinen trocknet
Im späten Frühling duftet die Luft, die von den Feldern rund um die Stadt aufsteigt, nach Lavendel und von der Sonne erwärmtem Rosmarin. Es ist dieser Geruch, gemischt mit der salzigen Brise der Adria, der den Besuchern von Hvar noch lange in Erinnerung bleibt. Die Stadt, Hauptort der gleichnamigen Insel, pflegt seit Jahrhunderten den Ruf einer schicken Destination, in der sich Luxusyachten und von Schritten glattpolierte Gassen aus Kalkstein begegnen.
Das Reiseziel für dich?
Du magst abends lebhafte Häfen, Terrassenkaffees, auf denen man bei einem Glas Wein den einlaufenden Segelbooten zusieht, und einsame Inseln, die nur eine kurze Bootsfahrt entfernt liegen: Dann wird dir diese Stadt gefallen. Wanderfreunde schätzen zudem die Pfade, die hinauf zur Festung oder durch die Lavendelfelder führen.
Suchst du hingegen einen feinsandigen Strand, der zu Fuß vom Zentrum aus erreichbar ist, oder einen ruhigen und günstigen Aufenthalt, wirst du vermutlich enttäuscht sein. Die Strände bestehen überwiegend aus felsigen Buchten, und die Preise ziehen in der Hauptsaison rasch an.
Geeignet für:
- Fans von Nachtleben und Strandbars
- Paare auf der Suche nach einer romantischen und schicken Atmosphäre
- Segelbegeisterte und Ausflügler mit dem Boot zu den Pakleni-Inseln
- Wanderer, die neugierig auf die Lavendelpfade sind
Ungeeignet für:
- Reisende mit kleinem Budget
- Familien, die leicht zugängliche Sandstrände suchen
- Alle, die im Juli und August den Menschenmassen entfliehen wollen
Ein Budget, das im Sommer schnell steigt
Hvar gehört zu den teuersten Reisezielen in Kroatien, besonders zwischen Juli und August. Die folgenden Beträge geben eine Orientierung für die Nebensaison und fallen im Hochsommer deutlich höher aus.
| Kategorie | Betrag |
|---|---|
| Übernachtung in Herberge oder Privatzimmer | 25 bis 45 € |
| Übernachtung in komfortablem Hotel | 100 bis 200 € |
| Schneller Imbiss (Burek, Sandwich) | 5 bis 8 € |
| Restaurantbesuch mit lokalem Wein | 20 bis 35 € |
| Tag für Backpacker | 50 bis 70 € |
| Tag mit Komfort | 150 € und mehr |
Unverbindliche Richtwerte, Änderungen vorbehalten
Praktische Hinweise für die Reise
Die Insel ist per Fähre von Split aus erreichbar. Vor Ort legst du die Strecken im weitgehend fußgängerfreundlichen historischen Zentrum am besten zu Fuß zurück. Englisch wird in Geschäften und Restaurants problemlos verstanden, in den abgelegeneren Dörfern im Inselinneren allerdings weniger.
Im Juli und August sind die Unterkünfte komplett ausgebucht und die Gassen am Hafen füllen sich direkt bei Ankunft der Fähren. Im restlichen Jahr kehrt ein deutlich ruhigerer, fast schon beschaulicher Rhythmus ein.
Altstadt und Hafen, das pulsierende Herz der Insel
Der Stephansplatz (Trg Svetog Stjepana), gepflastert mit großen weißen Steinplatten, öffnet sich direkt zum Hafen. Er zählt zu den größten öffentlichen Plätzen in Dalmatien und dient am späten Nachmittag als natürlicher Treffpunkt.
Stephansdom
Die barocke Fassade prägt den Platz, während der romanische Glockenturm, einer der harmonischsten der kroatischen Küste, den Blick nach oben lenkt. Im Inneren befinden sich sakrale Kunstwerke, die seit dem 16. Jahrhundert zusammengetragen wurden.
Festung Fortica
Hoch über der Stadt thront diese venezianische Festung und bietet einen Panoramablick über den gesamten Hafen sowie die vorgelagerten Pakleni-Inseln. Der Aufstieg aus dem Zentrum dauert etwa zwanzig Minuten zu Fuß, am besten frühmorgens, um der Hitze zu entgehen.
Ein Tipp unter Freunden: Geh eine Stunde vor Sonnenuntergang hinauf zur Festung. Das weiche Licht auf dem Stein und den roten Dächern des Hafens belohnt dich mehr als genug für die Anstrengung des Aufstiegs.
Die Pakleni-Inseln, ein Ausflug aufs Wasser
Dieses Archipel aus rund einem Dutzend bewaldeter Eilande liegt direkt vor dem Hafen und lässt sich per Wassertaxi oder organisierter Bootsfahrt entdecken, in der Saison stündlich. Die Insel Sveti Klement, die größte der Gruppe, vereint ruhige Buchten und ein paar Tavernen direkt am Wasser.
Das türkisfarbene, flache Wasser der Pakleni bildet einen Gegenpol zum trubeligen Hafen. Man kommt zum Schwimmen hierher, nicht zum Sonnenbaden auf Sand, da die meisten Buchten steinig oder kieselig sind.
Lavendelfelder und das Hinterland
Das ruhigere Inselinnere verbirgt Lavendelfelder, die im Juni blühen. Das Dorf Velo Grablje, rund zwanzig Autominuten vom Zentrum entfernt, bewahrt eine traditionelle Destillerie und einige verlassene Steinhäuser, was außerhalb der Saison eine fast gespenstische Kulisse ergibt.
Wo du in Hvar essen und trinken kannst
Gregada, ein mit Kartoffeln und Weißwein geschmorter Fischeintopf, steht auf der Speisekarte vieler Hafentavernen. Die Lokale direkt an der Kai-Promenade sind teurer als jene, die sich in den ruhigen Gassen hinter dem Platz verbergen.
Beim Wein lohnen sich lokale Rebsorten wie Plavac mali, die an den Hängen der Insel wachsen und in den Weinbars rund um den Stephansplatz ausgeschenkt werden.
Wo du in Hvar und Umgebung übernachten kannst
Im historischen Zentrum konzentrieren sich die gehobenen Hotels, oft mit Blick auf den Hafen, allerdings zu entsprechenden Preisen. Die Nachbarorte wie Jelsa oder Stari Grad, 15 bis 20 Autominuten entfernt, bieten günstigere Unterkünfte und einen unkomplizierten Weg zu lokalen Stränden.
Wie du nach Hvar kommst
Die Insel wird hauptsächlich per Fähre von Split aus angefahren, die Überfahrt mit dem Schnellkatamaran dauert etwa eine Stunde. Split selbst ist durch Direktflüge aus zahlreichen europäischen Städten erreichbar, in der Hauptsaison mit praktischen Umsteigeverbindungen.
Wie du dich in Hvar fortbewegst
Das Stadtzentrum lässt sich komplett zu Fuß erkunden, da die gepflasterten Gassen für den Autoverkehr gesperrt sind. Für Fahrten zu abgelegenen Stränden oder in andere Inseldörfer sind die lokalen Busse oder gemietete Motorroller die gängigsten Optionen.
Wann ist die beste Reisezeit für Hvar?
Die Monate Mai, Juni und September bieten den besten Kompromiss aus angenehmem Wetter und überschaubarem Andrang. Im Juli und August, der Zeit der großen Partys, steigen sowohl die Preise als auch die Besucherzahlen deutlich an, während der Winter die Stadt in einen fast vollständigen Winterschlaf versetzt.