Saint-Paul-de-Vence im Überblick
Es ist zweifellos eines der schönsten mittelalterlichen Dörfer Frankreichs. Mitten in der Provence, nur 15 Minuten von der Küste entfernt, thront Saint-Paul-de-Vence auf einem Felsvorsprung. Ein Ort, der Spaziergänger und Kunstliebhaber gleichermaßen in seinen Bann zieht.
Ein Dorf voller Kunst und Geschichte
Die Fondation Maeght ist das Herzstück von Saint-Paul-de-Vence und weit über die Grenzen der Alpes-Maritimes hinaus bekannt. Das 1964 vom Kunsthändler Aimé Maeght und seiner Frau Marguerite gegründete Museum für moderne Kunst beeindruckt nicht nur durch seine Sammlung, sondern auch durch seine markante, zeitgenössische Architektur. Zu sehen sind Werke von Chagall, Braque, Miro, Léger, Calder und Giacometti. Ein Highlight sind die Gärten mit ihren originellen Installationen, allen voran das Labyrinthe Miro. Jährlich finden zudem wechselnde Ausstellungen statt, die den Fokus auf einzelne Künstler legen.
Die Kunst prägt das gesamte Dorfbild. An jeder Ecke laden zahlreiche Galerien zum Stöbern ein. Wer in die Fußstapfen von Größen wie Picasso, Matisse oder Modigliani treten möchte, kann in der Auberge de la Colombe d'Or einkehren, die einst ihr Treffpunkt war. Auch das Grab von Chagall auf dem Dorffriedhof ist für viele Besucher ein fester Anlaufpunkt.
Geschichtsinteressierte finden in den Gassen eine Zeitreise vor. Die rue Grande stammt aus dem 14. Jahrhundert und ist damit älter als die Befestigungsanlagen selbst. Sehenswert sind zudem die Kirche Collégiale de la Conversion-de-Saint-Paul und die Chapelle Folon, die von einem belgischen Künstler prachtvoll gestaltet wurde.
Das Lebensgefühl von Saint-Paul-de-Vence
Selbst wer mit Kunst weniger anfangen kann, wird die Atmosphäre in Saint-Paul-de-Vence genießen. Ein Spaziergang entlang der alten Wehrmauern, die unter François Ier nach dem Vorbild der Zitadelle von Nizza errichtet wurden, bietet einen weiten Blick über das Hinterland bis hin zum glitzernden Meer.
Obwohl das Dorf nur etwa 300 ständige Einwohner zählt, ist es das ganze Jahr über lebendig. Veranstaltungen wie das Fest des Olivenöls im April, das Wein- und Kastanienfest im Oktober oder das Festival für Kammermusik im Juli ziehen regelmäßig Gäste an. Jeden Mittwoch bieten Erzeuger auf dem Bauernmarkt lokale Spezialitäten wie Wurstwaren, socca, Brioches, Süßwaren, Olivenöl oder brissaouda an. Auf der place du Jeu de Boules im Dorfzentrum wird seit Jahrzehnten leidenschaftlich Pétanque gespielt. Zwischen den Partien sitzen die Einheimischen hier bei einem Pastis oder Kaffee zusammen.
Die beste Reisezeit
Das Klima an der Côte d'Azur ist fast immer mild. Beachte jedoch, dass viele Restaurants, Unterkünfte und Galerien im Winter ihre Türen geschlossen halten. Um das Dorf in Ruhe zu erleben und den großen Touristenströmen zu entgehen, sind Juni oder September ideal.
Anreise
Saint-Paul-de-Vence liegt nur 30 Minuten mit dem Auto von Nizza entfernt. Alternativ nimmst du den Zug (TER) bis Nizza-Cagnes-sur-Mer (Fahrtzeit 25 Minuten) und steigst dort in den Bus der Linie 400 um, der dich in weiteren 15 Minuten direkt nach Saint-Paul-de-Vence bringt.
Mittelalterliches Dorf im Süden Frankreichs, gelegen in einer wunderschönen hügeligen Region. Aber es ist auch eine Art Einkaufszentrum für Künstler, mit zahlreichen Kunstgalerien und sehr vielen Touristen, egal ob Kunstliebhaber oder einfach nur Neugierige.