Die Fondation Maeght im Überblick
In dem malerischen Ort Saint-Paul-de-Vence, etwa 25 km von Nizza entfernt, liegt die Fondation Maeght. Als ein weltweit bekannter Knotenpunkt für moderne Kunst zieht sie jährlich mehr als 200.000 Besucher an. Nach dem Vorbild amerikanischer Institutionen wie dem Guggenheim entstand sie aus der Leidenschaft von Aimé und Marguerite Maeght, einflussreichen Kunsthändlern der Nachkriegszeit, und ihrem engen Kreis aus befreundeten Künstlern wie Henri Matisse, Georges Braque, Marcel Duchamp, André Malraux, Marc Chagall oder Joan Miró.
Die 1964 eröffnete private Einrichtung verfolgte einen visionären Ansatz: Statt auf den reinen Kunsthandel zu setzen, sollte sie als Ort der künstlerischen Verbreitung dienen. Aimé Maeght zählte zu den Pionieren, die große Themenausstellungen mit temporären Installationen und Performances organisierten. Zudem verteilte er kostenlos seine Zeitschrift Derrière le miroir, was die Stiftung sowohl bei Kunststudenten als auch international schnell bekannt machte.
Die Sammlung umfasst nahezu 13.000 Kunstwerke und zählt damit zu den bedeutendsten europäischen Beständen der Moderne. Rund 1.000 Gemälde und Skulpturen treffen hier auf über 600 Zeichnungen, 6.000 Druckgrafiken und 30.000 Bücher. Diese vielseitige, didaktisch aufbereitete Sammlung findet ihren Platz in einem architektonisch beeindruckenden Gebäude, dem ersten Bau Frankreichs mit dem Zertifikat für hohe Umweltqualität, entworfen vom katalanischen Architekten Josep Lluís Sert.
Wer wenig Zeit mitbringt, dem sei der als Morceaux choisis bezeichnete Rundgang empfohlen. Er bietet eine kuratierte Auswahl an Werken bedeutender Klassiker wie Bonnard, Braque, Calder, Chagall, Giacometti, Kandinsky, Léger, Miró, Tal Coat und Ubac, die in Dialog mit zeitgenössischen Künstlern wie Adami, Calzolari, Chillida, Christo, Del Re, Dietman, Garouste, Immendorff, Kelly, Lam, Mitchell, Monory, Takis und Tàpies treten.
Bevor du gehst, lohnt sich ein Abstecher in das Café der Stiftung. Das gesamte Mobiliar, von den Tischen über die Stühle bis hin zu den Lampen, wurde von Diego Giacometti entworfen.
Mitten im Wald, in den Bergen, dort wo sich die Straßen an den Hängen entlangschlängeln, hätte ich nicht erwartet, ein so modernes und großes Museum zu finden. Man findet dort zeitgenössische Kunst und Surrealismus von bekannten und weniger bekannten Künstlern. Am besten mit dem Auto zu erreichen, ich kann diesen Besuch nur empfehlen.