Pont-Aven, das Dorf, das die moderne Kunst erfand
Im Jahr 1888 gab Paul Gauguin einem jungen Künstler in einem Waldstück am Ufer der Aven eine Lektion in Malerei. Er wies ihn an, die Bäume gelb, die Schatten blau und die Blätter rot zu malen. Aus diesem Gespräch entstand der Talisman, ein kleines Gemälde, das die westliche Malerei revolutionieren sollte. Dieses Waldstück existiert noch heute. Es heißt Bois d'Amour, und wer dort heute spazieren geht, findet ein Lichtspiel zwischen Buchen und Eichen vor, das sich seit 140 Jahren kaum verändert hat.Pont-Aven: Ein Paradies für kontemplative Flaneure
Das Dorf mit seinen 3.000 Einwohnern zieht Kunstliebhaber, Spaziergänger und all jene an, die die Bretagne abseits der überfüllten Strände suchen. Die Aven schlängelt sich durch Granitfelsen, treibt die Räder alter Mühlen an und wandelt sich allmählich in ein Meeresästuar. Man kann zwei Stunden damit verbringen, durch die Galerien und über die blumengeschmückten Brücken zu schlendern, oder einen ganzen Tag auf den Wegen bis hin zum Meer verbringen. Vorsicht: Im Juli und August wird das Dorf zum Opfer seines eigenen Erfolgs. Die engen Gassen verwandeln sich in lange Touristenschlangen, und die 60 Kunstgalerien buhlen um Aufmerksamkeit. Besuche den Ort lieber im Mai, Juni oder September, um die Ruhe zu genießen, die einst die Maler anzog. Ein Auto ist für die Erkundung der Umgebung unerlässlich, auch wenn sich das Zentrum bequem zu Fuß erkunden lässt.Ein angemessenes Budget für die südliche Bretagne
Plane 80 Euro bis 150 Euro pro Nacht für ein charmantes Hotel ein und 15 Euro bis 25 Euro für eine Mahlzeit in einer Crêperie. Der Eintritt ins musée kostet 8 Euro, Bootsfahrten auf der Aven liegen je nach Dauer zwischen 15 Euro und 25 Euro. Das Parken im Zentrum ist in der Saison kostenpflichtig, am Ortsrand jedoch kostenlos.Auf den Spuren der Maler
Das Musée de Pont-Aven befindet sich im Nebengebäude des ehemaligen Hôtel Julia, in dem sich einst die wohlhabenden Künstler trafen. Die 850 ausgestellten Werke zeichnen die Geschichte der École de Pont-Aven nach, jener Bewegung, die mit dem Impressionismus brach und den Synthetismus erfand. Ein Saal rekonstruiert das Dekor des Speisesaals, in dem Gauguin, Bernard und Sérusier bis in die frühen Morgenstunden debattierten. Ein kleines Detail, das manche Besucher enttäuscht: Das Museum besitzt keine dauerhaften Werke von Gauguin. Die großen Leinwände hängen im Musée d'Orsay in Paris. Wenn du das Museum verlässt, gehe hinunter zur place Gauguin. Die Pension Gloanec, in der mittellose Maler für 60 Francs pro Monat wohnten, ist heute eine Buchhandlung. Marie-Jeanne Gloanec, die Eigentümerin, akzeptierte damals Bilder als Zahlungsmittel. Einige dieser Werke sind heute Millionen wert.Geheimtipp: Besorge dir im Tourismusbüro den Führer "Sur les pas de Gauguin" (Auf den Spuren von Gauguin). Drei Routen zwischen 1 Stunde und 2 Stunden 30 Minuten ermöglichen es dir, die exakten Aussichtspunkte zu finden, die die Maler inspiriert haben, inklusive Reproduktionen der Gemälde zum Vergleich.
Ich fand die Stadt Pont-Aven malerisch mit einem gut erhaltenen, alten Charme. Die Steingebäude und die gepflasterten Gassen sind wunderschön. Es ist sehr angenehm, am Fluss entlang zu spazieren. Die Stadt hat außerdem zahlreiche Kunstgalerien und ein super interessantes Museum.