Villandry besuchen
Villandry ist ein charmanter Ort im Département Indre-et-Loire in der Region Centre-Val-de-Loire. Die Gemeinde liegt unweit von Tours direkt am Ufer des Cher und lädt zu entspannten Spaziergängen am Wasser ein. Weit über die Region hinaus bekannt ist Villandry natürlich für das Schloss und die Gärten von Villandry, die zu den meistbesuchten Sehenswürdigkeiten der Touraine zählen.
Das Schloss und seine Gärten, Juwelen der Renaissance
Villandry ist eine feste Station auf jeder Reise entlang der Schlösser der Loire. Das beeindruckende Bauwerk, das zwischen 1532 und 1536 errichtet wurde, zieht jährlich knapp 300 000 Besucher an. Es gilt als das letzte große Schloss der Renaissance, das an der Loire erbaut wurde, auch wenn es im 18. und 19. Jahrhundert baulich verändert und angepasst wurde. Das Schloss beeindruckt heute noch durch seine architektonische Eleganz sowie seine prachtvolle Innenausstattung. Sechs verschiedene Terrassengärten (darunter ein französischer Ziergarten, ein englischer Garten, ein Wassergarten und ein Gemüsegarten) rahmen das Gebäude ein und verleihen ihm eine besondere Ausstrahlung. Wenn du im Juli vor Ort bist, solltest du die Nuit des Mille Feux nicht verpassen. Über 2000 Kerzen tauchen das Schlossgelände in ein mystisches und romantisches Licht. Eine ideale Gelegenheit, das Anwesen einmal aus einer ganz anderen Perspektive zu erleben.
Mit dem Fahrrad oder zu Fuß unterwegs
Doch die Umgebung von Villandry hat weit mehr zu bieten als nur das Schloss. Der Ort ist Teil der Radroute Loire à vélo, die bei Fahrradtouristen sehr beliebt ist. Auf insgesamt 446 Kilometern lässt sich die Region in eigenem Tempo erkunden und die Schlösser der Loire miteinander verbinden. Das Fahrrad ist ohnehin das ideale Fortbewegungsmittel, um Villandry und das Umland zu entdecken. Ein Abstecher in den Wald von Lureau führt dich zum bemerkenswerten Menhir namens Pierre aux Géants, der eine Höhe von über 3,60 Metern erreicht. Ebenfalls einen Besuch wert sind die Grottes pétrifiantes de Savonnières, die besonders bei geologisch Interessierten und Familien beliebt sind. Dort tauchst du in eine Welt aus Stalaktiten, Stalagmiten und Gesteinsformationen in faszinierenden Farben ein.
Im Ortskern von Villandry selbst lohnt ein Stopp an der église Saint-Etienne mit ihrer sehenswerten Kuppel, die einen Durchmesser von 6 Metern misst. Im Dorf findest du zudem zahlreiche Kunsthandwerksläden, in denen du dekorative Mitbringsel oder lokale Spezialitäten erstehen kannst. Für eine Stärkung bieten sich die traditionellen Gasthäuser an, in denen regionale Klassiker wie Rillettes, Rillons, Ziegenkäse aus Sainte-Maure oder der Nougat de Tours auf den Tisch kommen.
Die beste Reisezeit
Am angenehmsten ist ein Besuch in Villandry in der warmen Jahreszeit zwischen April und September. In diesen Monaten kannst du die Angebote im Freien, wie Radtouren, Spaziergänge oder Bootsausflüge auf dem Cher, optimal mit der Besichtigung der Schlossgärten verbinden.
Anreise
Villandry ist mit dem Auto in etwa 2 Stunden und 45 Minuten von Paris, in 2 Stunden von Nantes und in nur 25 Minuten von Tours aus erreichbar. Wenn du ohne eigenes Fahrzeug unterwegs bist, nimmst du den Zug oder Bus von Paris-Montparnasse oder Nantes bis zum Bahnhof Tours oder Saint-Pierre des Corps. Von dort bringen dich ein Shuttle oder ein Taxi in etwa 20 Minuten direkt nach Villandry.
Während das Dorf Azay-le-Rideau sehr lebendig ist, fand ich das von Villandry viel ruhiger. Aus meiner Sicht mangelt es dort schmerzlich an Geschäften und Unterhaltungsmöglichkeiten. Vor allem, weil ich mitten im Sommer dort war, muss es den Rest des Jahres wohl noch schlimmer sein. Nach der Besichtigung des Schlosses rate ich Ihnen, nicht länger als nötig dort zu bleiben.