Ouarzazate, das Tor zur Wüste, das Hollywood eroberte
Der Wind wirbelt ockerfarbenen Staub über die Avenue Mohammed V, und irgendwo hinter einem kahlen Hügel steht eine ägyptische Pyramide neben einem tibetischen Tempel aus Pappmaché. Willkommen in der Stadt, in der Lawrence von Arabien, Gladiator und Game of Thrones ihre Kulissen aufgebaut haben. Ouarzazate gleicht keiner anderen marokkanischen Stadt: Sie lebt ebenso vom Film wie von der Wüste, die sie umgibt.Ein Ziel für dich?
Wenn du von Dünen, ockerfarbenen Kasbahs und einem Vorgeschmack auf die Sahara träumst, bist du in Ouarzazate genau richtig. Es ist zudem ein Traumziel für Filmbegeisterte, die auf den Sets wandeln wollen, an denen Dutzende Blockbuster gedreht wurden. Solltest du jedoch eine typische marokkanische Stadt mit einer lebendigen Medina und wuseligen Souks suchen, ist das nicht der richtige Ort für dich. Ouarzazate ist eine funktionale Zwischenstation, die im Zentrum etwas kühl wirkt und eher für den Tourismus und die Filmindustrie als für gemütliche Stadtbummel konzipiert wurde.Geeignet für:
- Film- und Studiofans
- Reisende auf dem Weg in die Wüste von Merzouga oder Zagora
- Liebhaber von Lehmarchitektur (Kasbahs, Ksour)
- Fotografen auf der Suche nach dem besonderen Licht der Sahara
Weniger geeignet für:
- Reisende, die eine authentische, belebte Medina suchen
- Längere Aufenthalte ohne Wüstenausflüge
- Fans von Nachtleben
Günstiger als Marrakesch oder Fès
| Posten | Preisspanne |
|---|---|
| Übernachtung in einfachem Hotel | 15 bis 25 Euro |
| Übernachtung in Riad oder komfortablem Hotel | 40 bis 80 Euro |
| Kleiner Imbiss (Tajine, Sandwich) | 3 bis 6 Euro |
| Restaurantbesuch | 8 bis 15 Euro |
| Transport und Aktivitäten pro Tag | 10 bis 30 Euro |
| Tagesbudget Backpacker | 30 bis 45 Euro |
| Tagesbudget Komfort | 70 bis 130 Euro |
Richtpreise, Änderungen vorbehalten
Praktische Infos: Was du vor der Reise wissen solltest
Ouarzazate lebt primär vom Tourismus und der Filmbranche, was man an jeder Ecke merkt: Hotels, Reisebüros und 4x4-Verleiher sind überall, und in der Nähe der Sehenswürdigkeiten kann man auf etwas aufdringliche Anbieter treffen. Das Wüstenklima sorgt für glühend heiße Sommer (über 40°C in den Monaten Juli und August) und kühle Nächte im Winter, besonders wenn du dich in Richtung der Dünen bewegst. Die Stadt ist insgesamt sicher und ruhig, deutlich weniger hektisch als die großen Königsstädte. Französisch ist weit verbreitet, besonders im touristischen Bereich. Alleinreisende Frauen werden hier keine anderen Herausforderungen erleben als im übrigen Marokko, sofern die landesüblichen Vorsichtsmaßnahmen beachtet werden.Kasbah Taourirt, die historische Seele der Stadt
Die Kasbah Taourirt war einst der Wohnsitz der Glaoui, einer mächtigen Berberfamilie, die früher die Karawanenrouten kontrollierte. Sie beeindruckt mit ihren verzierten Lehmwänden und verwinkelten Gassen. Ein Teil der Anlage wurde restauriert, der andere Teil wurde in einem raueren Zustand belassen, der die Last der Jahrhunderte deutlicher spürbar macht.Tipp vom Experten: Komm am späten Nachmittag, wenn das schräge Licht die ockerfarbenen Mauern golden leuchten lässt und die Reisebusse bereits abgefahren sind.