Split, der römische Palast, in dem das Leben pulsiert
Kaiser Diokletian ließ seinen Alterssitz im 4. Jahrhundert direkt am Meer errichten. Siebzehn Jahrhunderte später kochen Familien in diesen Mauern, Katzen schlafen auf antiken Säulen und in den gewölbten Kellern wird kroatischer Wein ausgeschenkt.
Was diese Stadt so besonders macht: Sie ist kein Museum, sondern ein seit der Antike bewohntes und denkmalgeschütztes Viertel, in dem die Wäsche zwischen jahrtausendealten Torbögen im Wind trocknet.
Der ideale Ausgangspunkt für die dalmatinische Küste
Als zweitgrößte Stadt Kroatiens fungiert Split als perfektes Basislager für Ausflüge zu den dalmatinischen Inseln und in die Nationalparks. Die Stadt jedoch nur als Zwischenstopp zu betrachten, wäre ein Fehler. Das historische Zentrum verdient mindestens zwei volle Tage, verteilt auf den römischen Palast, den bewaldeten Hügel und die belebte Uferpromenade.
Split zieht Geschichtsbegeisterte ebenso an wie Fans des Ultra Europe Festivals. Das Tempo ist mediterran: Man isst spät, trinkt lange Kaffee und der abendliche Spaziergang auf der Riva ist ein heiliges Ritual.
Geeignet für:
- Liebhaber von Geschichte und römischer Architektur
- Reisende, die Stadt, Strand und Inselhüpfen nach Hvar, Brač oder Vis verbinden möchten
- Paare auf der Suche nach Rooftops, Stein-Gassen und Abendessen direkt am Meer
- Festivalbesucher im Sommer, besonders für das Ultra Europe
- Familien dank des flach abfallenden Strandes von Bačvice
Weniger geeignet für:
- Alle, die Menschenmassen meiden: Im Juli und August platzt das Zentrum aus allen Nähten
- Fans von feinen Sandstränden, da Split vor allem Kiesel- und Betonstrände bietet
- Reisende, die außerhalb der Saison absolute Ruhe suchen: Viele Restaurants schließen von November bis März
Ein angemessenes Budget für die dalmatinische Küste
Split ist günstiger als Dubrovnik, doch seit der Einführung des Euro im Jahr 2023 sind die Preise spürbar gestiegen. In der Hochsaison kann eine Unterkunft im historischen Zentrum kostspielig sein. Außerhalb der Saison sinken die Preise um 30 bis 50 Prozent.
| Ausgaben | Preisspanne |
|---|---|
| Übernachtung in Jugendherberge oder Privatunterkunft | 20 bis 50 € |
| Übernachtung im 3-Sterne-Hotel oder Apartment | 60 bis 130 € |
| Snack (Burek, Pizzastück, Sandwich) | 3 bis 8 € |
| Restaurantbesuch (Hauptgericht + Getränk) | 15 bis 30 € |
| Transport + Aktivitäten pro Tag | 10 bis 25 € |
| Backpacker-Budget / Tag | 45 bis 70 € |
| Komfort-Budget / Tag | 100 bis 180 € |
Eine sichere und leicht zu erkundende Stadt
Kroatien ist ein sehr sicheres Reiseland. Die üblichen Vorsichtsmaßnahmen gelten: Behalten Sie Ihre Wertsachen in den überfüllten Bereichen des Palastes von Diokletian und auf der Riva im Auge. Kleinkriminalität ist die Ausnahme. Englisch wird von der jüngeren Generation fließend gesprochen, und im Tourismussektor ist es Standard.
Das mediterrane Klima bringt sehr heiße und trockene Sommer mit sich, oft über 35°C im Juli und August. Die Einheimischen folgen dann dem Rhythmus der Siesta und viele Läden schließen zwischen 14:00 und 17:00 Uhr.
Ausreichend Wasser und Sonnenschutz sind Pflicht, ebenso wie Schuhe mit weichen Sohlen: Das Kopfsteinpflaster in der Altstadt ist über die Jahrhunderte abgenutzt und bei Nässe glatt.
Der Diokletianspalast und das historische Herz
Der Palast von Diokletian ist kein Museum mit Eintrittskarte, sondern ein ganzes Stadtviertel. Man betritt es durch das Goldene Tor im Norden, das Silberne Tor im Osten, das Eiserne Tor im Westen oder das Bronzene Tor, das zur Riva führt.
Im Inneren führen Gassen aus weißem Stein zu winzigen Plätzen, restaurierten römischen Kellern, Handwerksläden und Restaurants, die direkt in die antiken Mauern eingebettet sind.
Das Peristyl, der zentrale Hof des Palastes, gesäumt von korinthischen Säulen und einer ägyptischen Sphinx, ist das pulsierende Zentrum der Stadt. Abends legt ein Restaurant rote Kissen auf die Stufen, akustische Musik erklingt zwischen den Mauern und die Menschen genießen bei einem Glas Wein die Kühle. Es ist einer der außergewöhnlichsten Orte in Europa, um den Abend ausklingen zu lassen.
Tipp vom Experten: Steigen Sie auf den Glockenturm der Kathedrale des Heiligen Domnius für einen Panoramablick über die Dächer, den Hafen und die Inseln. Das Kombiticket für Kathedrale, Krypta und Baptisterium kostet etwa 7 €. Gehen Sie früh am Morgen, um die Warteschlangen zu vermeiden.
Varoš und der Marjan-Hügel: Das Split der Einheimischen
Direkt westlich des Palastes beginnt Varoš, das älteste Wohnviertel der Stadt. Steinhäuser mit grünen Fensterläden, enge Treppen und Katzen an jeder Ecke. Hier gibt es keine Souvenirshops und keine Menschenmassen. Es ist das Viertel, in dem die Einwohner von Split ihren Morgenkaffee in namenlosen, winzigen Bars trinken.
Von Varoš aus führt ein Pfad zum Marjan-Hügel, der als Lunge der Stadt gilt. Dieser Kiefernwald ragt fast 180 Meter über das Meer hinaus. Markierte Wege führen zu spektakulären Aussichtspunkten, kleinen mittelalterlichen Kapellen und abgelegenen Buchten an der Südseite.
Tipp vom Experten: Für den Sonnenuntergang sollten Sie zum Aussichtspunkt Telegrin aufsteigen, dem höchsten Punkt des Marjan. Die Aussicht auf die Inseln Šolta, Brač und Hvar ist beeindruckend, und Sie werden fast für sich allein sein.
Bačvice und die Uferpromenade
Der Strand von Bačvice, nur fünf Gehminuten vom Busbahnhof entfernt, ist eine lokale Institution. Die Einheimischen spielen hier Picigin, einen hier erfundenen Sport, bei dem man einen kleinen Ball in der Luft hält, ohne dass er das Wasser berührt. Das Wasser ist über eine weite Strecke sehr flach, was es ideal für Familien macht.
Wir möchten ehrlich sein: Bačvice ist kein paradiesischer Traumstrand. Es ist ein Ort aus Beton und Kies, im Sommer überfüllt und mit lauten Strandbars im Hintergrund. Aber die Atmosphäre ist ansteckend, und die Sonnenuntergänge von den Terrassen der Strandbars sind ein Highlight.
Inselhüpfen ab Split: Hvar, Brač, Vis
Der Hafen von Split ist der wichtigste Knotenpunkt für Fähren zu den dalmatinischen Inseln. Brač mit seinem Strand Zlatni Rat, der für seine sich mit der Strömung verändernde Hornform bekannt ist, ist in einer Stunde mit der Fähre erreichbar.
Hvar, bekannt für sein Nachtleben und die Lavendelfelder, erreicht man in einer Stunde mit dem Katamaran. Vis, die am weitesten entfernte und am wenigsten touristische Insel, ist berühmt für ihre Blaue Grotte.
Tipp vom Experten: Buchen Sie Ihre Fährtickets in der Hochsaison im Voraus über die Websites von Jadrolinija oder Krilo. Die schnellen Katamarane nach Hvar kosten etwa 6 bis 11 € pro Person. Falls Sie mit dem Auto reisen, sollten Sie wissen, dass die Autofähren nach Brač schnell ausgebucht sind.
Wo man in Split essen und trinken kann
Die dalmatinische Küche basiert auf gegrilltem Fisch, Olivenöl und heimischen Kräutern. Drei Spezialitäten, die man probieren muss: Pašticada, ein in Rotwein, Pflaumen und Gewürzen geschmorter Rindfleischeintopf, serviert mit hausgemachten Gnocchi; Crni Rižot, ein schwarzes Risotto mit Tintenfischtinte; und Soparnik, eine feine Mangold-Pastete, eine Spezialität der dalmatinischen Küste.
Um gut und lokal zu essen, sollten Sie die Terrassen entlang der Riva meiden und sich in die Konobas begeben, die traditionellen Tavernen. Das Restaurant Šug, vom Guide Michelin empfohlen, versteckt sich in der Nähe des Marktes Pazar und serviert Meeresfrüchte und frische Pasta zu fairen Preisen. Im Viertel Varoš bietet die Konoba Hvaranin unkomplizierte Hausmannskost.
Kroatischer Wein, eine Entdeckung
Nur 2 % der kroatischen Weinproduktion werden exportiert. Lokale Rebsorten wie Plavac Mali und Pošip sind für die meisten Besucher eine echte Neuentdeckung. Weinbars im Palast bieten tägliche Verkostungen für wenige Euro an. Dies ist eine der besten Möglichkeiten, die lokale Kultur zu verstehen.
Wo man in Split und Umgebung übernachten kann
Das historische Zentrum ist ideal für den ersten Besuch: Alles ist zu Fuß erreichbar, und das Schlafen innerhalb der Mauern des Diokletianspalastes ist ein Erlebnis für sich. Die Preise sind hier am höchsten, besonders von Juni bis September. Das direkt angrenzende Viertel Varoš bietet ein hervorragendes Preis-Leistungs-Verhältnis und eine ruhigere Atmosphäre.
Für einen Strandurlaub ermöglicht der Bereich um Bačvice die Kombination aus Strandnähe und Stadtzentrum. Familien werden die Apartments im Viertel Firule schätzen. Außerhalb der Stadt stellt Trogir, nur 30 Minuten entfernt, eine attraktive Alternative dar, mit einem mittelalterlichen, UNESCO-geschützten Zentrum und oft günstigeren Preisen.
Wie kommt man nach Split?
Der Flughafen Split-Kaštela liegt 25 km vom Zentrum entfernt. Zahlreiche Billigfluggesellschaften wie Ryanair, easyJet, Vueling und Transavia fliegen ihn von vielen europäischen Städten aus an, vor allem von April bis Oktober. Die Flugzeit ab Paris beträgt etwa 2:15 Stunden. Tickets finden sich außerhalb der Hochsaison zwischen 40 und 100 € für den Hinflug.
Vom Flughafen ins Stadtzentrum
Die Buslinie 37 verbindet den Flughafen mit dem Busbahnhof Sukoišan, der 15 Gehminuten vom Palast entfernt liegt, für etwa 2 bis 3 €. Die Fahrt dauert 40 bis 50 Minuten. Der Shuttlebus Pleso Prijevoz ist direkter und setzt Passagiere in der Nähe des historischen Zentrums für etwa 5 € ab. Ein Taxi kostet rund 35 €.
Man kann Split auch mit dem Zug über Zagreb oder mit dem Auto über die Autobahn A1 von der slowenischen Grenze aus erreichen. Planen Sie etwa 6 Stunden Fahrzeit ab Ljubljana ein. Die Fähre ab Ancona in Italien ist eine originelle Alternative für Reisende aus dem Süden.
Wie bewegt man sich in Split fort?
Das historische Zentrum lässt sich komplett zu Fuß erkunden. Für weiter entfernte Viertel wie Firule oder Žnjan ist das Busnetz von Promet zuverlässig, ein Ticket kostet etwa 1,30 € und ist am Kiosk erhältlich. Den Marjan-Hügel erreicht man ebenfalls in 15 Minuten zu Fuß vom Palast aus.
Taxis sind verfügbar und für kurze Strecken preislich angemessen. Uber ist in Split aktiv und bietet oft günstigere Tarife als klassische Taxis. Um die dalmatinische Küste jenseits der Stadt zu erkunden, ist ein Mietwagen oder ein Roller praktisch, allerdings ist das Parken im Zentrum sehr begrenzt und kostenpflichtig.
Wann ist die beste Reisezeit?
Die Monate Mai-Juni und September bieten den besten Kompromiss: Temperaturen zwischen 22 und 28°C, das Meer ist warm genug zum Baden und der Andrang ist erträglich. Die Osterprozessionen sind ein kulturelles Highlight. Der Winter ist mild, aber viele Einrichtungen schließen.
Meiden Sie die zweite Juli-Hälfte und den August, wenn Sie Menschenmassen nicht mögen. Die Unterkunftspreise verdoppeln sich, die Gassen des Palastes sind überfüllt und die Hitze kann drückend sein. Das Festival Ultra Europe, das üblicherweise im Juli stattfindet, zieht Zehntausende Feiernde an und verändert die Atmosphäre der Stadt radikal.
Neben Zadar und Dubrovnik ist Split ein absoluter Pflichtstopp im Süden Kroatiens. Es gibt dort zahlreiche Sehenswürdigkeiten zu besichtigen und verwinkelte Gassen mit kleinen Tavernen, in denen man das mediterrane Klima genießen kann. Die Kehrseite der Medaille ist allerdings, dass es sehr voll ist und die Preise im Sommer stark ansteigen.
Persönlich hat mir die befestigte Stadt Dubrovnik besser gefallen. Aber Split ist auch ein schöner Ausgangspunkt, vor allem für einen Abstecher auf die Partyinsel Hvar.