Besuch in Crozon
Crozon liegt auf der gleichnamigen Halbinsel im Herzen des parc naturel régional d’Armorique und wird von der mer d’Iroise umspült. Die Region ist geprägt von einer wilden, schroffen Küstenlinie mit steilen Klippen. Ab dem 17. Jahrhundert wurde die Halbinsel durch die Bauwerke von Vauban geprägt, der ein System aus Befestigungsanlagen zum Schutz von Brest entwarf. Einige davon sind bis heute erhalten, wie etwa das Fort des Capucins oder die Überreste des fort de l’Aber auf der l’île de l’Aber, die bei Ebbe zu Fuß erreichbar ist.
Die beeindruckende Küstenlinie von Crozon
Die Küste der Halbinsel Crozon zeichnet sich durch ihre zerklüftete und malerische Landschaft aus, die durch ständige Erosion geformt wurde. Hier ragen zahlreiche Landspitzen und Kaps über das Meer hinaus. Besonders lohnenswert sind das cap de la Chèvre und die pointe de Dinan. Sie bieten fantastische Ausblicke auf die Bucht. Dort triffst du auf faszinierende geologische Formationen wie das château de Dinan, einen natürlichen Felsbogen, den das Meer über Jahrtausende geformt hat. Der Fernwanderweg GR 34 verläuft entlang der gesamten Küste und führt dich zu zahlreichen Buchten. Eine der bekanntesten ist die plage de l’île vierge. Da der Abstieg aufgrund von Steinschlaggefahr und Erosion des Küstenhangs mittlerweile gesperrt ist, kannst du den Strand mit seinem fast mediterranen Flair am besten von den Klippen oberhalb bewundern.
Wassersportler kommen in Crozon voll auf ihre Kosten. Ein Abstecher nach Morgat lohnt sich: Der ehemalige Sardinen- und Thunfischhafen hat sich zu einem angenehmen Badeort mit Yachthafen gewandelt, an dem du Bootsausflüge buchen oder Surfkurse belegen kannst.
Die Felsen der bretonischen Spitze
Die besondere Geologie der Küste von Crozon hat schon immer die Fantasie angeregt und zahlreiche Künstler inspiriert. Wenn du mehr über die verschiedenen Gesteinsarten erfahren möchtest, ist ein Besuch im Maison des Minéraux ideal. Das Museum ist auf die Gesteinskunde spezialisiert und zeigt eine Sammlung erstaunlicher phosphoreszierender Mineralien.
Auch geschichtlich gibt es in und um Crozon viel zu entdecken. Südlich von Morgat befindet sich das Ty ar C’huré, wörtlich das Haus des Pfarrers. Es besteht aus mehreren Dutzend Felsen, die in einer Reihe angeordnet sind und offensichtlich eine heilige Bedeutung hatten, auch wenn ihr genauer Ursprung ungeklärt bleibt. Etwas weiter in der Nähe von Camaret-sur-Mer stehen fast 100 Menhire, von denen einige über drei Meter hoch sind. Diese Anlage, bekannt als alignement de Lostmarc’h, wurde bereits 2500 Jahre vor unserer Zeitrechnung errichtet. In Crozon selbst kannst du zudem den hervorragend erhaltenen Dolmen de Rostudel besichtigen.
Wann ist die beste Reisezeit?
Die bretonische Spitze lässt sich am besten im Sommer zwischen Juni und September besuchen. Sei jedoch auf den Wind vorbereitet, der an dieser Seite des Atlantiks besonders kräftig wehen kann.
Wie kommst du hin?
Crozon ist mit dem Auto gut zu erreichen. Wer mit dem Zug anreist, fährt bis Brest oder Quimper. Von dort aus gibt es Busverbindungen auf die Halbinsel. Radfahrer werden die knapp 200 Kilometer an Radwegen lieben, die die gesamte Halbinsel durchziehen.
Die Halbinsel Crozon ist ein Ort, der fantastische, natürliche und wilde Landschaften bietet. Es ist der ideale Ort für schöne Wanderungen mit Panoramaausblick auf das Meer und die Felsen. Es gibt dort auch sehr schöne Strände. Ich fand, dass nicht zu viele Leute unterwegs waren, manchmal fühlt man sich sogar wie allein auf der Welt. Ein Ort in der Bretagne, den man unbedingt gesehen haben muss.